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Vancouver Island (Teil 2) und "Bye Bye Verny"

Veröffentlicht: 15.10.2018

Nach diesem Riesenerlebnis fahren wir in den Elk Falls Provincial Park. Zwischen den riesigen Bäumen finden wir einen schönen Stellplatz direkt am Campbell River. Am Morgen blinzelt die Sonne durch Verny's Heckfenster. Schnell geht's los, die Elk Falls und eine Hängebrücke über den Campbell River sind unser Ziel. Nach der kleinen Tour fahren wir südlich bis nach Crofton ins Osborne Bay Resort. Wir sind etwas spät dran, das Office ist nicht mehr besetzt. Wir fahren auf einen freien Stellplatz mit Ocean-View und Abendsonne. Bei einem kleinen Schwatz mit dem Nachbarn bringen wir die Codes für Waschräume,  Duschen und das WiFi in Erfahrung. Danach machen wir uns ans Ausräumen all unserer Habseligkeiten aus dem Schneckenhaus. Akribisch wird alles sortiert (kommt mit nach Seattle, bleibt in Vancouver, wird nach Hause geschickt, wird verschenkt oder weggeschmissen), teilweise vakumiert (Kleider, Schlafsack, Karibou-Fell) und eingepackt. Den ganzen Abend begleitet uns das Bellen der Seelöwen. Auch am nächsten Morgen kitzelt uns das Sonnenlicht aus den Federn. Nach der Unterhaltsroutine und dem Bezahlen des obligaten Obulus geht's weiter nach Victoria, der grössten Stadt der Insel. Für den Morgen haben wir uns eine kleine Tour rund um den Mount Douglas ausgesucht, am Nachmittag flanieren wir ein wenig durch die Strassen Victoria's. Klein und "charming", hier gefällts uns. Für die Nacht wollen wir uns etwas gönnen und fahren zum "Salish Seaside RV Haven". Mitten in der Stadt, mit Sicht auf die Marina und die Skyline von Victoria. Beim Registration Office steht "no vacancy". Bevor wir unsere Optionen besprechen können kommt ein junger Herr aus dem Office zu uns rüber und meint, der Platz sei voll, er hätte für unseren kleinen Verny aber noch eine "Notlösung" unter den Bäumen auf dem Zufahrtssträsschen zur Halbinsel wo die grossen WoMo's stehen. Eigentlich möchten wir ja duschen und das Paket mit dem Material welches wir nach Hause schicken möchten fertigmachen, nicht andere Plätze abfahren um für die Nacht unterzukommen. Die Premiumlage kostet natürlich, die Notlösung auch. Vermutlich der teuerste Platz der ganzen Reise. Der Karton für die Sendung ist proppenvoll, das Ding wiegt ordentlich was.

Die Sicht ab der Halbinsel ist spektakulär, im Vordergrund schmatzt ein Fischotter beim Verspeisen der Fische die er bei seinen Tauchgängen erbeutet. Umgezogen und wieder frisch, ruft der Abend nach einem würdigen Abschluss. Der Bordwalk zum Hafen von Victoria ist wunderschön und das Spinnakers Brew Pub verwöhnt uns mit einem  "Swiftsure Amber Ale" und einem kleinen Snack. Dass wir auf dem Weg zum Pub noch einen Hirsch kreuzen, ist das Sahnehäubchen für den schönen Abend. 

Mitten in der Nacht schrecken wir aus dem wohlverdienten Schlaf. Etwas krabbelt direkt über unseren Köpfen auf dem Dach herum. Es kratzt und quietscht, immer wieder fallen Äste und Beeren aus dem Baum. Ans Schlafen ist bei dem Krach nicht zu denken. Im Pyjama, mit einer Stirnlampe bewaffnet, ertappe ich zwei Waschbären die das Dach für das Abräumen des Baumes missbrauchen. Ist halt bequemer als der Balanceakt in den Ästen. Scheu sind die Kerlchen nicht, völlig unbeeindruckt und interessiert schaut mir der eine zu wie ich Verny ein wenig zurücksetze. Immerhin ist danach Ruhe.

Am nächsten Morgen geht's zur Post um das Thema Paket abzuschliessen. Eine etwas bemühende Geschichte. Sprichwörtlich "erleichtert", nehmen wir die letzte Etappe auf Vancouver Island nach Nanaimo unter die Räder. Kurz vor dem angepeilten Campground  finden wir eine Waschanlage die für LKW's taugt und verpassen Verny eine Reinigung "die sich gewaschen hat". Damit sind wir zeitlich sehr gut im Plan. Am nächsten Tag nutzen wir die gewonnene Zeit und spazieren die rund 5km an den Hafen von Nanaimo und setzen zum Protection Island über für ein "light lunch" im Floating Pub. Am späteren Nachmittag spazieren wir dann wieder zurück. Die vorletzte Nacht im Schneckenhäuschen. Am 13.10. geht's dann mit der Fähre zurück in die Horseshoe Bay. Die Fahrt über die Lion's Bridge und durch den Stanley Park eröffnet völlig andere Perspektiven auf Vancouver als bei der Herfahrt. Als einziges RV weit und breit fahren wir durch das Westend und hoch, hinter den Queen Elisabeth Park zu Isabel und Heinz die uns herzlich in ihrem Haus begrüssen. Nach der ersten Nacht seit langem in einem richtige Bett geht's am nächsten Morgen - nach einem opulenten Frühstück mit einer leckeren, von Isabel gebackenen "Züpfe" - nach Seattle. Bei REI dürfen wir tatsächlich den im Juni gekauften Rucksack gegen einen kleineren und einiges Kleingemüse eintauschen, unglaublich kulant! Nach der letzten Nacht räumen wir ein wenig wehmütig die restlichen Sachen in unsere Taschen, dumpen ein letztes Mal und düsen an den Tukwila Blvd. Verny entlassen wir ohne die kleinste Beanstandung in die Obhut seines Mechanikers bei Go North in Seattle. Insgesamt sind wir mit Verny 17'259,2 km Asphalt und viel "gravel road" absolut pannenfrei gefahren (ohne die Fähren). Einen Ölwechsel, wacker Benzin (ca. 3'500 Liter), zwischendurch mal waschen, mehr wollte er eigentlich nicht. 

Mit dem Taxi fahren wir an den Start zum zweiten Teil unserer Reise, einem schnuckligen vormaligen Schuppen der zu einem zweistöckigen Airbnb umgebaut worden ist.

Dazu bald mehr ….


 www.spinnakers.com/beer/

Antworten (2)

Silvia
Euer jetziges Daheim ist ja sooo was von gemütlich!!!

Claudia
Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei - super ist das erst ein "Zwischen-Ende". Alles Gute bliibid gsund und dicken Knuddel

Kanada
Reiseberichte Kanada
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