Tag 4 in London
Kunst und Kurioses

Veröffentlicht: 16.10.2025




































































































10:30 Pünktlich vor Check-out verlassen wir unsere Gastwohnung, natürlich nicht ohne kurzen Eintrag ins Gästebuch.
11:30 Wir fahren unseren nächsten Gastgeber an, der uns für den Rest der Woche einen Teil seiner Wohnung zur Verfügung stellen wird. Als wir die U-Bahn-Station verlassen stehen wir mitten vor The Shard, dem bis vor kurzem noch höchsten Wolkenkratzer der EU.
Unsere Eignung liegt nur kurz hinter dem riesigen Gebäude, so dass es die nächsten Tage zu einem guten Orientierungspunkt für die Heimwege werden wird. Nur kurz stellen wir unser Gepäck ab, lassen uns vom Gastgeber alles zeigen und erklären, was es zu zeigen und erklären gibt, und sind schon wieder unterwegs.
Warum wie üblich die Strecke per Underground fahren, wo man nichts von der Stadt sieht? Statt dessen steigen wir auf einen Themes Clipper auf, ein Hybridboot, welches als Fähre verschiedene Haltestellen miteinander verbindet. In gewohnt-chilliger Geschwindigkeit legt das Boot ab, doch sobald es die Mitte der Flussspur erreicht, beschleunigt es plötzlich, das Wasser sprudelt hinter uns weg und wir fliegen übers Wasser. 10 Minuten später sind wir 4km weiter stromabwärts und gehen mit leicht schwankendem Gang Richtung Canary Wharf.
Über uns ragen silbrige Hochhäuser auf, als hätte man einen Schwarm gigantischer Heringe in den Boden gerammt. Olli führt noch auf direktem Weg zu einem Tunnel der wie von der Enterprise wirkt, zu einem Palmengarten, der mitten zwischen den hochmodernen Häusern angelegt wurde - der Canary Wharf Roof Garden.
Wir wandern noch ein wenig zwischen den hohen Häusern und steuern dann wieder Richtung Themse. Es geht auf die Isle of Dogs, eine von drei Seiten von der Themse umgebene "Halbinsel". Dort steigen wir hinab und betreten den über 100 Jahre alten Fussgänger-Tunnel, der uns unter der Themse entlang führt.
Nur wenige Minuten, aber viele Treppenstufen später tauchen wir in Greenwich (gespr. Grenetsch) wieder auf. Ein Market, bei dem es Scotch Eggs geben soll, lockt, doch der begehrte Stand scheint nicht mehr zu existierten. Ich entdecke jedoch erinnern kleinen Laden, der französische Feinkost verkauft, und hole mir wie üblich den widerlichst aussehenden Käse - diesmal ist es ein in Asche konservierter Schafskäse - und verzehre zufrieden einen Teil davon mit etwas Brot.
Doch wir sind wegen Scotch Eggs hier, und nach etwas Rumfragen deuten uns ein paar Einheimische Richtung einer Kneipe, die jede Menge lokaler Spezialitäten im Programm haben soll. Auf dem Weg spazieren wir noch an der University of Greenwich vorbei.
Es dämmert langsam, als wir endlich die Kneipe betreten und bald schon Scotch Eggs, Sauteed Popatoes and ein riesiger Haufen Truffled Parmesan Fries vor uns stehen 🤤 Bei Scotch Eggs handelt es sich um ein weich gekochtes Ei, welches mit einem Gemisch aus Hack und Blutwurst ummantelt und anschließend paniert und frittiert wird. Keine leichte Kost... aber lecker!
Gestärkt geht es weiter in die Nacht, zurück durch den Tunnel und ins Herz von London, wo uns erneut ein grünes Juwel erwartet - der Sky Garden. Bald schon stehen wir vor dem berühmten, "Auto-schmelzenden" Hochhaus, welches mittlerweile nur noch als Walkie Talkie bekannt ist. Eigentlich müsste man ja Karten reservieren, um zu den Auserwählten gehören zu dürfen, die in den 35. Stock gehen würden, aber lieb fragen kostet ja nichts. Und tatsächlich lässt uns der massiv aussehende Türsteher nach einem abschätzenden Blick und gebrummeltem "aber nächstes Mal reserviert ihr gefälligst" durch die Glastür. Wie beim Flughafen wird unser Gepäck und unsere Körper gescant, bevor uns der Aufzug nach oben trägt, in Londons höchsten Garten. Von dem ist bei Nacht nicht viel zu sehen, die riesige Bar ist nur sanft beleuchtet... dafür sieht man umso mehr von London durch die riesigen Glaswände.
Als wir uns endlich an dem Panorama satt gesehen haben und keine uns bekannten Gebäude mehr entdecken können fahren wir wieder nach unten und beginnen wieder unser zielloses Stromern. Jede Gasse, die interessant aussieht, wird betreten. Wir entdecken eine in ein riesiges Gewölbe eingebaute Shopping Mall, Ruinen von Lagerhallen, weitere Museen, stehen kurz vor dem Shakespeares Globe, der mittlerweile dritten Re-Konstruktion jenes Theaters, wo der weltberühmte Poet seine eigenen Stücke damals uraufführte, in weiteres Segelschiff mitten zwischen den Gebäuden,...
Wir wandern den Fluss entlang bis zur Millenium Bridge. Besonders bei Nacht ein toller Anblick, wie sich die elegant gewundene und illuminierte Brücke auf St. Pauls Cathedral zubewegt.
Die letzte Station, die unsere Museen Füße ansteuern, ist ein Skate Park kurz hinter Waterloo Bridge. Heller Beton, geometrische Formen, kühles Neonlicht, und alles wird zusammen gehalten von wild buntem Graffiti, während ein letzter einsamer Scater seine nächtlichen Grinds zieht.
Es ist spät geworden, und erst um Mitternacht können wir endlich die Augen schließen u_u
