Von Görlitz und Zgorzelec nach Hirschberg - unser erster Tag in Polen
Gleich zwei Mal überquerten wir heute die Grenze nach Polen und sahen Görlitz und zwei polnische Städte.

Veröffentlicht: 01.04.2026


























Am Morgen fuhren wir zum Schloss Fürstenstein, dem größten Schloss Niederschlesiens.
Wir parkten am Palmenhaus und gingen zu Fuß zu dem Schloss, so dass wir unterwegs schon den großen Bau von verschiedenen Aussichtspunkten aus sehen konnten.
Die Wege und Umgebung des Schlosses waren schön und eindeutig für größere Mengen an Besuchern angelegt.
Als wir das Schloss ansahen, waren wir aber die meiste Zeit allein in den Räumen.
Ein Audioguide erzählte uns die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner, während er uns durch die Räume leitete.
In vielen Räumen der Ausstellung ging es um die letzte aristokratische Eigentümerin Fürstin Daisy, die erste Ehefrau von Hans Heinrich XV. aus der Familie Hochberg.
Als sie mit ihren Kindern zu fünft in dem Schloss lebten, gab es immerhin etwa 300 Angestellte, die sich um das Wohl der Familie kümmerten.
Die zweite, über 30 Jahre jüngere Frau von Hans Heinrich XV. sorgte später für einen Skandal: Sie hatte eine Affäre mit ihrem jüngsten Stiefsohn, den sie nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann dann auch heiratete.
Nach diesen aristokratischen Familiengeschichten und viel fürstlichem Prunk gingen wir zurück über einen kleinen Waldwanderweg, um uns das Palmenhaus anzusehen.
Hier wurden exotische Pflanzen für Fürstin Daisy kultiviert, aber auch Obst und Gemüse für die fürstliche Küche herangezogen.
Heute gibt es neben vielen exotischen Pflanzen auch Vogelvolieren und einige Kattas und Wasserschildkröten.
Wir fuhren weiter zur Friedenskirche Świdnica.
Nach dem 30jährigen Krieg erlaubte Kaiser Ferdinand III. den Protestanten drei Friedenskirchen in Schlesien zu bauen. Allerdings durften die Kirchen nicht innerhalb der Stadtmauern errichtet werden und weder Turm noch Glocke haben. Zusätzlich gab es die Auflage, dass sie nur aus Holz, Stroh, Lehm und Sand innerhalb eines Jahres erbaut werden mussten.
So entstanden die beeindruckenden Fachwerkbauten, deren Inneres überraschend prunkvoll - und gar nicht mit protestantischer Bescheidenheit - ausgestattet ist.
7500 Personen fanden in der Kirche Platz - auch wenn die meisten dann stehen mussten. Heute gibt es allerdings nur noch etwa 100 Personen in der Gemeinde, die Schwierigkeiten haben, das Gebäude zu unterhalten.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt fuhren wir weiter, weil wir am Abend in Auschwitz übernachten wollten, um uns am nächsten Morgen die Gedenkstätten anzusehen.
Wir fanden mit unserem Wohnmobil einen Platz auf dem Gelände des "Zentrums für Dialog und Gebet", wo wir zum Abendessen polnische Piroggen probierten.
