Zur Tour de France in Vichy
Wir sahen den “fiktiven Start“ der 11. Etappe, tranken Tee wie zu Kaisers Zeiten und genossen Cabaret und Drohnenshow.

Veröffentlicht: 20.07.2026




















Unser nächstes Ziel war das Städtchen Puy-en-Velay, die Hauptstadt der Region Haute-Loire.
Unser Wohnmobilstellplatz lag direkt am Bahnhof und ZOB mit Blick auf die Altstadt. Bis dahin war der Weg nicht sehr weit, aber dafür mit einiger Steigung…
Wir machten uns dennoch zu Fuß auf den Weg und kehrten erst einmal im ruhigen Gartencafé des Pilgerzentrums ein. Mehrere Pfade zum Jakobsweg aus Frankreich kreuzen sich hier und so nahm und nimmt die Pilgerreise einiger Wanderer ihren Anfang oder einen Zwischenstopp in Le Puy-en-Velay.
Als Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela entstand im 11. Jahrhundert die Kathedrale Notre-Dame, die wir als nächstes besuchten.
In der Kirche gibt es eine Schwarze Madonna und einen “Fieberstein”, dem heilende Kräfte nachgesagt werden.
Damit ist Puy einer der ältesten Marienwallfahrtsorte Frankreichs.
Wir sahen uns auch den Kreuzgang der Kathedrale an, für den es sogar einen deutschen Flyer mit Beschreibung gab. Sonst ist es meist von Vorteil, wenn man auch Französisch versteht…
Hoch über der Stadt thront auf der Felsspitze des Rocher Corneille eine 22,7 Meter hohe Madonnenfigur, die Notre-Dame de France.
Sie wurde aus dem Gusseisen von 213 russischen Kanonenkugeln gegossen, die Napoleon III. während des Krimkrieges erbeutet hatte.
Wir machten uns auf den Weg nach oben und genossen die Aussicht. Man kann auch im Inneren der Figur, die hohl ist, nach oben steigen. Die Fenster sind allerdings sehr klein und die Sicht beschränkt, so dass sich der Weg nach oben auf der Wendeltreppe eher nicht lohnt.
Wieder zurück am Fuße des Felsen besuchten wir die immersive Show Compostela, die im früheren Hôtel Dieu untergebracht ist.
Man kann aus verschiedenen Vorführungen wählen, die dann in einem Raum rundherum projiziert werden.
Wir sahen “Liberté, j'écris ton nom” über Freiheitsbewegungen im Laufe der Geschichte
und eine weitere Show, die in Musik und Bild impressionistische Kunst darstellte.
Zum Abschluss gab es noch eine Projektion in einer alten Kapelle, die uns am besten gefiel, weil sie sich so gut an den Raum anpasste.
Dabei konnte man es sich auf Liegen bequem machen, damit man die Decke besser sehen konnte.
Anschließend konnten wir uns noch die Ausstellung im Hôtel Dieu zur Geschichte der Kathedrale und des früheren Hospizes ansehen.
Diese war sehr modern, aber leider funktionierte nicht mehr alles, wie es sollte…
Wir machten einen Rundgang durch die schöne Altsstadt, die uns sehr an den Mont St. Michel erinnerte - aber deutlich weniger überlaufen war.
Eine ruhige Abwechslung zur Innenstadt bot der Park “Jardin Henri Vinay”.
Wir gingen noch weiter bis zum Rathaus, das an einem schönen gestalteten Platz mit vielen Sitzmöglichkeiten lag.
Wir machten eine Pause im Wohnmobil, bevor wir später am Abend zur Lichtershow “Puy de Lumière” aufbrachen, die gegen 22.30 Uhr begann.
In Puy wurden an fünf Stationen Bauwerke mit Projektoren beleuchtet.
Dazu gab es passende Musik.
Wir gingen vom Rocher Saint Michel d'Aiguilhe zur Kathedrale.
In beiden Shows wurde die Geschichte des Ortes erzählt.
Am Place du Plot gab es eine Show zu lokalen Spezialitäten.
Die Show am Musée Crozatier hat uns am besten gefallen. Sie erzählt von den Kollektionen des Museums.
Zum Schluss ging es zur Kirche Église des Carmes, deren neogotische Fassade mit einer Show zu der Landschaft und Traditionen der Gegend angestrahlt wurde.
Die Lichtershows gibt es an jedem Abend von Juli bis Mitte September und sie sind alle frei zugänglich.
