Veröffentlicht: 25.07.2023
Der Tag begann noch schön, aber dann zogen nach unserem Frühstück im Freien dunkle Wolken auf und bald darauf setzte der erste Regen ein. Zunächst waren wir noch im Wohnmobil unterwegs, aber auch als wir in Kromeriz ankamen, war es noch nicht trocken.
Die erste halbe Stunde unseres Besuches in der früheren Residenzstadt der Olmützer Bischöfe verbrachten wir mit der Suche nach einem Parkplatz. Schließlich stellten wir unser Wohnmobil, das leider nicht so recht in die engen und kurzen Innenstadtparkplätze passen wollte, etwas außerhalb des Zentrums in einem Wohngebiet ab. Von hier machten wir uns im Regen zu Fuß auf den Weg zum Schloss.
Im 17. Jahrhundert wurde das Barock Schloss von einem Bischof erbaut. Besichtigen kann man es nur mit einer Führung, die leider nur auf tschechisch angeboten wird. Es gibt aber einen Hefter, der den sehr ausführlichen Text der Führung mit einigen Ergänzungen enthält zum Mitlesen auf deutsch.
Wir wählten den Rundgang durch die repräsentativen Räume. Dabei sahen wir unter anderem den Kongresssaal, in dem die Habsburger Monarchie eine neue Verfassung erhielt. 1848 wurde das österreichische Parlament von Wien nach Kremsier verlegt.
Anschließend machten wir noch eine kleine Runde durch den Schlossgarten, der zusammen mit dem Schloss und dem Blumengarten seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.
Nun hatte der Regen auch wieder aufgehört und wir konnten die Stadt noch einmal im Sonnenschein ansehen.
In der Touristinformation fanden wir einen Flyer zu den Kirchen von Kromeriz und orientierten unseren Rundgang an den Gotteshäusern der Stadt.
Die drei großen Kirchen sahen wir uns auch von innen an. Der Hochbarock in Mähren war für unseren Geschmack dann aber doch etwas zu überladen.
Etwas abseits der Innenstadt liegt der Blumengarten. Dort angekommen, war das Wetter so schön, dass wir unsere Jacken und Regenschirm in der Garderobe einschlossen.
Die Anlage beherbergt schön angelegte Rabatten im Stil des französischen Barockgartens.
Die Anlage war größer, als wir es zunächst gedacht hatten. Als wir ankamen, sahen wir Schilder, die Öffnungszeiten bis 18 Uhr bzw. 19 Uhr ankündigten. Da alles auf tschechisch beschrieben war, wussten wir leider nicht, was wie lange geöffnet hat - sollten es aber später auf unangenehme Weise herausfinden.
Zunächst aber spazierten wir durch die Parkanlage, die von hohen Hecken unterteilt war.
Zwischendurch stärkten wir uns im Café, das in der früheren Orangerie untergebracht war. Hier trafen wir auf eine nette Bedienung, die gut englisch sprach.
Auch einige Tiere waren in den Gartenanlagen untergebracht. Neben Vögeln gab es einen Kaninchenhügel, hinter dessen vergitterten Öffnungen tatsächlich Kaninchen saßen und sich vermutlich im Inneren des Hügels bewegen konnten.
Als wir uns auf den Weg machen wollten, mussten wir leider feststellen, dass Garderobe und Kasse wohl nur bis 18 Uhr geöffnet sind. Nun war es aber leider schon später und unsere Jacken waren eingeschlossen.
Da sonst niemand zu sehen war, gingen wir zurück zum Café, um jemanden mit einem Schlüssel zu suchen. Die nette Bedienung hatte zwar keinen, kam aber gleich mit uns, um Hilfe zu rufen. So kamen wir schließlich doch noch an unsere Jacken und konnten unseren Weg in Richtung des mährischen Karsts fortsetzen.
Etwas später als ursprünglich geplant kamen wir am Parkplatz an, von dem wir am nächsten Morgen früh aufbrechen wollten, um eine der Höhlen der Gegend zu erkunden.
Während wir in unserem Wohnmobil zu Abend aßen, kamen mehrere Autos mit jungen Pärchen an. Als sie ausstiegen, sahen sie aus, als ob sie gerade auf dem Weg in den nächten Club seien (wobei wir uns eher in der Natur in einem Wandergebiet befanden). Wir fragten uns, was diesen Zustrom an jungen Besuchern in der Wildnis wohl verursachte. Nach einem kurzen Rundgang kamen sie für gewöhnlich zurück und stiegen wieder in ihre Autos.
Bei einem Pärchen erahnten wir aber den Grund für den Aufenthalt hier, als sie nach einem kurzen Spaziergang (mehr war auf den hohen Schuhen der Dame wohl auch nicht möglich), wieder in ihr Auto stiegen und bis zum hintersten Ende des Parkplatzes fuhren. Dort stiegen beide vorne aus und setzten sich auf die Rückbank... Später fuhr das Auto mit einem glücklich aussehenden jungen Mann hinter dem Lenkrad dann wieder vom Parkplatz.
Wir gingen nach dem Essen noch einmal zum nächstgelegenen Aussichtspunkt auf die Macocha-Schlucht und genossen den mystischen Blick.