Veröffentlicht: 22.02.2026

























Friend in Need
Colombo Friends in Need Society. Gegründet 1831, finanziert durch Spender und Sponsoren. Hilft Menschen, die Gliedmaße durch Landminen, bei einem Unfall oder einer Krankheit verloren haben
https://charity.lk/item/colombo-friend-in-need-society
Ein eigener Bericht, der Eindruck, der nicht vermischt werden soll mit allem anderen.
Unser erster Tag in Colombo, wir gehen zu Fuß, wie immer, und schauen uns um. Unser Ziel ist das Nationalmuseum, wir wollen uns über die Geschichte von Sri Lanka informieren. An einer Kreuzung sehen wir einen Elefanten und einen Menschen, trommelnd. Beide aus Schrauben, Metallstäben, Gewinden, und vielerlei anderen Werkzeugen gemacht. Kunst.
Sie erinnern uns an COPE in Laos und Aki Rai in Kambodscha, die Einrichtungen, die sich um Prothesen für Minen- und Bomberversehrte, Opfer der Kriege, kümmern.
https://vakantio.de/worldwrite/aki-ras-cambodia-landmine-museum
https://vakantio.de/oneway2025/heros
https://vakantio.de/worldwrite/cope-and-nationalmuseum
https://vakantio.de/oneway2025/cope-cooperative-orthotic-and-prosthetic-enterprise-und-unsre-suche-nach-laotischer-identitaet
Wir gehen näher, betreten neugierig das Gelände. Schon werden wir begrüßt und eingeladen einzutreten. Durch ein Schreibbüro geführt stehen wir vor der Tür des Managements, der freundliche Herr klopft an, die Tür öffnet sich für uns, ein Besucher verlässt das Managementbüro und wir werden erneut gebeten einzutreten. Freundlich, höflich, interessiert, willkommen heißend. Wir wollen nicht stören – tun wir nicht. Wir kommen ins Gespräch, Manager Ranga Wickramasinghe erklärt uns selbstverständlich, was und wer hinter dem Verein, der Society steht. Höflich werden wir nach unsrer Zeit gefragt – die haben wir. Ebenso selbstverständlich.
Der Staat Sri Lanka kümmert sich medizinisch um jeden Einwohner, unentgeltlich. Jeder wird behandelt, das ist gut. Die Folgen aber, die Beeinträchtigung, die ggfs. als Schaden bleibt, ist nicht Teil der Behandlung. Du lebst, alles weitere ist deine Sache. Wer Geld hat, kann sich eine Lösung, in dem Falle eine Prothese, leisten. Wer nicht, verliert seine Arbeit, seine Einkommen, im schlimmsten Fall seine Familie und sein Zuhause.
Diese Menschen können sich an die Colombo Friends in Need Society wenden. Diese Gesellschaft, gegründet 1831, um Menschen ein selbstständiges und würdevolles Weiterleben zu ermöglichen, behandelt weiter, fertigt Prothesen an, trainiert mit Physiotherapeuten und entlässt jeden Patienten mit der Chance auf eine unabhängige Zukunft nach Hause. Die Kosten sind Selbstkosten, Non-Profit-Kosten. Die Patienten können während der Zeit der Behandlung, vom Maßnehmen bis zum Anpassen, vom Gipsabdruck bis zur abgeschlossenen physiotherapeutischen Betreuung in einem, auf dem Gelände liegenden Hostel wohnen. Sie haben ein Bett und drei Mahlzeiten am Tag. Alles frei.
Wir erzählen, was uns bewogen hat einzutreten. Dass wir ähnliches in Kambodscha und Laos gesehen haben – was wiederum Herrn Wickramasinghe erstaunt. Krankheiten und Unfälle mit dem Moped, Motorrad, Zug oder als Fußgänger sind hier die Gründe. Wir erleben als Fußgänger den Verkehr – jeder schaut nach sich selbst, wenn es für den Autofahre zu eng ist, streift er dich. So einfach geht’s. So ist es Thomas passiert. Beschweren? Useless, war die Reaktion der Umstehenden. Das ist neu – bisher hat jeder auf jeden aufgepasst.
Wir dürfen uns jeden Raum anschauen, dürfen die Spezialisten begrüßen, dürfen den einzelnen Schritten bei der Herstellung einer Prothese folgen und unsere Hochachtung steigt. Non-Profit, Ehrenamt, Medizinstudenten, die lernen wollen, Selbstgeschädigte, die sich einbringen mit ihren Fertigkeiten. Frauen, die das Essen kochen, Schreibkräfte, die die Verwaltung erledigen, Hausmeister, die sich um die Gebäude kümmern. Für alles ist gesorgt.
Gegen Ende sitzen wir da, erzählen, wie beeindruckt wir sind, möchten etwas hinterlassen und überreichen unsre letzte Reisedollar. Spinnen schon im Kopf herum, wie wir dieses Projekt unter die Leute bringen, wen wir kennen, der medizinisch mit Werkzeugen, Materialien, Know-how unterstützen könnte…? Es beschäftigt uns.
Nun, wir sollen sitzen bleiben, es sei grade jemand, den wir kennen lernen könnten. Ein Familienvater und Besitzer eines kleinen Shops verlor einen Unterschenkel durch seine Diabeteserkrankung. Heute bekommt er seine neue Prothese und darf zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf beiden Beinen stehen. Erneut werden wir eingeladen dabei zu sein – ein bewegender Moment. Sein Sohn hilft, ich bin zu Tränen gerührt und der Patient weiß nicht so recht, wie ihm geschieht.
Wir haben das Gefühl, als wir weitergehen, das größte Highlight in Colombo schon erlebt zu haben.
