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AugenBlicke

Veröffentlicht: 15.11.2025

AugenBlicke

es sind AugenBlicke, die mir hängen bleiben.

Der Frieden auf dem Gesicht des Soldaten, als Kinderhände seinen Bart berühren.

Ho Chi Minh - als Student in Frankreich, der in der Zeit der Trennung zwischen Süd- und Nordvietnam an ein vereintes Vietnam glaubte und sich ratsuchend an die Vereinigten Staaten wandte. Mit der Bitte um Unterstützung bei dem Entwurf einer vietnamesischen demokratischen Verfassung, welche sich an der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika orientieren sollte.

Ein Mönch, der sich am 11. Juni 1963 in Saigon verbrennen ließ, um so gegen die Unterdrückung der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit in Vietnam zu protestieren.

Der Palast der Wiedervereinigung, beliebtes Fotoobjekt bei Touristen, die auf ihrer Sightseeingtour keine Zeit haben und deshalb außerhalb des Zaunes stehen. Ich habe Zeit und genieße es mich selbst im Kosmetikspiel der First Lady zu fotografieren.
Zum Palast der Wiedervereinigung hat Thomas einen wunderbaren Bericht mit Bildern geschrieben: vakantio.de/worldwrite

Die ständige Regsamkeit, die Freude am Gestalten, Malen, Schön machen, am Packen, Schmücken, Dekorieren und Feiern, macht die Stadt quirlig, lebhaft, es erstaunt, was alles möglich ist. Der kleine Hund, der spielen will, die Straßenhändlerin, die sich freut mit Thomas ein faires und freundliches Geschäft gemacht zu haben. Ein Moped, welches aufwändig verpackt wird. Ein Moped, welches für den Transport mit einem Bus in den Stauraum hinpassen muss. Die Mädchen, die etwas üben und sich freuen, dass ich sie beachte. Die Männer, die kicken, ohne dass der Ball den Boden berühren darf. Ein Tourist, der Fotomotiv für Vietnamesinnen ist - mal andersrum :-). Kleine Shops, in denen die Zutaten für das leckere Essen hergestellt werden. Die engen Gassen, in denen du rechts und links in die Privaträume der Bewohner schauen kannst. Keinerlei Sichtschutz, keine Abgrenzung vor Blicken. Ein Schild in einer Hoteltoilette, um auf sittenhaftes Verhalten hinzuweisen. Und! Es gibt in den Kaufhäusern in Frauen- wie in Männertoiletten Wickelmöglichkeiten für Kinder. 
Die Irritation, wenn ich lächle, anlächle. Es dauert manchmal eine Weile, bis ein Lächeln zurückkommt - wenn eins zurückkommt. Umso länger wir hier sind, umso mehr wird gelächelt, gegrüßt, man kennt uns. Die neue Metro, Beginn eines sinnvollen Verkehrsnetzes. Das macht so stolz, dass sich auch davor fotografiert wird.

Ho Chi Minh City: Es ist sauberer, erwachsener, moderner, scheinbar wohlhabender als vor 2 Jahren. Aber auch anonymer. Ein Ort mit Gegensätzen - eine Großstadt eben. Beeindruckend: Noch immer ist die Geschichte Vietnams ohne Groll dargestellt.

Manche Momente ohne Fotos sind als Bilder in meinem Kopf. AugenBlicke.

Ich erhasche die Leere in den Augen einer jungen Frau, die in einem fragwürdigen Massagesalon von einem Kunden ausgewählt wird.

Die völlige Losgelöstheit, der Wahnsinn des Draufanlegens, das göttliche Vertrauen, das nichts passiert. In den Augen eines Jungen, der im Dunkeln, mitten auf einer lebhaften, befahrenen Straße, mit einem Säugling in den Armen, sitzt.

Die Verletzbarkeit, verwundet sein, in den Augen eines Loverboys – mit seinem Kunden/Freund/Begleiter in der Bar.

Die Verzweiflung, Wut und Scham in den Augen des Kunden/Freundes/Begleiters. Nicht homosexuell sein zu dürfen. Er zeigt mir Bilder seiner Frau und seinen zwei Kindern. Er redet von krank sein. Er darf das nicht? Das ist krank?

Großstadt eben. Urteilen über Recht oder Unrecht und sich damit auch einzumischen – das zeigt die Geschichte, hat nicht immer gutgetan. Und bei uns ist es einer Großstadt ja nicht anders.

Nur der Junge mit dem Säugling – der geht mir nicht aus dem Kopf….

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