Wartung und Erwartungen
Tag #29 Freitag, der 29.05. Cluj Napoca Land: Rumänien Ausschlafen. Tut das gut. Und die Nachbarn oben drüber haben glücklicherweise erst mit bohren oder

Veröffentlicht: 01.06.2026


















Tag #30
Samstag, der 30.05.
Von Cluj Napoca bis Zărieș
Land: Rumänien
Aufstehen und das übliche Tetrisspiel beginnt.
Die Taschen sind so wunderbar leer ... ohne Essen.
Das ändere ich allerdings als erstes, da ich ausreichend versorgt sein will.
Und dann geht's raus aus der Stadt, direkt in die Steigungen.
Beim hoch strsmoeln lerne ich Péter kennen, der mit seinem Mountainbike auf dem Weg nach oben ist, um Trails zu fahren.
Er gibt mir noch ein paar Tipps bezuglichbder Einheimischen.
Oder vielleicht ist es eher ein Hinweis vorsichtig zu sein.
Auf den Straßen und beim campen.
Natürlich geht's auch viel um meine Reise. Und da er auch demnächst eine Bikepackingtour machen möchte, das wichtigste ist das losfahren.
Nach der Stadt bleiben mir die Steigungen erhalten.
Und mein Navi schickt mich über Wirtschaftswege, die mich am Ende vor einem Weidezaun stehen lassen.
Zurück und nochmal über die Buckel fahren?
Ungern.
Ich entscheide mich für die Alternative, hake den Zaun an der entsprechenden Stelle aus, geh durch, wieder einhaken und weiter über die Fahrspur, die jetzt wiesig annehmbar ist, über die Weide.
Es funktioniert und ich komme wieder zu einer Straße, die mich durch wunderschöne kleine Dörfer führt.
Es wird Zeit für eine Rast und das zweite Frühstück, bei dem ich die Aussicht genieße.
Herzhaft beiße ich in meine Laugenstange.
Die herzhaft mit Schinken gefüllt ist.
Eine der Sachen, die mir vorher klar waren, irgendwann wird es passieren, dass mir aufgrund fehlender Sprachkenntnisse Fleisch unterkommt.
Uuups.
Dann konzentrier ich mich lieber auf die vor mir liegende Abfahrt und so komme ich nach einem anstrengenden ersten Teil, der mich durch wunderschöne Landschaften führt, mit bergigen Wiesen und kleinen Dörfern, mit langgezogenen Abfahrten ganz gut voran.
Die heutigen Steigungen geben einen kleinen Vorgeschmack, auf das, was sich vor mir in der Ferne erhebt.
Die Karpaten sind in greifbarer Nähe.
Mir ist aufgefallen, dass ich zuvor ungenau war. Oft meinte ich, wenn ich von Landstraßen gesprochen habe, das was man unter Bundesstraße verstehen kann.
Die sind besonders unangenehm.
Heute fahre ich viele abseits gelegene Landstraßen mit überschaubarem Verkehr durch ein urtümliches Rumänien. So empfinde ich es, mit den Dörfern und Leuten. Jedenfalls mehr das, was ich mir vorgestellt habe.
Auch wenn es mir schwer fällt mir vorzustellen, wie es ist hier zu leben.
An vielen Stellen sieht man, dass es ein einfaches Leben sein muss.
Oft wird Heu noch eigenhändig zusammen gerecht und zu Haufen, ein bisschen wie Iglus mit einer Stange in der Mitte, aufgeschichtet.
Es sind beeindruckende Felsformationen, an denen ich vorbei fahre, und ich glaube Péter aufs Wort, dass die Gegend großartig ist um wandern zu gehen.
In Rimetea würde ich gerne an einer Wasserstelle meine Flaschen auffüllen. Doch stattdessen finde ich eine Mischung aus Festival und Straßenmarkt.
Zwei große Bühnen sind aufgebaut und in der Gasse stehen viele Buden, die Handwerkskram verkaufen.
Musikalisch gibt es Pop und Traditionell.
Das schaue ich mir kurz an, bevor es weiter geht.
Mittagspause mache ich in einer Felsschlucht, durch welche die Straße führt.
Schwer in Worte zu fassen, was ich empfinde.
Gegen Abend soll nochmal eine Wasserstelle kommen. An der angezeigten Stelle steht zwar eine Art Brunnen, doch das dort zum letzten mal Wasser geholt wurde muss lange her sein.
Die Trinkwasserversorgung habe ich zum Glück zuvor monetär geregelt und kann mich ausreichend versorgt auf die Suche nach einem Nachtlager machen.
Wie in der Slowakei machen es die Einheimischen vor, den Tag über sehe ich immer wieder Zeltlager.
Instinktiv fahre ich an einer passenden Abbiegung Richtung Fluss.
Zelt steht schon.
Also zumindest als Entscheidung, aufbauen darf ich selbstverständlich selbst.
Etwas bleibt erhalten, das Tarp wird drüber gespannt.
In der Nacht soll es anfangen zu regnen und dann kann ich morgen im "trockenen" abbauen.
Waschen mach ich im Fluss und beim Abendessen höre ich die orientalischen Klänge einer Open Air Veranstaltung in der Nähe.
Nachdem dort Ruhe einkehrt, lausche ich noch dem Konzert der Frösche und schlafe ein.
Song des Tages:
Dirty Shirt - Dope-a-min (Rumänische Kapelle)
