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Aufenthalt im Süd Pantanal (Zusammenfassung)

Veröffentlicht: 11.06.2022

Unser Flug um 5:50 Uhr wurde ebenfalls wegen Nebel gestrichen. Man hatte uns einen am späten Nachmittag angeboten in der Hoffnung, dass das Wetter bis dahin besser wird. Wir wurden zurück in unser Hotel gefahren. Von dort aus haben wir die Abflüge beobachtet. Tatsächlich gingen am Mittag wieder Flüge und wir konnten ruhigen Gewissens zum Flughafen fahren. Daniela standen die Tränen in den Augen, als tatsächlich unser Flugzeug am Gate stand. Da man in Brasilien so gut wie keine Direktverbindungen bekommt, haben wir immer einen Zwischenstop. Somit hatten wir zwei Flüge vor uns. Wie soll ich mich jetzt ausdrücken, wenn ich diese beiden Flüge beschreibe? Kurz und knapp: ich dachte wir stürzen ab :-(! Die Turbulenzen auf beiden Flügen waren ein Alptraum und ich den Tränen nahe. Zum Glück sind wir aber heile in Campo Grande gelandet. Fix und fertig sind wir nur noch in unser Hotel und haben geschlafen. 

Am nächsten Morgen wollten wir mit einer schönen warmen Dusche in den Tag starten, da die Temperaturen noch zu wünschen übrig ließen. Daraus wurde aber leider nichts, da nur kaltes Wasser möglich war, sobald man mehr als drei Tropfen Wasser haben wollte. Nun gut, dann eben beim Frühstück mit einem schönen heißen Getränk aufwärmen. Wir standen dann noch draußen vor unserem Hotel und tranken eine Tasse Kaffee, als plötzlich zwei gelbblaue Hyazinth-Aras über uns hinweg flogen. Unglaublich, ich hätte fast meinen Kaffee ausgespuckt. Die Tiere in der freien Natur zu erleben ist GIGANTISCH. Die Beiden haben sich auf einem Palmwedel niedergelassen und mega laut gekrächzt. Ich fand das soooooo klasse.

Kurze Zeit später wurden wir von einem Minivan abgeholt Richtung Süd-Pantanal. Vielleicht mal kurz zum Pantanal. Das ist eine Gegend in der 600 verschiedene Vogelarten sowie der Jaguar leben sollen. Die Fahrt dauerte satte vier Stunden. Während der Fahrt haben wie schon so viele Tiere gesehen. Das war fantastisch. Immer wieder flogen Tucane, Aras oder andere bunte Vögel umher. An einem See lagen mehrere Kaimane in der Sonne und wir konnten problemlos zu ihnen gehen. Die Gegend war auch total abwechslungsreich und sehr interessant. Wir konnten sie nichts uns Bekanntem zuordnen- wie eine Mischung aus savannenartigen Bäumen gepaart mit Palmen und Schilf. Dann wieder Weideland, Sandabschnitte und einige Bergketten. Ich konnte meine Augen gar nicht vom Fenster lösen :-). Am Nachmittag hatten wir endlich unsere Lodge erreicht. Schon bei der Begrüßung konnte man zig Aras und andere bunte Vögel im Bereich der Lodge sehen. Wir waren beeindruckt. Als erstes stand Piranhafischen auf dem Programm. Geködert wurden diese mit rohem Rinderfleisch. Ein Guide hatte einen Piranha geangelt. Die Zähnchen sahen schon unheimlich aus. Der Fisch wurde uns abends beim Essen serviert. Daniela fand ihn sehr lecker.

Als es anfing zu dämmern sind wir mit dem Boot den Fluss entlang gefahren. In der Hoffnung, einen Jaguar am Ufer zu sehen. Als die Sonne komplett unter gegangen war, hat der Guide mit einem riesigen Spott das Ufer abgesucht. Danielas Tauchtaschenlampe kam dabei auch zum Einsatz und hat gute Dienste geleistet. Immer wieder konnte man von den Kaimanen die orangen Augen im Wasser sehen. Die sahen aus wie kleine Teufelchen. Einen Capivara und einen riesen großen Iguana haben wir noch gesichtet, sowie unendlich viele Glühwürmchen, die am Ufer umher tanzten. Als wir von der Bootstour zurückkamen, war mir so kalt, dass meine Zähne aufeinander klapperten. Ich bin ins Zimmer gerannt und wollte nur noch heiß duschen. Ja von wegen, es kam nur eisig kaltes Wasser aus dem Duschkopf. Ich fühlte mich schon schockgefrostet. Zum Glück gab es aber einen starken Fön. Mit dem habe ich mich bestimmt 30. Minuten gewärmt. Daniela griff zu radikaleren Mitteln und hat sich einen großen Tequila reingepfiffen- mit Erfolg: danach war ihr pudelwarm ;-) Für die Nacht stellte sie die Klimaanlage zum Wärmen auf 30 Grad und ich habe (fast) alles angezogen, was der Koffer hergegeben hat. Mit dicken Socken und einer Mütze auf dem Kopf bin ich ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen ging es auf Jeepsafari mit einem 1 1/2 Stündigen Dschungelwalk. Trotz guten Wetters waren nicht allzu viele Tiere zu sehen. Aber das war gar nicht schlimm. Die Gruppe war gut drauf und der Guide hat immer wieder interessante Dinge über die Tiere berichtet, die wir entdeckt haben. Der Dschungelwalk war auch gar nicht schlimm für mich, da dort keine Spinnen oder Schlangen waren. Zumindest haben wir keine entdeckt. Dafür stand dann plötzlich eine Wildschweinfamilie vor uns. Die sehen ganz anders aus, als die W.-Schweine in Deutschland. Laut Guide seien diese sehr gefährlich. Die haben auch einen Krach gemacht, da wurde mir schon anders. Sie sind zum Glück ins Gestrüpp gelaufen und haben uns in Ruhe gelassen. Danach folgte ein Weg mit Dornengestrüpp. Immer wieder sind wir hängengeblieben und es tat auch höllisch weh. Der Guide hatte zwar versucht mit seinem Buschmesser den Weg frei zu schlagen, war ihm aber nicht gut gelungen. Zwei Holländerinnen hatten dünne Gymnastik Hosen an und deren Beine waren mit roten Flatschen übersäht. Autsch. 

Als wir wieder bei der Lodge angekommen sind, gab es ein super leckeres Mittagessen. Danach konnte wir uns noch etwas in der Sonne aufwärmen (von der Jeepfahrt waren wir wieder etwas angefrostet) und dann stand für uns schon die Rückreise an. Aufgrund der Flughafensperrung in Foz do Iguazu hatten wir zwei Tage im Pantanal verloren.

Auf dem Weg zurück nach Campo Grande haben wir immer wieder einen Strauß am Wegesrand und auch andere tolle Tiere gesehen. Das Pantanal ist eine beeindruckende Gegend. Für mich war es unbeschreiblich, die Aras in der freien Natur fliegen zu sehen. Allerdings hatten wir beide erwartet, dass es vielleicht Stellen gäbe (Seen, größere Wasserlöcher, spezielle Brutplätze etc.), an denen mehrere Tiere zusammenkommen würden- so mussten wir aber jedes einzeln suchen ;-) Mal schauen, wie es im Amazonasgebiet wird...

Jetzt können wir in unserem Hotel in Campo Grande endlich die langersehnte heiße Dusche genießen... und wir müssen noch die ein oder andere Dorne aus unserer Haut entfernen :-(!

Liebe Grüße von uns Zweien :-) :-)

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Antworten (1)

Gerhard
Tolle Bilder und dazu eine wunderbare Beschreibung. Ich glaube, ich war dabei.