Tag 9 Lofoten-Bodo
Heute wurde ziemlich durchwachsenes Wetter vorhergesagt und so war es auch, es war überwiegend trocken, aber es gab auch immer mal wieder leichte Schauer. Als erstes Stand die...


Veröffentlicht: 26.08.2020
Eigentlich fing der Tag gut an, nach einem guten Frühstück im Radisson musste ich nach einer Lösung für meine Brille schauen. Ein Optiker machte schon um 9:00 Uhr auf, somit fuhr ich direkt hin. Eine freundliche Dame begrüßte mich und fragte mich nach meinem Begehren. Ich erklärte mein Problem und Sie versprach mir eine, zumindest Notlösung zu finden. Gesagt getan nach 20 Minuten kam meine Brille mit einem anderen Bügel der zwar optisch nicht passte aber die Funktion der Brille wieder herstellte. Nach meiner Frage was ich den dafür bezahlen müsste sagte sie lächelnd sie ist froh mir helfen zu können und es würde nichts kosten. Wow, das war echt nett.
Die Fahrt bei Anfangs schönem Wetter war toll, Ich entschied mich daher die Route über die Fjorde zu nehmen anstatt auf der E6 zu fahren. Na ja, da die Strecke heute ziemlich lang war, hätte ich das wohl besser nicht gemacht. Bei der zweiten Fähre musste ich, da am 24. August auf Winterfahrplan umgestellt wurde, fast 3 Stunden warten.
Dafür wurde ich aber mal wieder mit einer kleinen Weltkugel belohnt, sie stand auf einer kleinen Fjordinsel und sagte mir das ich gerade den Polarkreis, dieses mal In südlicher Richtung passiert habe.
Als ich diese Fähre verlassen habe war es schon fast 17:00 Uhr.
Da ich sturer Bock mir aber in den Kopf gesetzt habe heute noch zum Namsen zu fahren zog ich es auch durch. Ankunft 22:30 Uhr, 3 Stunden Starkregen bei 7 Grad Celsius. Was mich aber echt fertig machte war mein Navi, wollte es mir Maut sparen, die Strecke abkürzen oder mich fertig machen? Ich weiß es nicht. Auf der Strecke gab es einige Baustellen die auf kleineren Straßen umfahren werden mussten. Somit hab ich mir auch nichts dabei gedacht als mein Navi das erste mal sagte ich solle links abbiegen. Ich fuhr auf einer abgelegenen Straße, was mich ehrlich gesagt schon gewundert hat. Als ich dann das Schild Schweden geradeaus las legte ich erstmal eine Vollbremsung hin. Nach dem gegenchecken mit dem Handy sah ich die Misere, falsche Richtung. Ich hab es dann nochmals eingegeben und fuhr sage und schreibe 50 km auf teilweiser unbefestigter Straße, oder wie auch immer man das nennt. Nachts, Starkregen und die Kälte, ich konnte kaum sprechen und hab am ganzen Leib vor Kälte gezittert als ich ankam. Was ich fast vergessen hätte zu erwähnen, am Nachmittag habe ich Delphine Am Rande eines Fjords beobachten können, und auf meiner Regenfahrt in der kalten Nacht habe ich zwei Elche am Straßenrand gesehen, dachte zuerst es wären Pferde bis ich das Geweih entdeckte. Bilder konnte ich leider keine machen. Die Delphine waren etwas zu weit weg um mit dem Handy was sinnvolles zu knipsen, die Elche waren mir zu dem Zeitpunkt schlicht und ergreifend Wurst.
Ich muss euch noch kurz erklären was ich hier überhaupt will. Der Namsen ist der König Norwegens unter den Wildlachsflüssen. Die Fangsaison geht nur bis Ende August, dann ist wieder Schluss bis zum Frühjahr. Da ich ja gerne mal die Angelrute schwinge, konnte ich dem hier nicht widerstehen. Nicht das ich je so viele Fische gefangen hätte. Für mich ist das mehr Meditation als Nahrungsbeschaffung.
Meine Familie lacht schon wenn ich mein Angelzeug packe. Das letzte Mal als ich vor ein paar Wochen angeln ging kam ich mit 3 halben Grillhähnchen nach Hause.