Neuseeland - Australien - Hong Kong
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Sonntag, 27.11.2016: Tongariro National Park

Veröffentlicht: 10.12.2016

Der am gestrigen Abend begonnene Dauerregen hält auch heute noch an. Dazu ist es windig und kalt. Heute haben wir eigentlich geplant, die Tageswanderung "Tongariro Alpine Crossing" zu absolvieren, da sie als eine der schönsten Wanderungen Neuseelands und weltweit gilt. Sie führt vorbei an vulkanischen Kratern, wunderschönen Seen, Bergen und Regenwald. Doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung, sodass wir uns ein Alternativprogramm ausdenken müssen. Wir entscheiden uns für eine Tongariro River Rafting Tour. Aber auch dazu wird es nicht kommen. Auf dem Weg dahin passiert unerwartet folgendes:

An der Motorhaube unseres Mietwagens steigt plötzlich dicker, schwarzer Rauch auf. Wir halten sofort an und flüchten aus dem Auto, welches mittlerweile Feuer gefangen hat. Wir denken uns "Gut, dass wir wenigstens Handys dabei haben". Wie im Film haben wir jedoch keinen Empfang, da wir uns mitten im Nationalpark befinden, wo es außer uns weit und breit nichts gibt. Panik macht sich breit. Nun heißt es warten, warten und ähm, joar.. warten, ob vllt. eine Brieftaube vorbei kommt, die Hilfe holen kann oder sich ein reitbares (dt. von reiten) tierisches Lebewesen zu uns verirrt. Als "Alarm für Cobra 11"- Schauer wissen wir, dass feuergefangene Autos auch in die Luft gehen können. Wir halten daher genügend Abstand und schließen eine Wette ab, ob es gleich knallt oder nicht. Mittlerweile geht es um Leben oder Tod. Ich hoffe, dass das Auto explodiert. Vielleicht reicht der Lichtkegel aus, um auf uns aufmerksam zu werden. Abenteuerurlaub in Neuseeland habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich sehe schon vor meinen Augen, wie nach unserem Tod unsere tragische Geschichte als MEGA, MEGA Blockbuster auf Pro7 angekündigt wird. Uns bleibt nichts anderes übrig, als im strömenden Regen die Straße entlang zu laufen. Thanks god, dass wir wenigstens nicht verdursten! Ich schaue mehrmals in die Luft, ob vielleicht ein gelber Engel vorbei fliegt. Aber auch das passiert nicht. In meiner Hosentasche finde ich einen Zettel mit der Aufschrift "Carglass repariert, Carglass tauscht aus" und muss kurz schmunzeln. Ich denke mir, "Hoffentlich Allianz versichert". Generell ganz wichtig: Niemals den Humor verlieren. Dann aber haben wir richtig Glück. Uns nähert sich ein Auto, in dem ein Ranger sitzt, der ein Funkgerät dabei hat und die Feuerwehr alarmiert. Nach dem Löschvorgang ist unser Auto nicht mehr wiederzuerkennen: 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ich schrecke aus meinem Bett auf. Es war alles nur ein Traum :)

Wahrer Hintergrund: Als wir am Vortag spät abends im Dunkeln zu unserem Hostel im Tongariro National Park gefahren sind, sahen wir mit einem mulmigen Gefühl das ausgebrannte Auto am Straßenrand, welches wir heute fotografiert haben. Unser Auto ist natürlich heil geblieben :)


Nun zurück zur Wahrheit. Auf dem Weg zum "White Water Rafting" in Taupo frühstücken wir im stylisch-nostalgischen Cadillac Café. Das Essen ist extrem lecker. Hier ein Bild von Tripadvisor:


Um 14 Uhr geht das Rafting los. Nach der professionellen Einkleidung mit Neoprenanzug, Schuhen und Helm werden die Schlauchboote nach einer 30 min Fahrt ins Wasser gelassen. (Davon gibt es leider keine Bilder, nur Videos). Bei uns kommt es zu einem Frontalzusammenstoß mit einer Felswand und einmal sind wir zwischen 2 großen Steinen hängen geblieben. Das war sehr lustig. Zwischenzeitlich kommt sogar die Sonne raus. Es war das Beste, was wir bei dem bescheidenen Wetter machen konnten. 

Auf dem Weg nach Hause machen wir an einem Supermarkt in der Nähe unseres Backpackers Halt, um ein Abendessen kredenzen zu können. Leider sind wir 3 min zu spät, der Laden hat geschlossen. Wir fahren zum Backpackers, ziehen uns um und treffen gegen 21:30 im 20 min entfernten Nachbarort Ohakune ein. Dort wollen wir in einem schönen Restaurant speisen, aber auch das hat bereits zu. Die Essenssuche im Ort geht weiter. In einer Pizzeria ist noch Licht. Wir fragen nach: "Is it still open?" Die Antwort lautet: "Of course....No!" Auch alles andere hat geschlossen. Wir fahren wieder heim und stellen uns mit ein paar Scheiben Toast zufrieden.



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