Tag 33 - Rückenwind
Die Nacht über stürmte es gewaltig, so dass ich häufig Wachwurde und mir ein wenig Sorgen vor dem kommenden Tag auf dem Rad machte. Nichts ist unangenehmer, als einen ganzen Tag...


Veröffentlicht: 06.03.2017
Wir drei starteten den Tag in Cromwell. Gestern Abend habe ich mit Bryan, der, wie er mir verriet gerne Fahrradmechaniker geworden wäre, mein Fahrrad näher begutachtet. Wir vermuteten auf Grund der Geräusche beim fahren einen kleinen Bruch im Rahmen oder im hinteren Ritzel der Schaltung. Einen Bruch des Rahmens konnten wir glücklicherweise ausschließen. Es war nichts zu finden. Daher steuerten wir einen von Einheimischen empfohlenen Radladen in Clyde an. Das waren gut 30 Kilometer durch das Tal des Clutha Rivers. Beeindruckende Felsformationen ließen einen ersten Vorgeschmack auf den Otago Central Rail Trail zu. Der Besitzer des Fahrradgeschäftes konnte leider nichts genaues feststellen. Mir einem Spezialschlüssel zog er die Pedale und die Kurbel nach. Er meinte, die Kette hätte zu viel Spiel, das Knacken käme wohl von der hinteren Achse oder den Ritzeln. Das müsste er sich genauer angucken, Wartezeit für einen Termin: 10 Tage! Er könne mir nichts garantieren, aber meine avisierte Strecke in den kommenden Tagen sollten wohl mit dem Fahrrad machbar sein. Da es ja auch schon etwas länger so klingt, fuhren wir weiter. Am Ende des Örtchens Clyde gingen die 152 Kilometer bis Middlemarch los. Der Weg überquert einen Pass mit rund 620 Metern Höhe. Dieser Trail gilt als besonders schön und ist recht einfach zu fahren. Wir fuhren rund 30 Kilometer auf dem Trail bis nach Omakau. Hier machten wir für den heutigen Tag Schluss. Den Abend nutze ich um meine nächsten Tage zu planen. Ich buchte mir einen Shuttle von Middlemarch zurück nach Cromwell und dann weiter nach Lake Tekapo. Von dort aus möchte ich den Alps to Ocean fahren. Der Shuttle war nur übermorgen möglich. Ich willigte ein. Dies bedeutete, dass ich morgen rund 125 Kilometer durch wüstenähnliches Gebiet fahren muss. Leider werden sich dann die Wege von mir und den nettem Ehepaar Paula und Bryan trennen, weil sie sich für die Strecke mehr Zeit nehmen wollen. Zum Abschied schenkte mir Bryan einen Anstecker vom Bundesstaat "New Mexico" und beide bekräftigten ihre Einladung in die USA.
