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Der Grund für unseren Abstecher in den kleinen Ort El Maitén ist die sogenannte "Trochita" - der alte Patagonien Express. Eine Schmalspurbahn mit Dampflokomotive, die seit 1922 mit deutschem oder US-amerikanischem Motor unterwegs ist. Immer samstags startet sie von El Maitén ins 55km entfernte "Nirgendwo", wo die Lok dann einmal die Richtung wechselt und wieder zurück fährt. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und planen deshalb schon die vorherigen Tage so, dass wir Samstag in El Maitén sind. Eigentlich wollen wir auch am Sonntag schon weiter nach Esquel, doch da der nächste Bus erst am Dienstag wieder fährt verlängern wir unser Bungalow auf 4 Nächte und verbringen somit etwas mehr Zeit als gedacht in diesem kleinen, ruhigen Örtchen. 

Bevor sich die Lok am Samstag mit viel Dampf und Gehupe zur Abfahrt um 15.30Uhr bereit macht, schauen wir noch durch das Museum und bekommen eine Werkstatt-Führung. Und dann geht es auch schon los. Anders als bei unserer Ankunft am menschenleeren Bahnhof vermutet, fahren wir doch nicht nur zu zweit Zügle sondern teilen uns die Waggons mit ca. 60 weiteren Passagieren (wo auch immer die so plötzlich hergekommen sind..) Lustigerweise sitzen wir genau neben den einzigen anderen deutschen (und vermutlich auch einzigen nicht-südamerikanischen) Touristen und haben somit auch noch etwas Unterhaltung während der Fahrt. Auch wenn es die eigentlich gar nicht bräuchte, die Landschaft ist mal wieder herrlich und so tuckern wir durch Wälder, Wiesen, entlang an Bergen und begeisterten Autofahrern, die unseretwegen auf der Straße anhalten um Fotos von der Trochita zu machen. Am Endbahnhof (ein abgebranntes Haus mitten im Wald) angekommen, können wir aussteigen bis die Lok einmal auf die andere Seite gefahren ist, andockt und uns wieder zurück zieht. Es macht super viel Spaß und am liebsten würden wir die gesamte Strecke bis zu unserem nächsten Ziel (Esquel) fahren, doch leider sind diese Streckenabschnitte noch in Restauration und wie immer fehlt auch hier das Geld, um zügiger voranzukommen. Zurück am Bahnhof in El Maitén laufen wir noch über den Zugfriedhof und besteigen alte Waggons und Loks, die man bei uns wahrscheinlich nur in Museen findet. Als wir zurück Richtung Unterkunft laufen, sind die anderen Touristen und schaulustigen Einwohner auch schon wieder verschwunden und es herrscht Stille im kleinen Ort. Der Zauber ist nun für eine Woche vorbei, bis der Patagonien Express am kommenden Samstag wieder mit viel Dampf und lautem Hupen aus der Werkstatt tuckert und somit Kinder- aber auch allen anderen Dampflok-Fans die Herzen höher schlagen lässt! 


Da wir nun noch zwei weitere Tage haben, nutzen wir die Zeit um uns mal wieder die Beine zu vertreten und Lisa (den wuscheligen Hund der Besitzerin) zu wuscheln und mit ein bisschen mehr Futter als üblich zu verwöhnen. Einen Tag geht es zu einem Wasserfall, mit ein paar interessanten Flussüberquerungen (bei einer davon verabschiedet sich Lisa's Wanderschuh FAST in den reißenden Fluss... naja, auch werfen muss gelernt sein..), doch es geht alles gut aus und wir legen kein ungewolltes Bad ein. Am anderen Tag besteigen wir den Cerro de la Cruz und genießen die Aussicht auf El Maitén und die Berge. Die Sonne meint es mal wieder gut mit uns und so haben wir am Abend mal wieder definitiv genug Vitamin D getankt und können unser persönliches Highlight der Unterkunft in vollen Zügen genießen: Eine Stereoanlage! Wir stöpseln unseren treuen Apfel-Begleiter an und hören nach langer Zeit mal wieder richtig Musik! Das hat uns schon sehr gefehlt. Und so schallen bald die Foo Fighters, Kraftklub, Linkin Park, Muse, Die Toten Hosen, Queen, Depeche Mode, Sum41 und diverse anderen Bands durch das ganze Dorf und wir ziehen uns stundenlang die dazugehörigen Musikvideos rein. Das sollten wir zu Hause auch öfters tun! :)

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