Travel to the MAXimum
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Erst Land, dann Städte - aber immer Spaß!

Veröffentlicht: 08.11.2016

Hallo liebe Leser,

wie angekündigt geht es in meinem Blog weiter mit meinen Erlebnissen im Tongariro National Park, nachdem ich das Alpine Crossing geschafft hatte. Viel Spaß :)

Montag, 17.10.

Morgens musste ich mich leider von fast allen anderen verabschieden, da ich mich entschieden hatte, zwei Tage länger im Nationalpark zu bleiben. Nach dem Frühstück bin ich so erst mal einkaufen gegangen in wahrscheinlich einem der teuersten Supermärkte des Landes (Touristengegend halt). Ursprünglich hatte ich damit geliebäugelt, in der letzten Woche der Saison noch Ski fahren zu gehen, aber der hohe Preis, die schwierige Anfahrt - im National Park Village fahren im Oktober keine Linienbusse, sodass man höchstens hitchhiken kann, um irgendwo hinzukommen - und die Tatsache, dass die Pisten um diese Jahreszeit nur noch sehr kurz sind, haben mich davon abgeschreckt. Stattdessen habe ich eine Wanderung zu einem recht hohen Wasserfall unternommen, die mich mehrere Stunden gekostet hat. Es waren insgesamt glaube ich etwa 12 km, davon mindestens 8 über einen Trampelpfad im Wald, auf dem es nicht nur irre matschig war, sondern auch noch die ganze Zeit bergauf oder -ab ging. Flachstücke waren absolute Fehlanzeige. Der Wasserfall war, genau wie ein Aussichtspunkt auf halber Strecke, aber doch sehenswert, auch wenn ich nicht besonders nah dran konnte. Blöd war, dass ich mir an einer Baumwurzel meinen einen Schuh beschädigt habe, weil ich daran hängen geblieben war. Ziemlich erschöpft bin ich dann im Hostel angekommen und habe mich nach dem Duschen vor den Fernseher gesetzt und ein paar Quizshows geguckt. Ich war übrigens, zusammen mit einem älteren Mann, der zum Skifahren dort war, der einzige Hostelgast an diesem Tag. Zu Abend habe ich ziemlich spät gegessen und bin früh ins Bett gegangen.

Dienstag, 18.10.

Nachdem ich mit dem ersten Stray-Bus das Crossing gemacht hatte, bin ich früh morgens auf den nächsten aufgesprungen und habe diesmal die Tour für diejenigen mitgemacht, die nicht am Crossing teilnehmen. Wir waren insgesamt gerade mal acht Leute. Als erstes ging es zu einem Herr-der-Ringe-Aussichtspunkt kurz vor der Gondel von Mt. Ruapehu und dann zu eben dieser Gondel, mit der wir aber nicht gefahren sind. Mt. Ruapehu ist der höchste Berg im Nationalpark und der, der auch zum Skifahren genutzt wird. Wir haben uns dann an der Talstation aufgehalten und mit den kleinen Schneeresten, die dort zu finden waren, eine kleine Schneeballschlacht veranstaltet. Danach ging es ins größte Dorf des Nationalparks Whakapapa, genauer gesagt zur i-Site. Dort gibt es eine Ausstellung über die Vulkane des Nationalparks und einheimische Tiere wie den Kiwi. Anschließend haben wir den Mangawhero-Wasserfall besucht, auch bekannt als Gollums Wasserfall. Es war schön, noch einen Filmschauplatz zu sehen, aber sonderlich speziell oder beeindruckend war der Wasserfall jetzt nicht. Er lebt halt von seiner Geschichte. Von dort aus haben wir den Weg zum Hostel angetreten und zunächst Tischtennis gespielt, bevor wir, da das Wetter immer besser wurde, auf die Wiese gegangen sind und uns vor der Kulisse von Mt. Ruapehu die Zeit mit ein paar lustigen sportlichen Aktivitäten verbracht haben. Zuerst haben fast alle von uns Slacklining ausprobiert, was höllisch schwierig ist. Es ist so was wie Seiltanzen, nur natürlich nicht so hoch. Mit Abstützen habe ich es geschafft, die Leine vor- und rückwärts entlang zu gehen. Ohne Hilfe ging NICHTS :D Unser Busfahrer war der einzige, der es gut hinbekommen hat. Später haben wir noch jongliert, wobei ich das jetzt zumindest Ansatzweise kann (ist reine Übungssache) und dann mit der ganzen Gruppe ein paar Akrobatik-Nummern vollführt, wie z.B. menschliche Pyramiden. Nachdem dann am späten Nachmittag die "Alpine Crosser" im Hostel eingetroffen waren, bin ich noch mit einer größeren Gruppe im Pub essen gegangen. Dabei musste ich leider erfahren, dass beim Crossing diesmal absolutes Traumwetter geherrscht hatte und auch kaum noch Schnee gelegen hatte. Schlechtes Timing ;) Dafür war aber das Essen sehr lecker und vor allem sehr viel.

Mittwoch, 19.10.

Die meiste Zeit ist an diesem Tag für die Fahrt nach Wellington drauf gegangen. Zwischendurch gab es aber zwei nennenswerte Stops. Der erste wurde für das so genannte Gumboot Throwing eingelegt. Das Spiel ist denkbar einfach. Man muss einen Gummistiefel so weit werfen wie möglich. Da ich nie gut werfen konnte, habe ich mir keine großen Hoffnungen gemacht. Aber zumindest hatte ich mit ca. 25 m den viert- oder fünftweitesten Wurf, war also nicht ganz so schlecht, wie ich erwartet hatte. Zum Sieger haben dann aber doch noch knapp 20 m gefehlt. Es waren aber auch ein paar Slapstick-Einlagen zu sehen, die ziemlich witzig waren. Manche haben den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen verpasst, sodass ein paar Stiefel nach hinten, zur Seite oder direkt auf den Boden geflogen sind. Das ist mir zum Glück nicht passiert ;) Später waren wir noch auf einem Spielplatz für Erwachsene mit Zipline, Kletterlandschaft, Rutschen, Hamsterrad, Schaukeln und "Fitnessstudio". Nipper, unser Busfahrer, hatte uns herausgefordert, ein "kreatives" Gruppenfoto zu machen, und allen beteiligten dafür abends einen Shot auszugeben. Also haben wir alle in der Kletterlandschaft Stellung bezogen und einige ausgefallene Posen gezeigt, womit wir Nipper beeindrucken konnten. Am späten Nachmittag waren wir dann in Wellington angekommen. Da wir nur 2 Stunden Zeit hatten, konnten wir nicht viel machen. Ich habe die Zeit genutzt, um zum höchsten Punkt der Stadt, dem Mt Victoria, zu wandern. Bei schönem Wetter - leider war es etwas windig, aber der Himmel war blau - hatte ich eine weite und tolle Aussicht über Wellington sowie das angrenzende Meer. Von oben betrachtet finde ich Wellington, was die Architektur angeht, schöner als Auckland. Als ich wieder im Hostel angekommen war, ging es direkt zu einem Beer-Pong-Turnier in der Blend Bar. Stray war mit sechs Teams vertreten (jeweils zwei Spieler). Ich selbst war einer derjenigen, die sich auf das Zuschauen und Anfeuern beschränkt haben, was auch gut geklappt hat. Hätte es einen Preis für die beste Stimmung gegeben, hätte unsere Gruppe den todsicher bekommen ;) Teilweise hat mich das ziemlich an die Atmosphäre bei Dart-Spielen erinnert. Immer, wenn unsere Teams am Zug waren, wurden sie frenetisch angefeuert und jeder Treffer wurde euphorisch bejubelt. Genützt hat es aber nichts. Die letzten beiden verbliebenen Stray-Teams sind leider im Halbfinale ausgeschieden, nachdem sich ihre Gegner nicht von der Kulisse beeindrucken ließen und ein kleines bisschen zu stark waren. Somit musste das Finale ohne unsere Beteiligung stattfinden. Unserer Laune hat das aber natürlich keinen Abbruch getan. Wir haben unsere versprochenen Shots bekommen und anschließend richtig gefeiert. Wie die meisten von uns habe ich dann auch ziemlich schnell angefangen zu tanzen, während echte Party-Songs gespielt wurden wie z.B. YMCA, Boom Boom Boom Boom, Girls just wanna have fun oder Wannabe. Die Stimmung war ausgelassen, aber betrunken war keiner von uns. Leider hat die Bar dann schon um 23:00 geschlossen.

Donnerstag, 20.10.

Im frühen Morgengrauen galt es für mich, wieder zurück nach Auckland aufzubrechen. Die Fahrt dauerte gute 11 Stunden. Leider waren die Sitze nicht sonderlich bequem, sodass ich froh war, dass wir immer mal wieder Zwischenstopps eingelegt haben, bei denen man sich mal bewegen konnte. Mit Schlafen hat es auch nicht wirklich geklappt. Die Zeit haben wir uns, zumindest in der zweiten Hälfte der Fahrt mit zwei Filmen vertrieben. Cinderella Man und Alien vs. Predator, wobei wir bei letzterem kurz vor dem Höhepunkt in Auckland angekommen waren und ich bis heute nicht weiß, wie der Film endet.

Freitag, 21.10.

Dieser Tag lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Zoo. Ich bin morgens noch in einige Geschäfte gegangen, da ich mal wieder ein paar Kleinigkeiten reparieren lassen musste, so wie meinen Schuh oder meine Hose, bevor ich dann vormittags in Richtung Zoo aufgebrochen und dort den ganzen Nachmittag über auch geblieben bin. Natürlich gibt es auch im Auckland Zoo Tiere aus der ganzen Welt zu sehen. Ein paar neue Tierarten waren für mich dabei, aber die meisten hatte ich schon mal gesehen. Gefreut hat mich vor allem, dass ich zum ersten Mal live einen Kiwi gesehen habe. Die Tiere sind ja nachtaktiv und müssen deswegen die ganze Zeit in einem abgedunkelten Gebäude bleiben, das nur mit Infrarotlampen beleuchtet ist. Ansonsten waren meine persönlichen Stars die Pinguine, die, obwohl sie ausgewachsen sind, sehr klein und super süß sind :) Ich war gerade dort, als sie gefüttert wurden, und hätte noch ewig an ihrem Gehege bleiben können. Absolut beeindruckend fand ich die riesigen Galapagosschildkröten. Das sind die größten Landschildkröten der Welt. Sie sind einfach gigantisch, wobei sie sich auch in Super-Zeitlupe bewegen. Auch bei ihnen habe ich die Fütterung gesehen und außerdem noch eine Flugshow der Aras direkt daneben. Sonst fand ich noch die kleinen Goldaffen spektkulär, die die ganze Zeit wie die Verrückten im Gehege rumgesprungen sind und offenbar ziemlich viel Spaß hatten. In dem selben Gehege waren auch noch zwei Capybaras und die waren die Ruhe selbst, so als würde es sie überhaupt nichts angehen, was um sie herum so abgeht :D Insgesamt ist der Zoo sehr schön eingerichtet, mit großen Gehegen und vielfältiger Ausstattung, gerade bei den Affen.

Samstag, 22.10.

Der Samstag war eigentlich vor meiner Reise der einzige, der bereits teilweise verplant war, zumindest abends. Dazu gleich mehr. Nachdem ich meinen Laptop abholen wollte, der aber leider noch nicht ganz fertig war, bin ich von dem Reparaturladen aus direkt zum One Tree Hill gegangen, der fast genau so hoch ist wie Mt Eden. Vom Fuße des Berges geht es vorbei an grünen Wiesen und jeder Menge Schafe relativ steil bergauf, und oben auf dem Gipfel wird man mit einer weiten Aussicht belohnt. Diese Aussicht ist ganz anders als die von Mt Eden aus, da dieser viel näher an Auckland City liegt, sodass man vom One Tree Hill aus deutlich mehr Natur sieht. Leider war es oben wahnsinnig stürmisch, sodass man wirklich aufpassen musste, nicht weggeweht zu werden. Auf dem Gipfel gibt es übrigens ein Grab und eine dreieckige, hohe Säule als Denkmal für die begrabene Person, deren Namen ich leider schon wieder vergessen habe. Danach bin ich zurück ins Hostel gefahren und habe mich vorbereitet auf eines der absoluten Highlights der bisherigen Reise, den Besuch des Rugby-Länderspiels zwischen Neuseeland und Australien um den Bledisloe Cup im Eden Park, dem größten Stadion des Landes, das natürlich mit 50.000 Zuschauern restlos ausverkauft war. Natürlich bin ich zu Ehren der All Blacks, der neuseeländischen Nationalmannschaft, in schwarz gekleidet ins Stadion gegangen. Nachdem ich von meinem Sitzplatz am linken Rand der Haupttribüne, genau auf Höhe des linken Tores, noch die letzten Minuten eines Frauen-Länderspiels (NZL-AUS), das die All Blacks haushoch dominiert haben, sowie das Aufwärmprogramm der beiden Teams gesehen hatte, hat sich der Eden Park in den letzten 20 Minuten vor dem Anpfiff rasend schnell gefüllt. Eine Trennung zwischen Heim- und Gästefanblocks gibt es im Rugby übrigens nicht. Dann wurde es zum ersten Mal richtig emotional, als das ganze Stadion stand und, nachdem Advance Australia Fair für die "Wallabies" (Spitzname der australischen Mannschaft) erklungen war, von mindestens 49000 Zuschauern - es waren ja ein paar Australier und Touristen im Publikum - die neuseeländische Nationalhymne, God Defend New Zealand, gesungen wurde, wobei die Hymne zweisprachig ist. Die erste Strophe wird auf Maori gesungen, die zweite auf Englisch. Dann kam ein echter Gänsehaut-Moment mit dem weltberühmten Haka der All Blacks, der einfach beeindruckend war. Bevor ich zum Spielgeschehen komme, erkläre ich ganz kurz die wichtigsten Regeln. Grundsätzlich kann man im Rugby auf vier verschiedene Arten punkten. Die wertvollste ist der Try (5 Punkte, ähnlich dem Touchdown im Football). Hierbei muss der Ball von einem Spieler in der Zone hinter dem gegnerischen Tor auf den Boden befördert werden. Nach jedem Try gibt es die Möglichkeit, mit einem Kick, der Conversion genannt wird, 2 weitere Punkte zu erzielen. Jeweils 3 Punkte gibt es für einen Penalty Kick (entspricht einem Freistoß im Fußball) und einen Dropkick aus dem Spiel heraus. Bei den Kicks muss man den Ball zwischen die beiden Längs- und über die Querstange des Tores schießen. Der Ball wird durch Werfen oder Kicken gepasst, wobei er nur nach hinten geworfen, aber nach vorne gekickt werden darf. Bei Unterbrechungen wird das Spiel entweder mit einem Gedränge (auf dem Feld) oder mit einer Gasse (entspricht dem Einwurf, nachdem der Ball das Spielfeld verlassen hat) fortgesetzt. Jetzt zum Spielverlauf. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnten die All Blacks sich zweimal über die Außenbahnen zu einem Try duchkombinieren und so mit 10:0 davonziehen, wobei die Chance zur Conversion jeweils vergeben wurde. Die Stimmung im Stadion war natürlich grandios. Nachdem die Wallabies mit einem Try und anschließender Conversion auf 10:7 verkürzen konnten, wurde mit dem dritten Try der All Blacks der Halbzeitstand von 15:7 hergestellt. Nach der Pause waren die Wallabies dann am Drücker und konnten nach einem Penalty Kick sowie einem Try sogar das vermeintliche 15:15 zu erzielen, allerdings wurden die 5 Punkte für den Try nach Verwendung des Video-Beweises, der erfreulicherweise in dieser Sportart fest etabliert ist, aberkannt, da es eine Obstruction (vergleichbar mit Sperren ohne Ball im Fußball) durch einen anderen australischen Spieler, der nicht am Ball war, gegeben hatte. Mitten in die Druckphase des Gegners hinein konnten die All Blacks dann einen Konter setzen, der, direkt vor meiner Tribüne, zum 20:10 verwertet werden konnte und durch die Conversion zum 22:10 wurde. Bis zum Ende konnten sie dann noch einen Penalty Kick sowie zwei weitere Tries, einer davon mit Conversion, verbuchen und sich so letztlich souverän mit 37:10 durchsetzen. Die Stimmung war wie gesagt fantastisch. Fangesänge gab es zwar bis auf ein zaghaftes "Go All Blacks" nicht, dafür wurde jede Aktion auf dem Platz lautstark kommentiert. Zwischendurch ist auch immer mal wieder eine "Laola" durch das Stadion geschwappt. Insgesamt war das Spiel die 90 NZD Eintritt mehr als wert. Wer nach Neuseeland fliegt und kein Rugby-Spiel im Stadion sieht, hat definitiv was verpasst. Das muss man einfach erlebt haben. Im Übrigen gefällt mir Rugby als Sportart sehr gut. Mit dem Zug, der natürlich bis oben hin voll war, bin ich dann zurück ins Zentrum gefahren und war um 23:15 im Hostel.

Sonntag, 23. Oktober

Vormittags habe ich mich mal wieder ins Museum aufgemacht. Diesmal habe ich mir das mittlere Stockwerk angeschaut, in dem es um die Vulkane in Neuseeland sowie die Tierwelt geht. Dazu gab es noch etwas asiatische Kunst zu sehen, hauptsächlich Porzellan. Nach der Schließung des Museums bin ich noch ein bisschen auf dem Gelände geblieben, um die schöne Aussicht zu genießen und danach noch was im Park spazieren gegangen.

Im nächsten Bericht erzähle und zeige ich euch dann, was ich so im hohen Norden des Landes erlebt habe. Freut euch drauf!

Bis bald,

euer Max

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