Maria-und-Geralds-Reiseblog
Maria-und-Geralds-Reiseblog
vakantio.de/maria-und-geralds-reiseblog
Zuletzt in Mexiko-Stadt

Die Wüsten des Südens & Lima (Peru)

Veröffentlicht: 28.09.2023

1.830 Kilometer mit dem Bus durch den Süden von Peru:


Unsere erste Station war Arequipa, auch die weiße Stadt genannt, denn viele der Gebäude waren aus einem weißen, vulkanischen Gestein erbaut worden. Diese Region ist generell sehr vulkanisch geprägt, somit kann man von den Gassen der Stadt stets den großen Misti Vulkan sehen wie er über allem thront. Nicht weit von Arequipa entfernt gibt es eine Besonderheit zu sehen, den Colca Canyon. Mit stellenweise bis zu 3.300m Tiefe, gehört er zu den tiefsten Canyons der Welt. Im Zuge einer zweitägigen Tour wanderten wir einmal hinunter, den Colca Fluss entlang, übernachteten in einer Oase und am nächsten Tag während der Morgendämmerung wieder hinauf. Der Canyon erzeugt sein eigenes Klima, somit kann es extrem heiß und drückend werden (bis zu 45Grad), was den Abstieg zu einer Herausforderung machte. Diese extremen Temperaturen erzeugen thermische Aufwinde, was den Colca Canyon zum perfekten Ort für Kondore macht. Neben dem Albatros zählt der Andenkondor zu den größten Vögeln der Welt, mit einer Spannweite von über 3 m. Es war unglaublich dieses majestätische Tier hautnah in freier Wildbahn erleben zu dürfen.

Nach dieser Wanderung gönnten wir uns etwas Ruhe, wir blieben noch für eine knappe Woche in Arequipa, wo wir durch die netten Gassen schlenderten und die guten Cafés genossen oder meistens einfach nur bei einem selbst gekochten Essen im Garten unserer Unterkunft entspannten.


Weiter ging es mit dem Nachtbus nördlich nach Nazca, einer staubigen Wüstenstadt. Diese Stadt existierte hauptsächlich aufgrund von Gold- und Silberminen in der Umgebung. Jedoch gab es hier auch etwas sehr besonders zu sehen. Eine alte, längst verschwundene Kultur (die Nazca-Kultur) hatte uns gewaltige Zeichnungen auf dem Nazca-Plateau hinterlassen, welche nur aus der Luft zu erkennen sind. Kilometer lange, schnurgerade Linien oder geometrische Strukturen durchzogen die Landschaft und dazwischen konnte man immer wieder Figuren von meistens Tieren (auch viele hundert Meter groß) erkennen. Niemand weis wie die Nazca diese Bilder erschaffen hatten, wenn sie vom Boden aus ja nicht zu sehen sind oder warum. Eines der vielen Rätsel die wir hier erleben dürfen. Um dieses Meisterwerk in seiner ganzen Pracht sehen zu können, unternahmen wir einen Flug über das Plateau in einer kleinen Propellermaschine, was ein Erlebnis für sich war.


Von Nazca aus fuhren wir (natürlich mit dem Bus) in die nächste größere Wüstenstadt, Ica. Das Besondere dort war, dass die Stadt gleich an eine große Sandwüste (desierto de ica) anschließt. So wie es sich für eine anständige Wüste gehört gibt es dort auch eine Oase, genannt Huacachina und das war unser Ziel. Es war wieder einmal eine einzigartige und spektakuläre Natur die man dort erleben konnte. Riesige, hunderte Meter hohe Sanddünen lagen gleich in der Nähe der Oase. Wir wanderten etwas durch die Wüste und genossen traumhafte Sonnenuntergänge von den großen Dünen, auch mit dem ein oder anderen Bierchen.


Bevor wir in die Hauptstadt (Lima) kamen, legten wir noch einen Stopp an der Pazifikküste in Paracas ein. Der Ort an sich lebt nur vom Tourismus und vom Fischfang und da gerade die Nebensaison war, war es auch sehr ruhig hier. Der Grund für unseren Besuch waren die Islas Ballestas, eine Inselgruppe vor der Küste wo man zusätzlich zu einer großen Glyphe im Sand (auch von einer längst vergangenen Kultur) viele verschiedene Arten von Meeresbewohner sehen kann. Die fischreichen Gewässer ziehen große und kleine Tiere an. Wir sahen tausende von Seevögeln unter anderen die großen Pelikane, auch ein paar Arten von Pinguinen mischten sich darunter. Hier ansässig lebten auch große Kolonien von Seelöwen und Robben, die sehr neugierig um unser Boot schwammen oder faul auf den Steinen ein Schläfchen hielten. Wenn sich irgendwo Fischschwärme aufhalten sind meist Delfine nicht weit und wir hatten sogar das Glück einen großen Wal sehen zu dürfen.


Nun ging unser Aufenthalt in Peru langsam zu Ende und nach insgesamt 4 Monaten in diesem Land, konnten wir natürlich nicht abreisen ohne die Hauptstadt gesehen zu haben. Somit kamen wir am 22ten September nach Lima, eine riesige Stadt mit über 9,7 Millionen Einwohner und auch an der Küste des Pazifik gelegen. Die Bezirke nahe dem Meer wie Miraflores und Barranco, waren sehr modern, westlich geprägt und sicher. Es gefiel uns hier sehr gut. Die Küstenlinie von Lima lag erhöht auf großen, schwarzen Klippen wodurch man einen tollen Blick über den Ozean hatte. Die Bewohner dieser Bezirke waren sehr sportlich und am Morgen gesellten wir uns zu den vielen Läufern, welche oben an den Klippen auf schön angelegten Wegen rannten. Weit bekannter als für gute Laufstrecken ist Lima für das Surfen. Jeden Tag war das Meer voll mit Surfern, von Profis bis Anfänger, hier ist für jeden etwas dabei. Jedoch ist das Wasser arsch kalt und fordert Überwindung sich in die Wellen zu schmeißen. Lima hat auch kulinarisch sehr viel zu bieten. Einige der besten Restaurants der Welt sind hier. Es gibt auch eine lokale Besonderheit die Nikkei-Restaurants. Eine Peruanisch-Japanische Fusionsküche, die leckere japanische Gerichte mit typisch peruanischen Zutaten vereint.


Nun endet (vorerst) unsere Reise in Südamerika und wir werden nach Mittelamerika fliegen. Jedes Land war unglaublich schön und hat seinen ganz eigenen Charm. Peru jedoch ist uns von allen am meisten ans Herz gewachsen. Mit seiner beeindruckenden Vielfalt hat es alles zu bieten was wir uns gewünscht hatten. Vom großen Amazonas Regenwald über eisige Gipfel der Anden in die Wüsten der Küstenregionen. Die Menschen sind äußerst herzlich und freundlich zu Touristen. Zusätzlich hat das Land eine reiche Kultur und Geschichte. Also von Allem etwas. 

Maria-und-Geralds-ReiseblogFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten

Peru
Reiseberichte Peru