Marc El Viajero
Marc El Viajero
vakantio.de/marcelviajero

La Antigua Guatemala

Veröffentlicht: 30.09.2018

Dass ich etwas länger in Antigua bleiben würde war klar, denn meine Bank musste mir eine neue EC-Karte schicken, weil die alte wegen Skimming gesperrt wurde (wovon ich allerdings nichts mit bekam). Das dauerte acht Tage, war aber ganz im Ordnung, denn ständig weiter zu ziehen und an einem anderen Ort zu schlafen ist mit der Zeit wirklich anstrengend. Ausserdem ist die Stadt hübsch und es gibt einiges zu tun hier. Zum Beispiel Vulkane zu besteigen...


Der Reihe nach: In Guatemala gibt es drei aktive Vulkane. Den Santiaguito hab ich in Xela schon gesehen und die anderen beiden, Pacaya und Fuego sind in der Umgebung von Antigua. Der Fuego war erst im Juni ausgebrochen, wobei durch die Lava- und Gerölllawine über 160 Menschen ums leben kamen, etliche werden noch vermisst. Deshalb war auch lange nicht klar, ob ich überhaupt hierher kommen könnte. Doch die Stadt selber war nur am Rande betroffen (vom Ascheregen) und die Leute sind froh, wenn die Touristen wieder kommen, weil viele davon abhängig sind.

Die ersten Tage erkundete ich die Stadt. Diese ist eine sehr schön erhaltene Kolonialstadt. Am Fusse des Vulkanes Agua gelegen war sie sogar einst die Hauptstadt Zentralamerikas für die Spanier. Aber weil sie mehrfach durch Vulkanausbrüche und vor allem Erdbeben zerstört wurde, wurde entschieden die Hauptstadt im heutigen Guatemala Stadt neu anzusiedeln. Die Stadt wurde denoch immer wieder aufgebaut. Heute zeugen aber noch etliche Kirchenruinen in der ganzen Stadt von den Katastrophen. Eine davon ist diejenige des Klosters San Francisco, dem Haptquartier der Franziskaner. Zwischen den Trümmern wurden schöne Blumengärten angelegt.

Der erste Ausflug ging früh Morgens zum Vulkan Pacaya, der momentan ebefalls ausbricht, jedoch ohne grosse Eruption sondern durch Lava die austritt und die Hänge herunter strömt. An diesem Morgen passierte jedoch nicht sehr viel. Einig Lavablöcke rollten den Berg runter und man sah einige Stellen wo die Lava an den Seitenflanken des Berges austritt. Für die meisten der Touristen war dies aber egal. Ihr Höhepunkt der Tour war es, Marshmallows über den heissen Lavaströmen zu braten. Nicht ganz zufrieden ging es für mich  wieder zurück nach Antigua.

Aber das nächste Highlight stand schon an, nämlich die Besteigung des 3975m hohen Vulkan Acatenango, direkt neben dem Fuego. Da dies die Hauptatraktion der Gegend ist und entsprechend oft gebucht wird, sind die Zelte für die Übernachtung auf ca. 3500m.ü.M bereits fest installiert. Wir hatten Glück, der Aufstieg erfolgte in den Wolken, die sich hier üblicherweise am Nachmittag bilden. Kaum im Lager angekommen begann es zu regnen.
Auf den Sonnenuntergang wurde das Wetter aber besser und man sah auf die Nachbarvulkane Fuego und Agua im wunderbaren Abendrot. Vor dem grossen Ausbruch im Juni hat der Fuego praktisch jede Nacht Lava in den Nachthimmel geschossen, seither ist der Druck aber weg und es gibt nur noch ab und zu kleinere Rauch- und Ascheeruptionen. Früh ging es dann ins Bett, denn auch hier wollten wir zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein.
Um 4:00Uhr gings los, um eine Stunde später auf dem Gipfel anzukommen. Leider hatte es ein paar Wolken am Horizont, der Sonnenaufgang mit dem konisch geformten Vulkan Agua im Vordergrund war trotzdem sehr schön. Und andere Reisende haben berichtet, bei ihnen sei es gar komplett bewölkt gewesen sein. So gesehen haben wir ja Glück gehabt 😄 Nach dem Abstieg und dem Frühstück im Basislager gings zurück nach Antigua, wo ich die nächsten Tage zur Erholung und weiteren Stadtbesichtigung nutzte.

Weil aber meine EC-Karte immer noch nicht da war und ich ja mit meiner Expedition zum Pacaya nicht ganz zufrieden war, entschloss ich mich, die Tour nochmals zu machen. Mit ca. 12.- Franken war sie ja auch nicht teuer. Und es hat sich gelohnt. Am späteren Nachmittag und mit Einbruch der Dunkelheit waren die Lavaströme, die jetzt auch viel stärker waren, wunderbar zu sehen. Leider fing es stark an zu regnen, was die Mehrheit der Gruppe motivierte, sich wieder an den Abstieg zu machen. Das ist leider das Problem, wenn man mir irgenwelchen Weicheiern unterwegs ist. Trotzdem war der Anblick fantastisch. Zurück im Dorf angekommen sah man die Ströme ganz klar in der Dunkelheit und die Lava im Krater beleuchtete die Wolken. Damit konnte ich den Pacaya auch im Positiven abhacken.

Und schliesslich kam auch die Bankkarte mit dem Kurrier an und ich konnte mich auf den Weg an die Küste machen um dort ein paar Wellen zu reiten 🏄

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