ludmilas-weltreise
ludmilas-weltreise
vakantio.de/ludmilas-weltreise
Zuletzt in Plowdiw

Auf dem Likian Yolu

Veröffentlicht: 06.11.2020

Freitag, der 16. September:

Heute heißt es nun sehr früh aufstehen. Möchte ich mich doch der ukrainischen Wandergruppe anschließen und den 2365 m hohen Tahtali besteigen. Es ist 5.30 Uhr, als ich mich aus meinem kleinen Zelt herauspelle. Die Sterne stehen noch am Himmel. Bis ich alles abgebaut und eingepackt habe, vergeht eine Stunde. Punkt halb sieben gehe ich bepackt mit meinen 15 kg Gepäck zu meinen Wanderfreunden. Sie sind schon startklar und marschieren ohne Gepäck mit ihren Wanderstöcken in eiligem Tempo hintereinander steil den Berg hinauf. Mir ist sehr bald klar, dass ich ihnen unmöglich in diesem Tempo folgen kann. Ich verabschiede mich von ihnen und nehme einen anderen Weg. Mein Freund Ramasan hat mir gestern den Weg erklärt...der Straße bis zum Ende folgen, dann etwa 600 Meter geradeaus, dort kann ich meinen Rucksack ablegen und dann ohne Gepäck auf den Berg steigen. Ich folge der Straße stetig bergauf, bis ich an einem kleinen Imbisstand vorbeikomme, an dem ich keine Menschenseele antreffe. Die Straße führt mich nun wieder bergab, immer weiter weg von meinem Ziel. Das kann nun aber nicht mehr die richtige Richtung sein. 😳 Eine Weile muss ich noch laufen, bis ich hier eine Internetverbindung  bekomme und den Weg in meiner App finden kann. Oh mein Gott...tatsächlich bin ich hier total falsch. Also gehe ich etwa vier Kilometer wieder zurück. Ich komme erneut an dem Imbisstand vorbei. Diesmal treffe ich Ali und seine Frau an, die Schäferfamilie von gestern. Sie laden mich ein zu einer Tasse Cey (Tee). In Zeichensprache versuche ich ihnen zu erklären, dass ich auf dem Likion Yolu auf den Tahtali wandern möchte. Ali deutet mir, ich solle meinen Rucksack in den Kofferraum seines Autos geben und einsteigen. Er möchte von der Quelle Wasser holen, und so packen wir den Kofferraum noch mit leeren Kanistern voll. Ali fährt ein gutes Stück auf der nicht befestigten Straße und hält an. Er deutet mir zu ein paar Felsen hinüber, da würde ich den Likian Yolu finden. Ich bin überglücklich, endlich den Wanderweg gefunden zu haben. Ein schmaler Weg schlängelt sich durch Felsen und Büsche...in einigen Abständen kann ich die rotweisse Markierung entdecken. Endlich! Jetzt ist alles ganz einfach...nur noch den Zeichen folgen. Ich komme auf eine Lichtung, und vor mir erstreckt sich der Berg mit seinem Felsgestein. Ich stehe wieder einmal vor einem Rätsel. Welche Richtung soll ich einschlagen? Wegmarkierungen kann ich nicht mehr finden. Ich beschließe geradewegs den Berg hinaufzusteigen. Es ist sehr mühsam, denn es gibt keinen richtigen Weg. Ich muss aufpassen, dass ich auf dem lockeren Gestein nicht ins Rutschen komme. Der ganze Berg besteht bald nur noch aus Felsen und Steinen. Endlich finde ich einen etwas breiteren Weg, es geht steil bergauf. So wie ich es sehe, gibt es hier keine Möglichkeit, den Rucksack am Fuße des Berges abzulegen. Es ist heiß, die Sonne steht jetzt hoch am Himmel. Ich lege einen langen steinigen Weg bis zum Gipfel des Tahtali zurück. Endlich angekommen, gibt es hier ein Restaurant. Die Seilbahn bringt viele Touristen hier hoch. Ich stille meinen Durst und lade mein Handy, dann mache ich mich für den Abstieg bereit. Diesesmal nehme ich eine andere Route, denn ich habe meinem Freund Ramasan versprochen, ihn heute Nachmittag in seinem Restaurant zu besuchen. Mit Einbruch der Dunkelheit komme ich endlich dort an. Nach 12 Stunden auf den Beinen tut mir so ziemlich alles weh😳. Nach einer heißen Dusche ist die Welt wieder in Ordnung. Ich beschließe, den Tag morgen eine Ruhepause einzulegen und den Tag morgen hier zu verbringen. Schließlich will ich meinen ersten Fernwanderweg langsam angehen.


ludmilas-weltreiseWie ein Newsletter: jeder neue Beitrag kommt per Mail.
Antworten

Türkei
Reiseberichte Türkei