3. Tag Leipziger Zoo (19.09.2018)
"Morgenstund hat Gold im Mund“ so ein Zitat, wenn man die Sonne aufgehen sieht. Heute ging mein Entdeckungsreise in den Leipziger Zoo. Normalerweise kenne ich’s nur vom TV, aber...

Veröffentlicht: 20.09.2018
Meine heutige Entdeckungsziele waren:
· Völkerschlachtdenkmal
· Südfriedhof
· Auerbachs Keller
Zum ersten Ziel möchte ich berichten, was ich als Hobby- Historikerin gerne zu erzählen habe, nämlich:
1812 bei der Schlacht zu Leipzig durch Napoleon Bonparte führten tausende Soldaten auf einen großen Platz blutige Schlachten aus, gegen die Österreicher und Russen. Darunter litt die Leipziger Bevölkerung mit Schwerverwundete und Toten, die durch blutige Straßenkämpfe, ihren Alltag besiegen bzw. ertragen.
1813 sollte ein Obelisk das Denkmal der Schlacht sein, aber die Leipziger Bevölkerung wehrte sich und möchte Ihre Toten ehren würdiger in Erinnerung behalten wollen.
Daher wurde ein schneller Prozess bei den Leipziger Stadträten durchgezogen und die Architekten Thieme und Schmitz durften, das ehrenwürdige Projekt in Anspruch nehmen.
Es dauerte viele Jahre bis dieses Denkmal errichtet wurde. Es wurden 26500 Granitporphyt- Blöcke und 12000 Kubikmeter Beton verbaut. Die Blöcke wurde mit voller Mühe von Steinmetzen in die wundervollen Statuen gemeißelt. Während der Weimarer Republik wuchs das Denkmal in seinen beachtliche Höhe und Wilhelm II. eröffnete dieses Denkmal feierlich.
Es arbeiten 3-4 Generationen an diesen Denkmal.
In den Jahren des Nationalsozialismus benutze Hitler dieses Denkmal für seine Propaganda, Massenwahnes und zur Demonstrationszwecke gegenüber den anderen Länder.
Während des II. Weltkriegs wurde das Denkmal von Alliierten und Deutschen gleichermaßen zur Ruine bombardiert.
Nach den zweiten Weltkrieg, als die Sowjets Leipzig einnahmen, wurde das Denkmal zum „Dahinfallen“ verurteilt. Man ging davon aus, dass sich die Deutschen wieder an Ihr Nationalgut erkennen möchte und die alten Zeiten wiederkehrten.
Ich möchte nicht wissen, was sich die beiden Architekten gedacht haben, wenn Sie von diesen Ereignisse gehört hätten.
Das DDR- Regime lies auch dieses Denkmal weiterhin ungepflegt. Es wurde als Schaubild der großen Machtdemonstration der Brüderschaft zwischen Russland und der DDR genutzt.
Es fehlte an finanzielle Beteiligung, um dieses Denkmal zu renovieren und es aufrecht zu erhalten.
Nach der Wende, kamen finanzielle Hilfsgüter zusammen und es konnte das Abbruch-gefährdete Denkmal mit vereinigten Kräfte renoviert bzw. aufgebaut werden.
2013 war das 200 Jährige Gedenkfeier zu der Schlacht zu Leipzig. Es wurde während der Festlichkeiten, eine Benefizkonzert aufgerufen, um notwendige Gelder in die Renovierungskosten zu erhalten.
Bis heute ist das Denkmal ein Symbol für Frieden, aber auch ein architektonisches Meisterwerk seiner Zeit.
Man kann heute mit Fahrstühlen bis zur Aussichtsplattform hochfahren, aber die letzten Schritte zu den fast 91m müssen zu Fuß gemacht werden.
Ich würde Euch empfehlen nimmt gutes Schuhwerk und einen körperliche Kondition mit.
Ich hab’s selber am eigenen Leib gespürt, wie anstrengend die Stufen sind.
Man kann dies beinahe mit den Treppenstufe zu der Aussichtsplattform des Ulmer Münster vergleichen. Aber der Vorteil ggb. des Ulmer Münster ist, die Stufen ist eine geschlossene Wendeltreppe, die schmaler wird.
Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Panorama über Leipzig.
Die Recherchen über dieses Denkmal konnte ich allein durch einen sehr guten Film über's Denkmal herausfiltern. Dieser Film wird in der 1. Etage gezeigt.
Wer mehr über das Denkmal erfahren möchte, sollte sich vor einen Besuch nicht schämen.
Das Apothekenmuseum des sächsischen Apothekerverbands in der Nähe des Thomanerkirche ist für alle Wissbegierige oder angehende PTAs eine wahre Fundgrube. Es erzählt über die Geschichte des sächsischen Apothekerverbands und Allgemeines über die Pharmakologie.
Wenn ihr alte Falschen in euren Apotheken im Schaufenster findet, achtet mal auf die Etikettierung.
Die Farbe der Etikettierung hat besondere Merkmale, näml.:
· weiße Schrift auf schwarzen Hintergrund = sehr vorsichtig lager, aber auch der Rohstoff ist toxisch. Je mehr „Pulse“ vorhanden sind, desto lebensgefährlicher.
· Rote Schrift auf weißen Hintergrund= vorsichtig lagern, aber auch dieser Rohstoff kann lebensgefährlich werden
· Schwarze Schrift auf weißen Hintergrund = kann normal gelagert werden, aber auch dieser Rohstoff ist harmlos für die Menschen.
Damals wurden die meisten Etikettierung von Hand mit Emailfarbe beschriftet. In den späteren Jahren des 19 Jahrhunderts wurden Signiertafel erfunden, um die einheitlichen Bezeichnungen einzuführen.
Man kann sich die Etikettierung, wie Stempeldruck vorstellen. Es wurde eine Tafel auf das Etikett gelegt und dann mit schwarze Druckerfarbe getupft.
Es gab auch besondere Etikettierung, nämlich die Schliffgravierung. Dies war nur den besonderen Apotheken zugelassen.
Es wird nicht nur über die Geschichte der Apotheke, sondern auch die Geschichte über Medikamenten erzählt, wie zbsp.:
· Schlafmittel:
Damals wurde Choralhydrat als Schlaf-/ Beruhigungsmittel verwendet. Später wurde das Medikament Barbiturat (Veronal) in den Markt eingeführt. Dies wurde in den 1960er als Selbstmord- Droge misshandelt.
· Später brachte die Firma Bayer das Medikament Luminal in den Markt
Ein sehr erschreckendes Medikament war das Thalidomid, u.a Contergan. Dies war zur ursprünglichen Anwendung zur Beruhigung während der Schwangerschaft verabreicht wurden, aber es stellte sich dabei heraus, dass die Kinder Missbildungen erlitten haben. Es gab ein riesiger Prozess von betroffenen Mütter.
Später erfolgten weitere Medikamente den Markt, näml. Librium, Diazepam, Faustan und Valium.
Die Aufputschmitteln, unter den Mediziner auch als Amphetamine genannt, sind bis heute Rausch- bzw. Aufputschmittel. In Hitler- Deutschland wurde das Aufputschmittel „Pervitin“ unter der Wehrmacht verteilt. Es sollte die Müdigkeit unterdrücken und die Kampfbereitschaft wachhalten.
Das erste Aufputschmittel namens Ephedrin , wurde aus der Meerträubel isoliert und sollte gegen chronisches Asthmaleiden angewendet werden, aber es stellte sich heraus, dass die Patienten wach blieben.
Herstellung von Pillen und Auszügen waren damals noch reine Handwerks Arbeit.
Es wurde das Pulver in Messing- Rohkörper gepresst und fertig war das Fieberzäpfchen.
Auszüge wurden mit einen Infudiertisch hergestellt. Man kann sich so vorstellen:
Es war ein großer Messingtisch mit drei großen Infudierbüchsen. In drei weitere kleinen Büchsen wurde der Auszug von Drogen filtriert. Alles geschah über einen Heißaufguss.
Die Homöopathie in Leipzig hat eine Jahrhunderte Geschichte.
U.a war der Apotheker Dr. Wilhelm Schwabe dafür verantwortlich, dass die Homöopathie (Heilkunst mit natürlichen Pflanzenwirkstoffen) sich über die ganze Welt verbreitete. In Karlsruhe ist die zentrale Stelle für die Deutsche Homöopathie Union (DHU).
U.a steht auch ein Dr. Schwabe Werk in Karlsruhe in der Durbacher- Str. (Nähe der S- Bahn Station Durbacherstr.)
Der Südfriedhof von Leipzig ist ein wirklich schöner Friedhof. Den Mix aus neu und alt macht den Friedhof zu etwas Besonderes.
Ich als Schwarzromantiker kann mir mehr vorstellen. *grins*
Der Friedhof selber besitzt ein eigenes Krematorium.
Ich bin leider vorbei gelaufen, aber hole es noch nach und berichte Euch darüber.
Ein spontaner Ausflug ging die Nikolaikirche. (Nikolaistrasse)
In beiden Kriegen wurde diese Kirche den Erdboden gleichgestellt und später wieder neu aufgebaut. Sie war auch der Platz für die Montagsgebete während des DDR- Regimes. Das Moto der Kirche war: Frieden schaffen, ohne Waffen.
Menschen, die zu den Gebeten teilnahmen, hatten immer eine Kerze dabei. Die symbolisierte, dass von den Mensch keine Gefahr ausging. Das Licht ist ein Zeichnen des Friedens, aber auch im Inneren der Kirche sind Friedenssymbole in den Klassizistischen Baustil vereinigt, näml. die Palme.
Im Mittelschiff steht ein Kerzenständer mit 40 Kerzenhalter. Dies hat die Bedeutung, dass die Bevölkerung 40 Jahre lang unter Gefangenschaft unter der DDR waren und auch andere Ereignisse, die mit der Zahl 40 zu tun hatten.
Ich selber hab auch eine Kerze angezündet um meine Solidarität gegenüber der DDR- Bürger Respekt zu zeigen. Gegen eine kleine Nebengebühr (2€) darf man in der Kirche fotografieren. Aber es wird darauf geachtet, dass diese Bilder nur zum privaten Nutzen gezeigt werden.
In dieser Kirche selber steht auch die Orgel mit mehr als 500 Orgelpfeifen und mit den Porsche- Spielplatz.
Wie in jeder Kirche üblich wird das Leidensweg Christi anhand von Fresken gezeigt.
ABER: die Nikolaikirche ist nicht katholische, sondern evangelisch. Durch die Reformation, die stark den sächsischen Raum betraf, wurden Heiligenbilder aus den Kirchen verbannt, da man den Menschen selber anregen wollte, sich selbst ein Bild darüber zu machen.
Mein Abschluss für heute war die Mephisto- Bar in der Mädlerpassage. Wer gerne am Abend gemütlich ein Cocktail trinken möchte, kommt dort nicht zu kurz.