Das Motel in Niagara Falls ist wirklich schön. Leider meine Nachbarschaft nicht ganz so. Ein Dauerhuster hat dann doch die Nacht überlebt und bis morgens durchgehalten - zu meinem Leidwesen. Also bin ich morgens ein wenig gerädert. Naja, vielleicht kann ich ja dann auf dem Heimflug schlafen. 

Die Wetterlage hat sich nicht verändert, es ist weiterhin sehr dunstig. Und die Straße nach Toronto wie gestern auch wieder sehr voll. Allerdings schaffe ich es tatsächlich ohne Stau an dieser Riesenstadt vorbei zu kommen. Rechts und links neben der Autobahn türmen sich die Hochhäuser. Und dazwischen wälzen sich acht Spuren in Richtung Montreal. Für mich wäre das ein Albtraum hier jeden Tag zu fahren. Aber ein paar benutzen die Strecke tatsächlich als Rennstrecke. Das sieht man allerdings selten in Kanada. Meistens fahren sie sehr zivilisiert.

Nach 2 Stunden Fahrzeit wird aus der Autobahn dann nur noch eine dreispurige Fahrbahn. Und nach zweieinhalb Stunden sind es dann zwei Spuren. Ich fahre vom Highway ab um den Lake Ontario zu sehen. Es ist vielleicht meinem Abschied geschuldet, aber ich finde er macht nicht viel her. Er ist riesig, aber das ist schon alles. Auch die Landschaft ist nicht besonders interessant. Ich wüsste jetzt wirklich keinen Grund warum man zwischen Toronto und Montreal Halt machen sollte. Selbst die Parks sind nicht besonders.

Ich halte bei Tim Hortons, um ein verspätetes Lunch zu genießen. Der cheese melt und die donuts sind total lecker. Schade dass es den  bei uns nicht gibt. Nur ein paar Minuten entfernt setze ich mich an das Ufer und versuche die Aussicht ein wenig zu genießen. Aber auch hier kommt keine Stimmung auf. Lustig finde ich nur dass die Marina, die für jeden öffentlich zugänglich ist, mit zwei Webergrills aufwartet, die wohl von jedem benutzt werden können. Man soll nur das Propan am Schluss wieder ausstellen. Die sind ja lustig.

Kingston, mein letztes Ziel mit meinem letzten Motel, Hat tatsächlich 120.000 Einwohner. Und wird für seine Hafenpromenade gerühmt. Aber auch die finde ich jetzt nicht so besonders. Ich glaube schon dass es an meiner Stimmung liegt. Und so beschließe ich diese aufzuhellen, in dem ich mir das hole, was ich mir am Schluss immer hole. Sushi. Und da man nur mitnehmen kann nehme ich eben mit. 

Mein Motel ist genauso wie es sein soll. Nicht zu schön, sonst wäre es ja grausam zu gehen. Aber total praktisch. Parken vor der Tür und zwei Betten. D.h. ich wuchte meinen großen Koffer diesmal mit ins Zimmer und packe auf dem zweiten Bett um. Das hat sich bisher immer bewährt. So muss man nicht auf dem Boden herumhantieren. Das Motel füllt sich mit lauter Arbeitern die hier wohl auf Montage sind. Hustende gibt es bisher nicht. Als ich mit dem Packen fertig bin genieße ich mein Sushi. Ich liebe es. Dazu noch den Donut von Tim Hortons. Was will man mehr. Morgen sind es noch knapp 3 Stunden bis nach Montreal. Und dann ein ewiges Warten auf dem Flughafen. Aber mit so einem angebrochenen Tag fängt man sowieso nichts an. Und so muss ich das Auto nicht einen Tag länger bezahlen. 

Ich betrachte ja Reisen immer am Vortag als beendet. Der Rückflugtag ist ätzend. Man will dann nur noch nach Hause. Ich bin richtig froh wenn ich diesen doofen Koffer los bin. Manchmal kann man ja erst 3 Stunden vor Abflug einchecken. Ich hoffe mal das ist morgen nicht so. Sonst muss ich mit dem Riesenteil noch irgendwo rum sitzen. Damals in Manchester nach New York - das war cool. Da konnte man am Vorabend einchecken. Aber selbst wenn man das hier auch könnte, ich bin ja gar nicht da. Also nehme ich es wie es kommt. Gute Nacht, John-Boy! 

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