5.-10 Juli: Hitze, Nase, baldige Rückreise
Ja, ich bin wieder zurück aus der Schweiz vom Equigarde-Praxistag. Es war wirklich sehr spannend: In Avenches sind sie zumindest in Europa führend in der Besamung/“Reproduktion”...

Veröffentlicht: 20.07.2021
















Lange ist es her seit dem letzten Blog-Eintrag... - Der Abreisetermin (26.07.) rückt in grossen Schritten näher, und das bedeutet auch jede Menge Zusatzarbeit für uns: Papiere organisieren, Übernachtungsmöglichkeiten organisieren, rund um den Wohnwagen abräumen/aufräumen, Vorzelt abbauen, Arbeiten mit den Pferden übergeben, usw.
Das Wetter ist hier aktuell eher langweilig: Jeden Tag schön & zwischen 30 und 35 Grad heiss. Wir machen jeweils eine lange Mittagspause und arbeiten Morgens und abends. In der Schweiz und Deutschland wünschte man sich das wohl in den letzten Tagen... - Hier ist es doch recht schweisstreibend!
Ich habe noch etwas recherchiert über die Pflanzen, die hier so wachsen & auch im Heu drin sind. Dank dem Equigarde-Kurs habe ich jetzt ein Grundwissen, das zumindest die Suche etwas vereinfacht. Resultat: Eine Ladung Heu, die unseren Pferden verfüttert wurde, enthielt eine für Pferde giftige Pflanze. Die Pflanze schädigt die Leber... - Wird hier schon jahrelang verfüttert. Wir hoffen jetzt, dass unsere Pferde nicht all zu viel davon erwischt haben. Es zeigt aber wieder mal, dass man es hier nicht so genau nimmt mit solchen Themen... :-(
Von den 3-Jährigen Hengsten, die auf den riesigen Weiden sind, werden portionenweise die grössten/stärksten reingeholt, um zu beginnen, mit Ihnen zu arbeiten. Wir vermuten, dass das ein ziemlicher Schock ist für diese Jungs: Von riesigen Weiden und den ganzen Tag fressen und nichts tun - ein Wechsel innerhalb eines Tages zu: 21h Stunden in einer 3 x 5 Meter Box mit mässig Licht und mässiger Luft, 2h alleine auf einem staubigen Paddock und 1h Arbeit mit uns, wo sie sich dann auch noch anständig benehmen sollen... - Die haben wohl das Gefühl, dass ihr Leben jetzt vorbei ist. Und ich kann sie gut verstehen!
Jedenfalls: Aktuell sind 3 "neue" dieser Jungs reingekommen, mit denen wir arbeiten. Sie sind noch recht roh und lassen sich knapp anfassen. Aufgehalftert haben wir mittlerweile 2 der 3 nun das erste Mal ausserhalb der "Manga". Das Halfter bleibt aber aktuell noch bei allen drauf, solange wir nicht 100%-ig wissen, ob wir es wieder drauf bekommen. Sie machen es in Anbetracht ihrer Umstellung sehr gut! Der dritte im Bunde ist allerdings noch sehr skeptisch und wir üben jeweils recht lange, bis wir nur ein Seil in sein Halfter hängen können, um ihn auf's Paddock zu führen. Unser Ziel ist es, dass ende Woche jede der Praktikantinnen ihn führen kann. Mal sehn ob das geht...
Hier fallen in den Ställen manchmal junge Vögel aus den Dachbalken. Wir wissen nicht genau, ob sie rausfallen oder rausgeschmissen werden. Meistens sind sie tot. Gestern allerdings schien einer jedoch den Sturz relativ gut überstanden zu haben, also setzten wir ihn in einen Joghurtbecher, Jenny gab ihm etwas zu trinken und wir hingen den Joghurtbecher an den Balken, wo wir sein Nest vermuteten. Leider hatten wir keinen Erfolg: Am nächsten Tag lebte er nicht mehr.
Als wir hier ankamen, waren sowohl die Gestütsleitung wie auch die anderen Angestellten recht skeptisch gegenüber unserer Arbeit. Sie kannten das so nicht und sie schienen das Gefühl zu haben, dass wir nicht so Ahnung haben von Pferden... - Gestern hat uns die Gestütsleitung gebeten, dass wir den Angestellten noch so oft wie möglich Unterricht geben sollen, und ihnen zeigen wie wir arbeiten, damit sie etwas davon nach unserer Abreise auch noch machen/mitnehmen können. Ausserdem sollen wir alles filmen, damit sie das auch sehen kann...
Die restlichen Tage sind wir mit Übergaben, letzten Unterrichtsstunden (empfangen und erteilen), letzten Arbeiten mit den Pferden sowie Übergabe "unserer" Pferde an die Gestütsleitung (Wo die Pferde stehen, was wir gemacht haben, etc.), aufräumen, COVID-Test, Fahrzeuge vorbereiten, unsere Sachen packen, etc. beschäftigt. Am Samstag machen wir noch einen Ausflug nach Madrid, Sonntag alles vorbereiten und Abschlussessen mit den Leuten hier, so dass wir am Montag früh los können.
Fly‘s Nase sieht nicht so gut aus wie gewünscht. Auch unsere Katze Mia niesst ständig beim Fressen. Jenny hat keine Lust mehr auf die spanischen Tierärzte. Deshalb werden beide 1 Tag nach der Rückreise in der Schweiz in der Tierklinik vorgestellt.