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Touri-Programm auf Tortuguero

Veröffentlicht: 30.09.2019

Wie der Name schon sagt kommen die meisten Touristen vor allem auf die Insel Tortuguero um Schildkröten, um genau zu sein die vom Aussterben bedrohte grüne Meeresschildkröte, in freier Wildbahn zu erleben. Diese kommen während der Regenzeit massenhaft auf die Insel, um dort ihre Eier abzulegen. Doch auch neben den Schildkröten hat Tortuguero einiges an Tieren zu bieten: u.a. Schlangen, Pumas, Jaguare, verschiedene Affenarten, Echsen in sämtlichen Größen und natürlich Faultiere. Schon im Voraus hatten wir auf einigen Blogs gelesen, dass mit den Schildkröten sehr rücksichtsvoll umgegangen wird. Von 18 Uhr bis 6 Uhr morgens ist der Strand offiziell gesperrt und wird bewacht, lediglich Touren mit Guides sind erlaubt. Bei den Touren wird um lange dunkle Kleidung gebeten, Handys, Kameras und alles andere was die Schildkröten beim Eierlegen stören könnte sind Tabu, entsprechend können keine Fotos gemacht werden. Wir finden den Umgang mit den Tieren hier sehr lobenswert und wollten deswegen auch guten Gewissens an einer Tour teilnehmen :)

Unser Host Nicholas hatte für uns organisiert, dass wir an insgesamt 4 verschiedenen Touren teilnehmen konnten und nur einen Bruchteil vom eigentlichen Preis zahlen mussten. Auf Tortuguero ist (wie im restlichen Costa Rica eben auch) alles extrem teuer, für eine Schildkrötentour wird beispielsweise 25 bis 30 Dollar pro Person verlangt. Wir haben um die 5 Dollar bezahlt, das freut das Schwabenherz :) Alle 4 Touren haben wir innerhalb von 24 Stunden mitgemacht (richtiger Freizeitstress) und haben so wahnsinnig tolle Eindrücke bekommen!

Als erstes sind wir nach Sonnenuntergang durch das Dorf und die umliegende Wildnis gelaufen, wo wir u.a. zum ersten Mal eine Schlange gesehen haben. Außerdem gab es mehrere gefühlt gigantische Spinnen zu sehen, u.a. eine deren Netz aus so dicken Fäden bestand, dass wir ohne Probleme daran "zupfen" konnten (war ein bisschen wie Zahnseide). Janina ist dann aber doch etwas an ihre Grenzen gestoßen, als unser Guide Christian uns eine hochgiftige Spinne an einem Blatt gezeigt hat und danach das Blatt zur Seite geschoben hat um uns alle ins Dickicht zu winken. Auf der Suche nach (u.a. giftigen) Spinnen und Schlangen, da geht einem doch das Herz auf ;) andererseits würden sie die Touris ja hoffentlich nicht da reinlassen, wenn es tatsächlich so gefährlich wäre. Das Wissen und vor allem der Blick für Tiere und Pflanzen unseres Tourguides war sehr beeindruckend, ohne Guide wären wir wohl an allem vorbeigelaufen :)

Nach dieser Tour kam das Highlight - endlich Schildkröten! Witzigerweise hatte unser Guide direkt vor unserem Hostel eine Schildkröte entdeckt, die gerade dabei war Eier in ein Loch zu legen. Wir waren beide super geflasht davon wie groß das Tier war (auf jeden Fall über einem Meter), da wir irgendwie mit Schildkröten mit einer Größe von maximal einem halben Meter gerechnet hatten. Mindestens genauso beeindruckend war die Menge der Eier in Tischtennisballgröße, die die Schildkröte in die Grube gelegt hat. Insgesamt legt die grüne Meeresschildkröte 150 bis 200 Eier, wovon im Durchschnitt lediglich 30 Eier überleben. Nach dem Eierlegen "scharrt" die Schildkröte die Grube zur Tarnung von einer Seite zu, sodass ein Stück neben den Eiern eine weitere Grube entsteht. Während dem ganzen Prozess durften wir zwar ganz nah bei dem Tier stehen, das Gesicht hat unser Guide aber nicht angeleuchtet. Anschließend haben wir noch aus der Ferne beobachten dürfen, wie die Schildkröte zurück ins Meer gelaufen ist. Ein sehr beeindruckendes und einprägsames Erlebnis für uns :)

Am nächsten Vormittag ging es für uns dann auf's Wasser, um im Nationalpark von dort aus nach Tieren Ausschau zu halten. Trotz tendenziell nerviger Truppe + Tourguide haben wir die Tour sehr genossen, schon allein den Tieren vom Wasser aus zuzuhören war toll. U.a. haben wir häufig Brüllaffen zu hören bekommen (definitiv nicht zu überhören), die wir dann auch noch gesehen haben. Die Affen waren auf jeden Fall ein Highlight, aber auch der Kaiman und die vielen Leguane und Echsen waren die Tour definitiv wert! 

Für die Tour war ein Ticket für den Nationalpark erforderlich, das wir nachmittags dann auf unserer 4. Tour genutzt haben um den Nationalpark noch zu Fuß zu erforschen (glücklicherweise wieder mit dem Guide Christian, den wir ziemlich gut fanden). Hier haben wir den bisher besten Blick auf ein Faultier bekommen, ein paar Äffchen haben regelrecht für uns gepost (siehe Foto), Christian hat eine Runde Kokosnusswasser direkt von der Palme spendiert und alles in allem hatten wir wieder eine wahnsinnig interessante Tour mitten durch die Natur mit vielen tollen Eindrücken. Nicht ganz so schön war der am Strand liegende Panzer einer toten Schildkröte, die höchstwahrscheinlich einem Jaguar zum Opfer gefallen ist, aber das gehört wohl auch dazu.

Puh das war lang, jetzt folgen erstmal noch Fotos :)



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Antworten (1)

Elvira Huber
Sehr spannend eure Komentare zu lesen.👍