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Noemy's kleines Paradies

Veröffentlicht: 26.09.2019

Dank Jet lag waren wir nach unserer ersten Nacht noch vor 6 Uhr hellwach, weswegen wir noch gut Zeit hatten bevor es zu unserer ersten Station von workaway ging. Das haben wir erstmal für ein gemütliches, typisch costa-ricanisches Frühstück im Hostel genutzt und sind im Anschluss noch ein wenig durch La Fortuna geschlendert (da wurde uns dann auch zum ersten Mal wirklich bewusst, wie ungewohnt das Klima hier noch für uns ist).

Noemy, unsere erste Gastgeberin, hatte uns bereits eine Busverbindung zu ihrem Grundstück geschickt ("sagt einfach ihr wollt zu Noemy, die Busfahrer zeigen euch dann den Weg"). Wie am Vorabend auch wurde während der Busfahrt viel gehupt, der Bus hatte definitiv schon bessere Tage gesehen und die Beschaffenheit der Straßen hat bei Janina die Sehnsucht nach einem Sport-BH geweckt. Wie angekündigt konnte uns der Busfahrer den Weg zu Noemy beschreiben und nach einem kurzen Fußmarsch waren wir auch schon da :)

Noemy ist eine wahnsinnig liebe Frau um die 50 Jahre, die mit ihrem 16 Jahre alten Sohn, ein paar Hühnern und einem reizenden Hund namens Lucky (jippie, ein Hund!) auf einem 9 ha großen Grundstück wohnt und hier Permakultur betreibt. Wir waren sofort ziemlich begeistert von der enormen Artenvielfalt auf dem Grundstück und haben uns sehr willkommen gefühlt. Unser eigenes kleines Zuhause für die nächsten 3 Wochen ist eine ziemlich rustikale Holzhütte mit Toilette und Dusche, in der sich dank der zahlreichen Möglichkeiten in die Hütte zu kommen auch jede Menge Tiere wohlfühlen (u.a. ziemlich große Heuschrecken, Geckos, Motten, Kakerlaken, ... das ganze Programm), wir haben uns aber schon nach zwei Abenden einigermaßen daran gewöhnt. Der abendliche Insekten-Check wird aber wohl zur Routine werden :)

Besonders beeindruckt waren wir am ersten Tag vom enormen Wissen von Noemy zu sämtlichen Pflanzen und wie durchdacht ihre Permakultur ist. Alle Pflanzen haben hier mehrere Funktionen (z.B. Nährstoffe für den Boden, Auflockern des Bodens, Nahrung für den Menschen etc.) und sind von der Anordnung aufeinander abgestimmt. Bananen, Papayas, Grapefruits, Yukkas, Goldpflaumen, Mandarinen, Spinat, Reis, Bohnen, Mais, Senf, ... und einiges an Essbarem von dem wir uns den Namen leider nicht merken konnten. Die Besonderheit an ihrer Permakultur ist, dass keine Chemie verwendet wird, was den Arbeitsaufwand natürlich zusätzlich um einiges steigert. Umso beeindruckender ist es, dass Noemy das alles größtenteils alleine bewältigt und absolut für die organische Permakultur brennt, auch wenn sie, wie sie uns erzählt hat, von vielen Bekannten und Familie als verrückt erklärt wird :) Wie anstrengend die körperliche Arbeit ist merken wir auch sehr sehr deutlich, das heiße und feuchte Klima trägt aber definitiv auch seinen Teil dazu bei dass wir abends total platt ins Bett fallen.

Besonders gut fanden wir auch, dass Noemy uns direkt erzählt hat welcher Baum der Favorit der Faultiere ist :) Sie nimmt sich jeden Tag sehr viel Zeit mit uns durch ihr kleines Waldstück zu laufen und nach Tieren Ausschau zu halten oder während der Arbeit kurz Pause zu machen um die vielen Schmetterlinge und Vögel zu beobachten. Und das ständige Beobachten hat sich jetzt schon sowas von gelohnt! Nach nur 3 Tagen haben wir Kolibris, Vögel und Schmetterlinge in den schönsten Farben, Tukane, Papageien, bunte Frösche, giftgrüne Echsen, einen über 1 m großen Leguan und natürlich die heiß ersehnten Faultiere (und ein Faultier-Baby!) gesehen. Und wir haben noch lange nicht genug :)

Außerdem werden wir hier kulinarisch absolut verwöhnt - wir essen 3x täglich zusammen mit Noemy und ihrem Sohn und es wird eigentlich jedes Mal gekocht. Und das mit der ganzen Vielfalt aus Noemys Garten, vieles davon kannten wir davor garnicht. Unser persönlicher Favorit bisher bleibt das Frühstück am ersten Morgen: gebratene Yukka mit Knoblauch, Rührei mit irgendwelchen Blättern die wir nicht kennen und selbstgemachte Tortillas. Dazu frische Papaya, Banane und handgepresster Grapefruit-Saft, ein Traum!

Erkenntnis der ersten Tage: Geckos fressen Motten und sind deswegen in der Beliebtheitsskala besonders bei Paddy deutlich gestiegen


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