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Nächster Halt: Granada!

Veröffentlicht: 10.10.2019

Auf der Weiterreise von Ometepe nach Granada haben wir in einem chicken bus (die heißen wirklich so) Kalle und Sina kennengelernt, ein Pärchen aus der Nähe von Osnabrück, die inzwischen seit 11 Monaten in Mittelamerika unterwegs sind. Wir waren ausnahmsweise richtig vorbereitet und hatten bereits eine Unterkunft für Granada gebucht und da wir uns ziemlich gut mit den beiden verstanden haben, haben sie sich uns dann kurzerhand angeschlossen und im selben Hostel ein Zimmer genommen. Wir hatten uns ausnahmsweise sogar mal ein Privatzimmer gegönnt, richtiger Luxus! 

Nachdem wir an unserem Ankunftstag noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert sind und den Abend entspannt mit Kalle und Sina bei Bierchen und Snacks haben ausklingen lassen, stand am nächsten Tag ein Ausflug in die Stadt Masaya an. Der Plan war, zuerst den Kunsthandwerksmarkt zu besuchen und anschließend auf den Masaya Vulkan zu wandern, einem der noch aktiven Vulkane in Nicaragua, bei dem man die Lava vom Kraterrand aus sehen kann. Nachdem wir zuerst in der falschen Markthalle gelandet sind und dann endlich den richtigen Markt gefunden hatten waren wir auf den ersten Blick ganz begeistert von den vielen hübschen Sachen die es zu Kaufen gab, uns wurde dann aber schnell bewusst dass jeder Stand im Großen und Ganzen dasselbe anbot und das alles absolut nichts mit Kunsthandwerk zu tun hat. Paddy war wegen dem Kauf eines Messers aber trotzdem sehr zufrieden mit unserem Besuch ;) 

Nach einem kurzen aber intensiven Regenschauer (Regenzeit lässt grüßen) ging es für uns mit dem Bus weiter Richtung Vulkan. Als wir beim Eingang des Parks ankamen wurde uns dann aber leider gesagt, dass man nur mit einem Shuttle zum Krater fahren kann und die Wanderwege gesperrt sind, weil es die Nacht zuvor geregnet hatte. Den Blick auf die Lava wollten wir uns natürlich trotzdem nicht entgehen lassen! Oben angekommen waren wir erst einmal ziemlich überrascht davon, wie riesig der Krater dieses Vulkans ist. Die Lava haben wir auch wirklich brodeln sehen. Der letzte Ausbruch ist zwar schon eine Weile her, unser Fahrer hat uns aber erzählt dass die Lava im Juli an einem Tag stark angestiegen sein muss. Wie wir bereits gelesen hatten fällt wegen den Dämpfen das Atmen nach kürzester Zeit schwer, weswegen man von dem mit Gasmaske ausgestatteten Security-Guide nach etwa 15 Minuten wieder weggeschickt wird. Leider war wegen dem Regen auch der kleine Rundgang entlang des Kraterrandes gesperrt, wir waren trotzdem sehr zufrieden damit einen Blick auf die Lava werfen zu können :) Auf dem Heimweg haben wir dann noch eine sehr nette Frau kennengelernt, die uns bis zum nächsten großen Supermarkt begleitet hat. Wir waren etwas verwundert, als sie uns erzählt hat dass sie Nicaragua als extrem teuer empfindet - anscheinend verdienen die Menschen hier aber tatsächlich so wenig, dass die Lebenshaltungskosten im Verhältnis extrem hoch sind.

Am nächsten Tag sind wir dann noch zu der Laguna de Apoyo gefahren, einem Gewässer das sich über einem Krater gebildet hat (in Nicaragua dreht sich gefühlt alles um Vulkane). Bei der Lagune angekommen haben wir uns erstmal ziemlich geärgert unsere Schnorchel, die wir während den gesamten 3,5 Monaten in unserem Rucksack mit uns herumtragen, nicht mitgenommen zu haben - das Wasser in der Lagune war so klar, dass wir es kaum glauben konnten! Selbst wenn man nicht mehr stehen konnte hat man auf dem Boden alles erkennen. Außerdem war das Wasser so warm, dass wir die gesamte Zeit in der Lagune verbracht haben und nur zum Mittagessen (es gab mal wieder Reis mit Bohnen, Platano und Salat - merkwürdigerweise haben wir immer noch nicht genug davon) das Wasser verlassen haben. Vormittags konnte man auch tatsächlich die Menschen die in der Lagune waren an einer Hand abzählen, mittags war es dann etwas mehr, aber trotzdem noch super ruhig und entspannt. Nach einem kleinen Plausch mit einem Nicaraguaner, der uns direkt zum gemeinsamen Fischen am nächsten Tag eingeladen hat, ging es mit dem Bus dann wieder Richtung Hostel.

An unserem dritten Tag sind wir morgens mit Kalle und Sina zu einem Second Hand Laden (oder besser Second Hand Schlachtfeld?) gelaufen. Die Massen an Klamotten haben uns echt erschlagen, in einem Raum waren einfach nur meterhohe (nicht übertrieben) Berge von Klamotten. Bis auf einen Raum, der als VIP area (nicht ganz so spottbillig und ein bisschen sortiert) beschrieben war, war es null klimatisiert und einfach nur unfassbar heiß und stickig. Paddy wollte sowieso für ein Basketballspiel zurück ins Hostel, wir hätten es aber so oder so nicht besonders lange ausgehalten. Mit unseren Käufen waren wir trotzdem sehr zufrieden :) Nachdem Paddy vom Pool aus mit Bierchen in der Hand sein Spiel geschaut hatte (=Zufriedenheitslevel 2000), sind wir mittags noch in ein kleines Schokoladenmuseum ums Eck gelaufen. Eintritt musste man hier keinen zahlen, es war mehr darauf ausgelegt dass die Besucher die selbst hergestellten Produte kaufen oder im dazugehörenden Café essen und trinken. Wir fanden das Museum echt süß, es waren zwar nur wenige Informationstafeln, die dafür aber echt übersichtlich und interessant gestaltet waren. Mit einem noch recht jungen Mitarbeiter haben wir uns eine ganze Weile unterhalten gehabt, weswegen wir in den Genuss von einem Brownie mit von ihm für seine Freundin selbstgemachter Schokolade kamen - ungelogen der beste Brownie den wir jemals hatten!

Um nochmal auf die chicken busses zurück zu kommen: das sind alte amerikanische Schulbusse, die hier als das gängigste öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Komfortabel ist was anderes (wir sind auch einfach zu groß für die Sitze) und man kommt nur sehr langsam voran, irgendwie hat man aber das Gefühl das Leben der Einheimischen richtig miterleben zu können, was das ganze wieder ganz spannend macht :) so etwas wie einen Fahrplan scheint es auch nur teilweise zu geben, man hat das Gefühl dass die Busse eben dann fahren wenn sie voll sind. Busfahren ist hier sehr preiswert, man zahlt allerdings für die gesamte Fahrt, egal wie weit man fährt. Außerdem ist es absolut normal, dass ständig Menschen mit irgendwelchen Snacks oder anderem Zeug (von Einwegrasierer bis Kinderspielzeug ist da alles dabei) schreiend durch die Gänge laufen. Einmal waren stolze 7 Verkäufer auf einmal in einem Bus, da ist also ganz schön was geboten. Außerdem gibt es neben dem Fahrer immer mindestens eine Person (eigentlich immer Männer, manchmal auch Jungs), die egal bei welcher Geschwindigkeit an der offenen Tür steht und die Endstation des Busses durch die Gegend brüllt. Kleinigkeiten, die uns am Anfang echt schockiert haben, inzwischen aber irgendwie zur Normalität geworden sind.

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Antworten (1)

Elvira Huber
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