Isabela (Galápagos)
Der Weg zur Insel Isabela, einer weiteren der drei größten Hauptinseln des Archipels, stellte sich als unserer Meinung nach unnötig kompliziert heraus. Zunächst wurde man mit...


Veröffentlicht: 05.09.2025


















































Man kann es drehen und wenden wie man es will: Costa Rica war nix für uns.
Nach dem Aufenthalt in San José mieteten wir uns ein Auto, aber wohin wir auch fuhren, die Zeit war eigentlich eine Aneinanderreihung doofer Erlebnisse: wir kamen mit der Mentalität der Leute nicht gut klar (was diese Lebensart „pura vida“ sein sollte, auf die alle so stolz sind, verstanden wir bis zum Ende nicht), insbesondere die ganzen amerikanischen und europäischen Auswanderern waren komisch. Das Essen und Unterkünfte waren teuer und im Großen und Ganzen enttäuschend. Das Angebot in den Supermärkten war wieder mal so einseitig, dass selber kochen auch keinen Spaß machte. Für jedes noch so kleine Naturschauspiel (Stichwort: Wasserfall) sollte man Geld abdrücken. Wenn wir kostenlose Sachen besuchen wollten, waren die Straßenverhältnisse so schlecht, dass wir umkehren mussten (und wir dachten, dass wir nach Südamerika hart im Nehmen seien), um den Mietwagen nicht zu sehr zu malträtieren. Die Wanderwege in den Nationalparks, die wir besuchten, waren betoniert und meistens konnte man den unglaublich lauten LKW-Verkehr naheliegender Landstraßen hören. Schlimm war, als Freddy aus dem Nichts von einem aggressiven Schäferhund namens Terror angegriffen und gebissen wurde, der Besitzer sich wie ein Arschloch verhielt und wir im ganzen Land herumtelefonierten und keinen Tollwutimpfstoff bekommen konnten. Zum Glück ist das Tollwutrisiko in Costa Rica allgemein sehr gering und wir konnten den Tierarzt erreichen, der uns bestätigte, dass die blöde Töle wenigstens geimpft war. An Baden war mit der frischen Wunde dann leider auch nicht mehr zu denken.
Zwischendurch fragten wir uns immer wieder, ob was mit uns nicht stimmt, weil uns auf der Reise von so vielen vorgeschwärmt wurde, wie toll dieses Land sei.
Aber: es war natürlich nicht alles schlecht, und die Natur hat vieles kompensiert. Wir hatten zwischendurch eine Unterkunft mitten im Dschungel, wo morgens Affenherden direkt an uns vorbei turnten. Wir stellten fest, dass wir mittlerweile auch ohne Guide gut im Tiere entdecken sind, und haben verschiedene Pfeilgiftfrösche, Schlangen (zB eine fantastisch getarnte Viper, die ihr Nest bewachte, und eine Korallenschlange an einem Baum), Tucane, Fledermäuse, Echsen, Coatis, Alligatoren, Pekaris und Agutis entdeckt. Und zum ersten Mal in unserem Leben Faultiere (Dreifinger-Faultiere), zum Teil mit Jungen. Was für besondere Tiere, die in ihrer Langsamkeit doch so beweglich und elegant sind. Das waren tolle, einzigartige Erlebnisse, an die wir gerne zurückdenken werden, und der Rest ist abgehakt.
Ganz unabhängig davon, dass Costa Rica das erste Land war, das uns als Gesamtpaket nicht gefallen hat, merkten wir auch, dass wir reif für einen Tapeten- und Kulturwechsel waren, und freuten uns sehr auf die USA.
