Unterwegs in Costa Rica
Man kann es drehen und wenden wie man es will: Costa Rica war nix für uns. Nach dem Aufenthalt in San José mieteten wir uns ein Auto, aber wohin wir auch fuhren, die Zeit war...


Veröffentlicht: 05.09.2025





























Nun ging es zurück mit dem Boot und dem üblichen Prozedere mit den kleinen Taxibooten in den Häfen nach Santa Cruz. Positiv überrascht waren wir von unserem Hostel, nachdem wir bisher den Eindruck auf Galápagos hatten, dass ausnahmslos alles schwarz gemacht wird, wurden wir richtig registriert und bekamen sogar eine Rechnung.
Auch hier auf der Insel kann man zu diversen Schnorchel- und Tauchbootsausflügen aufbrechen, aber wir hatten nach unseren bisherigen Ausflügen das Gefühl, dass wir den Tieren nah genug gekommen waren (vielleicht auch an der ein oder anderen Stelle zu nah) und noch sehr von diesen Erlebnissen zehren konnten. Und so toll auch die Landschaften und Tiere waren, die Ausflüge waren sehr teuer und wir wurden von den Guides eigentlich nur als wandelde Dollarnoten angesehen, teilweise wurde uns nicht mal richtig Hallo gesagt und nur das Notwendigste interagiert. Von dem schon erwähnten nur rudimentären Wissen über die Natur ganz zu schweigen.
Einmal ließen wir uns aber noch gezwungenermaßen auf das Guide-Spielchen ein, als es zu den Las Grietas ging, einer Art Mini-Canyons, in denen man ganz gut schwimmen kann. Bis vor nicht allzulanger Zeit konnte man dort kostenlos hin (bzw. es war mit den hohen Nationalpark-Gebühren abgegolten), aber dann hatte man sich überlegt dass man ja den Touris hierfür noch 10 Dollar extra pro Person abknöpfen konnte. Dafür wurden wir von einem "Guide" einen total eindeutigen Weg entlanggejagt und sofort bei Ankunft wieder verlassen, da er die nächsten Touristen einfangen musste. Der Ort war zum Schwimmen ganz nett, aber auch nicht spektakulär. Nach einer knappen Stunde wurden wir dann wieder aufgefordert zu gehen. Na ja, wenigstens konnten wir zurück dann in Ruhe laufen...
Gut in Santa Cruz war das Museum of Nature - es war eingermaßen modern war und brachte gut rüber, warum die Inseln so besonders sind und im Kontext zur Erdgeschichte, Evolution, Klima. Der öffentlich zugängliche Teil der Charles-Darwin-Research-Station allerdings wirkte etwas altbacken. Hoffentlich ist die Forschungsabteilung etwas moderner aufgestellt. Auf die zu bezahlende Schildkrötenaufzuchtstation verzichteten wir. Eine Sache, die uns immer mehr auffiel, war das Fehlen von Kultur. Da die meisten Einwohner der Galápagos-Inseln in den letzten Jahrzehnten zugezogen sind, scheint ihre Identität fast ausschließlich aus Tourismus zu bestehen, was ein bisschen schade ist. Na ja, die Superstars sind eben die Tiere und Pflanzen, und die Menschen allenfalls Statisten.
Einen Tag mieteten wir uns Fahrräder (die letzten Schrottgurken) und strampelten über 600 hm hoch in das grüne Hochland der Insel. Bei der Hitze eine ziemliche Tortur, wir waren auch die einzigen, die so unterwegs sind und die Einheimischen hielten uns für verrückt. Hier kamen wir in kleinere Dörfer im Hinterland, in denen nicht viel los war, auch mal ganz nett. Hin- und wieder sahen wir riesige Landschildkröten auf den Feldern herumspazieren, eine klaute vor einem Haus offenbar dem Hund sein Essen oder Trinken. Schließlich kamen wir zu unserem Ziel, den Los Gemelos, zwei großen eingestürzten und stark bewachsenen Hohlkammern (die wieder dadurch entstanden, dass die obersten Schichten der Lava sich verfestigten, während die noch flüssige heiße Lava darunter weiterfloss). Hier gab es Giant Daisy trees zu sehen (Scalesia pedunculata) aus der Familie der Korbblütengewächse (dazu gehören auch Mageriten, Sonnenblumen, Salat), die zu "Bäumen" bis zu 20 m hoch wachsen. Die Korbblütler haben in der Galápagos-Pflanzenwelt eine ähnliche Rolle wie die Darwin-Finken in der Tierwelt: je nach Bedingungen auf dem Archipel enstanden wahrscheinlich aus einem einzigen Gänseblümchen, das es auf die Inseln schaffte, viele verschiedene endemische Spezies, die sich in verschiedenen Formen als Büsche oder Bäume an die verschiedenen ökologischen Nischen anpassten. Sie spielen eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem hier, da sie verschiedenen heimischen Vögeln Nahrung und Unterschlupf bieten und viele Bestäuber anlocken. Gleichzeitig sind die Giant Daisy Trees besonders gefährdet, da sie nur alle 15 Jahre aussamen (die Bäume sterben danach in der Regel ab und eine neue Generation wächst heran) und gegen invasive Arten wie den Guavebäumen, die sich ständig vermehren, kaum eine Chance haben. Es besteht also leider eine relativ große Gefahr, dass diese Species bald aussterben wird. Auf dem Rückweg gab Marikes Fahrrad dann komplett auf und die Kette, die vorher schon unzählige Male herausgesprungen war, verkeilte sich komplett. Zum Glück ging es ja immer nur bergab, so dass wir es auch ohne Pedale einigermaßen smooth zurück zu dem Fahrradladen schafften. Dort interessierte man sich nicht sonderlich für die fehlende Funktionsfähigkeit der Fahrräder, wird also den nächsten Touristen wieder ähnlich gehen.
Ansonsten chillten und schnorchelten wir am Strand, beobachteten Lobo Marinos und trauten uns nach unserem Trauma in Trujillo wieder an Fisch heran und aßen einige Male den wirklich frischen und köstlichen Brujo in einem kleinen netten Einheimischen-Lokal. Und lasen uns gegenseitig ganz viel über die Biologie der Tiere und Pflanzen vor, einfach total faszinierend!
