horsewithnoname
horsewithnoname
vakantio.de/horsewithnoname

La Paz I

Veröffentlicht: 03.06.2025

Willkommen in La Paz, bzw zunächst im angrenzenden höhergelegenen El Alto, ursprünglich ein Stadtteil von Bolivien und mittlerweile eine eigene und sogar größere Stadt als La Paz, zusammen wohnen in dem Ballungsraum ca 2 Mio Menschen. Hier schlängelten wir uns zunächst eine gefühlte Unendlichkeit durch enge sich die Hügel hoch und hinunterwindende vollgestopfte Straßen, durch die es kaum ein Durchkommen gab, da konnten alle Verkehrsteilnehmer so viel Hupen wie sie wollten. Und dann wurden wir aus dem Bus in dieses Gewusel aus Menschen, Dreck und Autos ausgepuckt und mussten erst mal klar kommen. Ein sehr geschickter Taxifahrer brachte uns aber erstaunlich schnell auf Schleichwegen weiter hinunter in die Stadt in das ziemlich reiche und sichere Viertel Sopocachi (grundsätzlich gilt: je niedriger man lebt desto reicher), wo sich unser Hostel befand, ein ziemlich krasser Gegensatz zu anderen Ecken der Stadt. 

La Paz ist der höchstgelegene Regierungssitz der Welt (die Hauptstadt von Bolivien ist aber Sucre). Innerhalb der Stadt gibt es einen unglaublichen Höhenunterschied von fast einem Kilometer von 3200 - 4100 m, aber zum Glück mit einem genialen städtischen Netz aus hochmodernen Seilbahnen der Firma Doppelmayr, mit denen man elegant das Chaos und die Höhenunterschiede überwinden kann. Und es wurde eine unserer Lieblingsbeschäftigungen, mit der Seilbahn herumzufahren und den unglaublichen Blick auf die verschiedenen Stadtteile und die spektuakuläre Bergkulisse, von der die Stadt eingerahmt wird, zu genießen.

Die nächsten Tage gondelten und wanderten wir zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt (Kirchen und Plätze eher reizlos und unspektakulär), besonders toll waren die Feria in El Alto (ein riesiger Freiluftmarkt, ähnlich einem Flohmarkt mit Ständen voller Klamotten, Werkzeug, Haushaltsgegenständen, Essen, die sich kilometerlang durch die Straßen schlängeln, und kaum ein Durchkommen weil alles voller Menschen ist), dem Mercado de las Brujas (Witchet Market), wo man allerlei Kräutertinkturen, Lamaföten und anderen Hokuspokus zur gewünschten Lenkung aller Lebenslagen erwerben kann, und zwei besonders tolle Museen: das National Art Museum, das auffällig viele moderne Kunstwerke von Frauen und zum Thema Frauenrechte hatte, war echt gut. Und das etnografische und Folkloremuseum, wo wir über die Vielfalt der bolivianischen Kultur und traditonellen Kleidung staunten. Besonders cool waren die Karnevalsmasken, die teilweise an die bayrische Maschkera zu Fasching erinnerte, teilweise superexotisch und oft asiatisch anmutete.

Erwähnenswert - auch wenn wir es selber nicht gesehen haben - ist die Vorliebe der Bolivianer fürs Catchen. Hier treten besonders weibliche Wrestlerinnen - die Cholitas - in Schaukämpfen oft in traditionellen Gewändern gegeneinander an, muss ne Riesenstimmung dabei sein!

Leider waren wir die ganze Zeit nicht hundert Prozent fit, und hatten den Eindruck dass uns die Höhe auf lange Sicht mehr und mehr zusetzt, weil es doch eine dauerhafte Belastung für unsere Körper darstellt. 



Antworten

Bolivien
Reiseberichte Bolivien