Máncora
Uns ging es wieder einigermaßen gut und wir wollten möglichst schnell raus aus unserem Hotelzimmer, und vor allem unabhängig von den Kochkünsten anderer sein. Also ging es...


Veröffentlicht: 20.07.2025


























Da wir nun dank der ganzen Faulenzerei gar nicht mehr so viel Zeit hatten bis zu unserem Flug nach Gálapagos, beschlossen wir einfach direkt nach Guayaquil zu fahren, von wo aus der Flieger gehen sollte.
Grenzübertritt mitten in der Nacht klappte wieder mal sehr gut, es wurden nur unsere Gelbfieberimpfungen genau überprüft, weil es ein paar Ausbrüche gegeben hatte. Eigentlich benötigt man für den Grenzübertritt über Land mittlerweile ein (übersetztes) polizeiliches Führungszeugnis, ein Versuch der Regierung, die stark streigende Kriminalität im Land in den Griff zu kriegen. Als wir die Grenzbehörde im Vorfeld allerdings nach einer Ausnahmegenehmigung gefragt hatten, erfuhren wir, dass dieses Verfahren nicht für Touristen gilt.
Wir wussten schon im Vorfeld, dass Guayaquil nicht der allerbeste Ort für Reisende ist. Ecuador, das vor einigen Jahren noch als friedliches Land galt, hat sich leider im Zuge der Corona-Pandemie, welche die Kokain-Handelswege in Südamerika neu gemischt hat, zur Hochburg von Drogenbanden entwickelt, und in diesem Zuge leider auch zu einem der gewalttätigsten Länder in Südamerika. Und in Guayaquil explodiert die Gewalt besonders, hier gibt es eine der höchsten Mordraten der Welt.
Da wir aber im Internet vorab gesehen hatten, dass dennoch touristisch einiges geboten ist, zB Ausflüge zu Vulkanen, Haciendas oder Mangroven, und dass es ein paar Stadtteile gibt, in denen man sich sicher bewegen kann, dachten wir, dass wir uns die Zeit schon gut vertreiben können würden. Bei Ankunft dann allerdings die Ernüchterung, dass all diese Touren nicht regulär angeboten werden, und privat unbezahlbar wären.
Auch die reale Stimmung in der Stadt fühle sich komisch an. Zum Frühstück im Hotel liefen Nachrichten, wo der Polizeichef in voller Kampfmontur von seinem Erfolg gegen irgendwelche Bandenmitglieder berichtete. Auf dem Weg in die Einkaufsmall im sicheren Viertel (in dem wir uns Schnorchel und Taucherbrillen besorgten) wurden wir "abgecheckt", Kioskbesitzer bedienten nur durchs Gitter hindurch auf die Straße, und als wir in ein einfaches Restaurant wollten, musste die bewaffnete Security erst mal das vergitterte Tor öffnen, das auch sofort hinter uns wieder geschlossen wurde. Und dann konnte man sich nur ziemlich teuer mit dem Taxi von A nach B bewegen. So schrumpfte diese 2-3 Millionen-Stadt für uns auf eine eigentlich zu überschaubare Größe.
Dennoch verbrachten wir die Zeit dann noch ganz gut mit dem Besuch in den wenigen geöffneten Museen (viele hatten echt Wasserschadenprobleme und viele Räume waren geschlossen, auch schade um die Kunst), im Iguana-Park, und an der Promenade am Fluss. Als die Seilbahn am letzten Tag nach Wartungsarbeiten wieder eröffnet wurde, gondelten wir auch über den Rio Guayas nach Dúran. Da es hier aber angeblich besonders gefährlich sein sollte, trauten wir uns nur kurz zu bleiben und fuhren schnell zurück.
Unsere Zeit in Südamerika neigte sich dem Ende zu, und unsere Stimmung war eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude auf Gálapagos und die Welten, die noch vor uns liegen.
