El Calafate
Auch der stärkste Sturm geht vorüber und so konnten wir bei Sonnenschein am nächsten Tag zum nächsten klassischen Stop in Patagonien aufbrechen, El Calafate. Von hier kann man...


Veröffentlicht: 06.02.2025
Eine weitere fantastische Busfahrt mit tollem Bergpanorama führte uns nach El Chaltén. Dieser kleine etwas abgelegene Ort, in dem man ausschließlich vom Tourismus lebt, liegt ebenfalls am Nationalpark Los Glaciares und fehlt auf keiner klassichen Patagonienroute.
Der Vorteil hier ist, dass man seine Wanderungen direkt vom Ort aus starten kann und nicht wie sonst in Patagonien erst lange fahren muss. Leider sind seit Ende letzten Jahres auch hier für jeden Besuch - sei es kleiner Spaziergang oder eine große Wanderung - horrende Parkgebühren fällig, die in Kombination mit den hohen Kosten im Ort für Übernachtung und Essen etwas abschreckend sind. Aber nun sind wir schon mal da und auf die Euro hin oder her kommt es mittlerweile schon nicht mehr an. Wir erfreuen uns an den tollen Bedingungen in Europa, wo der Zugang zur Natur zum größten Teil frei ist.
All das war aber vergessen, sobald wir uns bei der ersten kleinen Wanderung einen Blick auf die grandiose Bergkulisse werfen konnten. Und der Wind wehte und die Kondore kreisten über unseren Köpfen - herrlich!
Es folgte eine längere Wanderung zur Laguna Torre an einen Gletschersee mit tollem Blick auf deie Gletscher und kleinen Eisberge.
Wiederum am nächsten Tag wanderten wir bei dem besten Wetter auf der gegenüberliegenden Seite, wo uns ein Postkartenpanorama mit voll sichtbaren Gipfeln des Cerro Terro, Torre Egger und Fitz Roy überwältigte.
Aber so wunderschön das Wetter an diesem Tag war, so schlecht war es am nächsten. Vom Rio Electrico einige Kilometer von El Chalten wollten wir zur Laguna de los tres zu wandern, eine Wanderung von der insbesondere Marike lange geträumt hat. Morgens regnete es und die Wolken hingen so tief, dass von der Bergkette überhaupt nichts mehr zu sehen war. Wir starteten trotzdem, da das Wetter in Patagonien angeblich ja nie lange gleich bleibt. Nachdem unsere Fahrt mit dem Minitaxi etwas früher als erwartet endete weil ein anderes Auto sich in einer Brücke festgefahren hatte, stapften wir bei Nieselregen los und hofften das Beste. Das trat leider nicht ein - erstaunlicherweise gab es den ganzen Tag über überhaupt keinen Wind, die Wolken hingen tief im Tal und es regnete sich richtig schön ein. Schön war die Wanderung trotzdem bis auf die Tatsache, dass einfach kein Scheiß Berg auftauchen wollte (den Piedras Blancas Gletscher auf dem Weg konnten wir zum Glück ein bisschen erkennen). Aber die gut 20 km bei Regen zogen sich dann. Schweren Herzens verzichteten wir auf den letzten Kilometer/ die letzten 400 hm, da es nassgefroren und bei null Sicht einfach keinen Sinn machte, zur Lagune aufzusteigen. Man kann eben nicht alles haben!
Am nächsten Tag war das Wetter wieder besser, aber wir konnten uns nicht aufraffen die Wanderung noch mal zu machen. Daher gingen wir nur im Tal spazieren und zu einem kleinen Wasserfall. Der Weg war schön, aber der Wasserfall eklig überfüllt weil man fast komplett mit dem Auto hinfahren konnte.
Die Natur an diesem Fleckchen Erde ist wirklich wunderschön, und ein bisschen beneideten wir die naturverbundeneren und tougheren Typen hier um uns herum, die mit längeren Treks und (Eis-)Klettern noch mehr in die Natur eintauchen können als wir.
Schön wars, weiter geht`s!
