Lisbon?Lisbon
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Der erste Tag oder Fado und Wein

Veröffentlicht: 05.01.2022

Warum nicht? Buchen und ca. zwei Tage später geht’s schon los… nach Lissabon. Der Tag zieht sich, aber ich hab noch die Gelegenheit, Mareike zu besuchen und im Anschluss fahre ich zum Flughafen. Es ist ruhig, beängstigend ruhig, als wäre man in einem Schweigekloster, statt an einem Flughafen. Die nette Frau an Sicherheitsschalter weisst mich darauf hin, wie ich meine Flüssigkeit im Handgepäck zu packen habe. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich, obwohl ich sehr viel und schon lange fliege, es jedes Mal falsch mache. Sei’s drum. Einen Stop zum Essen oder Trinken kann ich nicht einhalten, denn ich muss ans andere Ende des Flughafens. Das Boarding beginnt (gleich mit Racial profiling at its best: Sie sehen als , als können Sie bestimmt Spanisch oder Portugiesisch und können uns helfen…😂).

Ich muss sagen, dass ich mich wirklich sehr gefreut habe, endlich wieder eingequetscht in einem Eisenteufel zu sitzen.

Lissabon empfängt mich mit etwas Regen, und sehr freundlichen Menschen. Ich werde zwar erst dem falschen Zimmer zugewiesen - ich stehe schon nackt vor der Dusche, als das Telefon klingelt und der Herr von der Rezeption mitteilt, dass er einen Fehler gemacht habe -, erhalte dann aber mein richtiges Zimmer und freue mich über diese schöne Unterkunft Residencial Florescente ( http://www.booking.com/Share-38ZsCA)

5h, länger kann ich nicht schlafen. Nach einem leckeren Frühstück, ich entscheide mich für Bohnen und Brot, nehme ich die ersten Eindrücke der Stadt wahr. Lissabon zeigt sich mir multikulturell, sonnig, freundlich und nicht aufdringlich. Ich schlendere noch ohne Plan durch die Straßen, um 12:00 Uhr soll ich beim Rossio Square, der gleich bei meinem Hotel ist, sein, dort beginnt die Walking Tour gebucht bei Airbnb

https://abnb.me/VYlnt8JoCmb

Also habe ich noch Zeit und laufe zum Wasser, lass mich sonnen, vom Mann im Spider-Mankostüm zum Lachen bringen, und mache den Bahnhof, zu dem ich am Freitag muss, ausfindig. Da lerne ich auch Milo kennen. Dann schlendere ich zum verabredeten Treffpunkt:

Luis, der Guide, ist ein Geschichtsnerd, früher Surfer (Ich hatte mir Surfer rein optisch immer anders vorgestellt.😀) und lebte zwei Jahre in Mosambik. Na sieh einer an. Ein Pärchen aus Belgien nimmt auch teil, sie wollen ihre neue Heimat auf Zeit besser kennenlernen. Danach soll es wohl nach Kanada gehen - ich bin schon etwas neidisch auf ihre Möglichkeiten, die sie aufgrund ihrer Jobs haben, beide arbeiten für startup Unternehmen bzw er, Timothy, hat sein eigenes Startup.

Nun sind wir aber hier und wollen etwas über die Stadt erfahren.

So erfahren wir u.a.:

  • - Lissabon ist 3000 Jahre alt und nach Athen die älteste Stadt Europas
  • - Es hat die längste fascist dictatorship Periode
  • - Castle of saint Jorge war die erste Sehenswürdigkeit in Lissabon
  • - 1755 gab es ein Erdbeben der Stärke 9,7, gefolgt von einem Tsnunami
  • - Bertrano ist der ältester Bücherladen weltweit
  • - Portugal ist das erste Land der Welt, das den Drogenkonsum dekriminalisierte 2001 ( na da hätten wir ja doch zugreifen können, als uns etwas auf offenerer Straße angeboten wird) und wurde damit seine Heroinprobleme los
  • - Das Wort Fado kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Schicksal". Etwas so Schweres und Ernsthaftes wie das Schicksal zum Ursprung zu haben, hat seinen Charakter geprägt. Deshalb singt er so gern von starken Gefühlen, von Liebeleien und dem Ende der Liebe, von Verrat, Eifersucht, Rache und Unglück. Aber anders als behauptet wird, ist der Fado nicht immer traurig. Er ist oft frech und bohemienhaft und versteht es wie sonst niemand, den Geist seines Volkes - der Fischhändlerinnen, der Seeleute, der Taugenichtse, der Spitzbuben, letztendlich des ganzen Nachtlebens von Lissabon - zu besingen. In jüngerer Zeit hat eine neue Generation von Fado-Sängern und Instrumentalisten neue Klangelemente in den Fado eingebracht, die ihm ungeahnte Facetten verleihen, ohne dabei seinen Charakter zu verändern. Im November 2011 wurde der Fado von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.
  • - Ginja ist ein süßer Kirschlikör, der in den gleichnamigen Bars angeboten oder privat auf dem Hinterhof verkauft wird. In so 1 bar passt aber maximal eine Person oder zwei Personen.An kauft den Likör dort also, und stellt sich draußen an die Stehtische.
  • - Ach ja, und eine Menge geschichtlicher Fakten, die ich mir nicht merken konnte 😃

Nach 3,5h sind wird fertig, meine Klausuren, die ich im Anschluss nett in einem Café korrigieren wollte, lasse ich doch lieber in der Tasche. Ich bin etwas müde, aber vor allem verschwitzt und möchte zunächst erstmal nur eins: duschen.

Gesagt, getan, und ins Bett geht’s auch kurz. Dann meldet sich Milo, wir verabreden und auf einen Likör um halb acht. Er bringt Socken- denn ich habe offensichtlich meine Socken zu Hause vergessen, auch vergessen, hier welche zu kaufen, und der Boden in meiner Unterkunft ist doch recht kalt. Nun kommt mein Schirm auch zum Einsatz, denn es regnet leicht, so dass es uns zu ungemütlich wird, um draußen an Stehtischen zu bleiben.

Wir kehren in in ein portugiesisches Restaurant in eine Firma ein uns zwei Wünsche erfüllen sich sofort, die sich bei mir an Tagen wie entwickelt haben. Das nenne ich Fügung - FadosängerInnen spielen und ich kann grünen Wein probieren 😃.

Ich erkläre ihm, dass ich kein Fleisch esse, und sage, er solle einfach was bestellen, weil ich die Speisekarte halt nicht lesen kann. Nunja, ein riesiger Teller mit Muscheln steht plötzlich vor mir. Aber ich will nicht unhöflich sein, und probiere das Meerestier- oh mein Gott, wie geil, mit Tonnen an Knoblauch und Spinat. Und Brot. Ich liebe es (leider). Der Abend ist lustig, informativ, interessant, laut.

So kann der erste Tag hier enden, um 12 Uhr muss ich aber dringend ins Bett. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. 

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