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Geburtstagsüberraschung

Veröffentlicht: 28.02.2018

"Du hast jetzt eine Stunde Zeit diesen Koffer zu packen!"

So lautete der Auftrag von meiner Frau Caro nachdem ich mein "Geburtstagsgeschenk" auspackte und ein kleiner Trolley zum Vorschein kam. 

"Wir fliegen heute noch weg übers Wochenende."

Ein schöneres Geschenk konnte sie mir gar nicht machen. Ich hatte allerdings keine Ahnung wohin es ging, nur dass es dort relativ kalt sei. Als ich das Nötigste gepackt hatte, klingelte es und ein befreundetes Pärchen stand noch plötzlich vor der Tür - natürlich mit einem Geburtstagsbierchen und Flugtickets im Gepäck. Was für eine Überraschung!!!

Doch wir mussten zeitig los um unseren Flug nicht zu verpassen. Auf dem Weg konnten wir unsere ethanolhaltige Ekstase fortsetzen (außer unser armer Fahrer) und so kamen wir pünktlich am Flughafen München an. Nach etlichen Bierchen rief Caro voller Inbrunst und Vorfreude: "Tallinn, Tallinn, wir fahren nach Tallinn!" - ohne im ersten Moment zu registrieren, dass ich bis dato über unser Reiseziel noch keinen blassen Schimmer hatte. Die plötzlich einsetzende Gesichtsentgleisung aller Beteiligten über diesen Satz ging fließend in ein lautes Lachen über. Und so war also auch ich informiert, wo ich meinen restlichen Geburtstag noch feiern werde - in der Hauptstadt von Estland.

Willkommen in Estland!

Nach nur zwei Stunden Flugzeit erreichten wir gegen 23:30 Uhr Tallinn, das bereits friedlich vor sich hinschlummerte. Unser Hotel hatten wir direkt in der schönen Altstadt. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, schwärmten wir noch aus, um uns ins estnische Nachtleben zu stürzen. Ein echtes Schmankerl fanden wir in einer kleinen Gasse - das Labor. Dabei handelte es sich um eine Cocktailbar, in der die Drinks in Reagenzgläsern und Erlenmeyerkolben serviert werden. Pfiffige Idee, aber waren die alkoholischen Gebräue auch genießbar? Dies mussten wir natürlich höchstpersönlich und ausführlich testen. Und was soll ich sagen? JA, sie waren definitv gut - zu gut.

Pfiffige Cocktailbar

Drinks in Bechergläsern ...

... und Reagenzgläsern

Gegen 04:30 Uhr fielen wir dann todmüde und sichtlich angeschickert ins Bett um auch sofort einzuschlafen. Nach einer kurzen, aber auch erholsamen Nacht starteten wir nach dem Frühstück einen Fußmarsch um erstens den Restalkohol abzubauen und zweitens die Altstadt von Tallinn zu erkunden. Auf diese Weise lässt sich die Atmosphäre dieser Stadt am besten aufsaugen.

Blick auf die Altstadt von Tallinn

Alles ist richtig herausgeputzt und mit liebevollen Details versehen. Mittelalterfans kommen in Tallinn voll auf ihre Kosten. Man kann an jeder Ecke mittelalterliche Läden und Lokale finden, in denen man sich von kostümierten Esten bedienen lassen kann und typische Speisen serviert bekommt. Man fühlt sich tatsächlich kurzzeitig 500 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt - ideal zum Abschalten und Erholen.

Vom Rathausplatz aus ...

... lassen sich viele Gassen mit Läden und ...

... Sehenswürdigkeiten wie die Alexander Newski-Kathedrale erreichen

Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem und ohne Stress an einem Tag erkunden. Empfehlenswert sind vor allem die kleinen Gässchen, in denen man kleine Läden und Kaffeehäuser findet. Unbedingt reingehen und ausprobieren!

Es gibt sogar eine Light-Version der Berlin Dungeons - also eine Art Geisterbahn mit echten Schauspielern, die auf gruselige Weise die Geschichte der Stadt erzählen. Leider kann das Tallinn Dungeons mit den Originalen nicht mithalten, auch wenn sich die Akteure sichtlich darum bemühen. Zudem ist der Eintritt von 16 Euro sehr teuer.


Ist ein Wochenende in Tallin ausreichend?

Im ersten Moment scheint es völlig abwegig und irrsinnig für zwei Nächte in ein anderes Land zu fliegen. Aber seien wir mal ehrlich: Ob man jetzt 2-3 Stunden im Flugzeug sitzt oder die gleiche Zeit im Auto ist eigentlich egal - vorausgesetzt der Flugpreis ist günstig.

Die liebenswerte und reizende Altstadt von Tallinn lässt sich sehr leicht und bequem in zwei Tagen erkunden. Ich hatte nach dieser Zeit nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben. So lässt sich ein wunderschönes Wochenende in der baltischen Stadt verbringen und ein bisschen ein Land kennenlernen, das die meisten nicht auf dem Schirm haben.

Teil der alten Stadtmauer von Tallinn 

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