Also weiter,... das ist ja kein SpaĂ hier!
Neben der Arbeit im Krankenhaus - so der Plan - will ich hier in der tollsten Stadt der Welt jeden Tag ein Abenteuer erleben. Tag 1 (Mo.) hat geklappt! Tag 2 (heute, Di.) klappt...


Veröffentlicht: 18.05.2019
Was ist das schön hier!Â
Ganz ernsthaft :
Ich war in den Wochen vor meiner Auszeit immer mal wieder von komischen Ăngsten geschĂŒttelt:
"Und was, wenn es langweilig wird?"Â
Ich mache keinen Quatsch. Ich reise schlieĂlich alleine. Ich nehme weder meinen Fernseher, noch meine Couch mit, weder die Arbeit, noch meine Hobbys, keine Familie, keine Kollegen ....Â
Und so kroch diese Angst geradezu kafkaesk in mir hoch.Â
Ich sitze irgendwo rum, gucke auf die Uhr, warte, dass die Zeit vergeht, wĂ€re gerne in der Schule oder bei Mutti oder beim kurdischen BĂ€cker in Celle und Ă€rgere mich maĂlos darĂŒber, dass ich hier mein Gespartes raushaue fĂŒr etwas, auf das ich doch eigentlich keinen Bock habe und von dem ich hoffe, dass es bald vorbei ist. đł
Aber siehe da:
Was ist das schön hier!Â
Um es mit den Worten von Stefan Stoppok zu sagen:
"Ich bin so gut drauf im Moment. Da hat mir mein Arzt Depressiva verschrieben, damit ich stimmungsmĂ€Ăig wieder normal werde."Â
Und "langweilig" war das bisher ĂŒberhaupt nicht, gar nicht, ĂŒberhaupt nicht, nein, nein, nein!Â
Die zwei Wochen Praktikum waren natĂŒrlich nicht "schön" wie der Besuch in einem Museum, das lange Ausschlafen, Sex mit prallbusigen Studentinnen oder ein Softeis auf die Hand.Â
Die 14 Tage in Berlin-Wedding und das Praktikum in Wien waren anstrengend, aufregend, mitunter ĂŒberfordernd, aber eben grandiose Erfahrungen. Und darum ging es mir.Â
Ansonsten passt das mit Berlin und mir einfach. Das ist Liebe! â€ïž Ich kann gar nicht genau sagen, was es ist. Aber so ist das mit der Liebe. Man liebt halt irgendwo bedingungslos: StĂ€dte, Frauen, FuĂballvereine...
Am Mittwoch habe ich mir bei Fielmann am Alexanderplatz eine neue Sonnenbrille bestellt.Â
Das wĂ€re nicht weiter erwĂ€hnenswert, wenn der Optiker, der mich da bedient hat, sich da nicht als ExilsauerlĂ€nder geoutet hĂ€tte.Â
"Na klar kenne ich den Franz-Josef! Meschede, Ostwig, Wehstabel, Nuttlar, woll!"Â
Usw.Â
Das Sauerland ist ĂŒberall! Und nach 13 Jahren an der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Freienohl gehöre ich irgendwie wohl doch auf Lebenszeit dazu.Â
Donnerstag war dann schööön!Â
Bine, Bille, Rainer und ich waren aus!Â
Wir waren in Neukölln und haben wieder mit Erstaunen festgestellt, dass die Zeiten sich Ă€ndern und die Menschen auch, aber unsere Frauen sind immer noch so schön wie damals im Referendariat.Â
Das ist so verrĂŒckt! â€ïž
Gerade jetzt lebe ich den Moment:
Aus dem High-End-Deluxe-Hostel bin ich gestern ausgezogen und wohne jetzt wieder bei Annette und Cord. Das hatte was von "Coming Home" gestern. đ
Sie hat heute den ganzen Tag Fortbildung, er muss noch an den Schreibtisch. Und so drehe ich gerade eine erste Runde, kaufe ein paar Brötchen und sitze jetzt im CafĂ© und erzĂ€hle meinen Tag digital.Â
Langweilig?Â
đ
Kein bisschen!Â