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Marrakech: 26.8. - 28.8.2018

Veröffentlicht: 28.08.2018

Marrakech 26.8.2018

Abdul übergab uns dort an den zuvor telefonisch bestellten Abholservice unseres Riads „Miral“. Die zwei Männer führten uns fröhlich plaudernd durch die Medina bis zum Zielort, wo sie scheinbar für uns klingelten - und wurden schlagartig sehr ernst. 20€. Wie 20€? Security Service 20€ - sofort! Ich hatte noch genau 2,60€ im Geldbeutel, doch damit begnügten sich die beiden nicht und wurden immer aufdringlicher und böser. Während ich vor lauter Panik allein mit diesen nicht berechenbaren Typen in einer winzigen Gasse Marrakeschs zu zittern begann, nahm Leon das Zepter in die Hand und klopfte an die Tür. Eine nette Dame erkundigte sich, ob es ein Problem gäbe. Es stellte sich heraus, dass ihr die Frau vom Riad ihren Mann geschickt hatte, uns zu holen. Dieser wartete wohl immer noch am Parkplatz auf uns, denn die beiden gruseligen Männer hatten sich fälschlicher Weise als Mitarbeiter des Riads ausgegeben. Geld heranschaffen. 20€ ist ein guter Verdienst. Aber nicht mit uns. Zwar behielten wir so unser Geld, ich ging aber noch eine Stunde später auf wackeligen Knien und wollte zunächst das wunderschöne Riad nie wieder verlassen. Leon dann gegen Abend doch aus der Tür hinaus in die Medina zu folgen, zahlte sich aber doch noch aus. Der Marktplatz ist super interessant, die klassische Tajine zum Abendessen ganz lecker und mit dem Sonnenuntergang kam sogar ein leichtes Lüftchen auf, sodass wir trotz der Hitze diesen aufregenden Tag auf der Dachterrasse bei einem super leckeren marokkanischen Gewürztee ausklingen lassen konnten.

Montag, 27.08.2018

Unser Riad hier in Marrakech ist so toll, wir konnten uns morgens kaum aufraffen es zu verlassen & uns ins Getümmel zu stürzen. Erster Stopp war die große Koutoubia-Moschee, ein Must-see in Marrakech, wobei wir ehrlich gesagt zügig etwas enttäuscht weiterzogen, denn so atemberaubend sie von innen sein soll, so unscheinbar ist sie von außen. Und selbst, wenn wir behauptet hätten, wir wären Ultras, echte fulltime- Muslime, hätten wir Käsigen keinen Fuß hineinsetzen dürfen. So schlenderten wir weiter unter Limettenbäumen hindurch über einen abgelegenen Lebensmittelmarkt, auf dem wir die einzigen Touristen unter Einheimischen waren und dementsprechende Blicke ernteten. Die Stände jedoch waren genial! Frisches Obst, Gemüse, Gewürze, alles, was das Herz begehrt. Mein kleines Herz begehrte allerdings vielmehr ein hübsches Hennatattoo, welches ich im Henna Art Café von einer echten La Mamma auf den Unterarm gestochen bekam - angeblich völlig ungefährlich und in zwei Wochen nicht mehr zu sehen, da braunes Henna. Ich bin gespannt. Aktuell klebt mein Arm wie Schneckenschleim. Nach einer kurzen Siesta zurück im Geschehen wurden wir bei einem frisch gepressten Osangensaft auf dem Djemaa el Fna von einem heftigen pippi-warmen Platzregen überrascht. Gerade konnten wir uns noch wo unterstellen, doch das hätten wir uns sparen können. Die ganze Stadt verwandelte sich in eine einzige Dampfsauna, vom Boden stiegen beißende Gerüche in unsere Nasen. Noch ewig später lief der Schweiß den Rücken runter. Da kam mir der aggressiv-aufdringliche Flyerverteiler ganz gelegen. Im Handumdrehen verwandelte ich den Restaurantflyer in einen Luftfecher, worüber der Kerl sich prächtig amüsieren konnte. Zur Vorspeise aßen wir im angesagtesten Schnellimbiss unter den Einheimischen, den Hauptgang sollte es auf dem berühmten Foodmarket auf dem Djemaa el Fna geben. Naja, was soll ich sagen? Wir ersetzten den Hauptgang lieber durch ne Fanta vom Kiosk und waren froh, dass wir zuhause so viele brilliante deutsche Schimpfwörter gelernt hatten. Wie Pyranjas stürzten sich die Standbesitzer verbal und physisch auf dem Foodmarket auf uns potentiellen Kunden. Wir jedenfalls hatten die Schnauze voll von dem Gewusel und zogen uns ins Riad zurück.

Dienstag, 28.08.2018

Etwas unausgeschlafen räumten wir am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück inkl. Ei mit ganz traditionell marokkanisch Salz und Kreuzkümmel gewürzt (das war wohl etwas zu marokkanisch für Leons empfindlichen Magen) das Zimmer. Zwei kleine Spatzen hatten sich im Innenhof des Riads gestern Abend vor dem Regen geschützt und den Weg in die Freiheit nicht mehr gefunden, was sie uns die halbe Nacht zu erzählen versuchten. An diesem Morgen testeten wir zum ersten Mal unser Handelkönnen: von 50 auf 30 Dhm für ein Taxi zum Busbahnhof. Dort kauften wir ein Ticket nach Essaouira und verbrachten die zu warteten drei Stunden im Café im nahegelegenen Bahnhof. Plötzlich ging alles sehr schnell und ehe wir uns umsahen, hatten wir noch ein Extraticket für unser Gepäck gekauft (jaja, die Marokkaner sind echte Geschäftsmänner) und saßen im Bus in Richtung Atlantik. Inshallah Marrakesch

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