Go East - Mit dem Fahrrad zu Ev. Gemeinden in Osteuropa
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8. Tag 16. Juli - Gespräch mit der Pastorin der Böhmischen Brüder in Kolin

Nach der Morgenroutine radelte ich weiter den Elberadweg bis Kolin. Aber der Weg war so schlecht, dass ich nur mühsam über die Huckelpiste vorankam und der Sattel mein Po wieder wund machte. In einen Cafe in Kolin brauchte ich vier Steckdosen zum Stromladen von Handy, Laptop, Camera und Übersetzergerät, aber das Personal gewährte mir freundlicherweisemir notwendigen Strom. In der Zwischenzeit schrieb ich an meinen Reiseblog und recherierte über die Evangelische Gemeinde in Kolin. Am Mittag erreichte ich telefonisch die Pastorin von Kolin. Aber sie könnte erst 18 Uhr kommen, weil sie noch unterwegs ist. Ich besuchte deshalb die ehemalige Synagoge von Kolin (Foto), welche früher eine sehr lebendige Gemeinde hatte. Die Kassierin sagte, dass heute keine Juden mehr in der Stadt leben. Für die ehemaligen jüdischen Stadtbewohner der Stadt wurden sogenannte Stolpersteine (Foto) vor ihren Wohnhäusern auf dem Fußweg eingelassen. Danach dahin plante ich die grobe Richtung der zweiten Woche in Tschechien, machte ein Nickerchen am Elbufer und fuhr rechtzeitig zurück.

Schon etwas früher kam die Pastorin mit ihrem Mann und Sohn zur Ev. Kirche der BB. Wie bisher zeigte auch Sie sich erstaunt über mein Interesse am Gemeindeleben der evangelischen Christen in Kolin. „Ihre“ Kirche ist ein moderner Neubau aus dem 19. Jh. (Foto). Erst vor kurzem wurde der Innenraum neu ausgestaltet, der angenehm schlicht und hell ist (Foto). Auf dem Spitzdach ist statt einem Kreuz, ein Abendmahlskelch abgebildet (Foto). Im Eingang der Kirche standen verschiedene Roll-Ups zur Historie, Gemeindeaktivitäten und Konzerten in der Kirche. Sie berichtete das ihre Gemeinde rund 300 Gemeindeglieder hat und in normalen Zeiten - wenn keine Ferienzeit ist – rund 40 Besucher zum Gottesdienst kommen und zeigte mir ein Foto von der Wandtafel (Foto). Zum Gottesdienst kommen erfreulich auch etliche junge Familien mit Kindern. Auch in ihrer Gemeinde gibt es 3,4 ehrenamtliche Organisten, die auch noch andere Instrumente spielen zum Gottesdienst. Wie bei den anderen Ev. Pfarrern die ich besuchte, hat auch sie hat noch eine zweite Predigstätte in der Nähe, wo aber nur 6-7 Gemeindeglieder kommen. Im nicht weit entfernten Pfarrhaus gibt es in der Schulzeit Kinderstunde und Seniorenangebote. Bei dem Stichwort "aktuelle Herausforderung", sprach die auch die Mission in die Stadtgemeinde hinein an. Kontakte zur Kommune halten, für den Glauben einladend sein. So weit in die Tiefe des Gemeindelebens konnten wir nicht vordringen, weil sie erst seit 2021 in dieser Pfarrstelle tätig ist und Corona, wie bei uns, vieles verhinderte. Ihr Mann arbeitet intensiv ehrenamtlich in der Gemeinde mit und kümmert sich um Medien und Öffentlichkeitsarbeit.

Nach rund einer Stunde verabschiedeten wir uns. Am nächten Tag wollte ich den 9 Uhr Gottesdienst im rund 55 km entfernten Pardubice besuchten und hatte nur noch zwei Stunden Tageslicht zum radeln. An einem kleinen See nach 38 km konnte ich der Dämmerung mein Zelt aufbauen und krabbelte gespannt hinein, was mir der Sonntag so in Pardubice bringen wird.
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