Veröffentlicht: 02.12.2025


























Ein schöner und entspannter Nachmittag auf Waiheke liegt hinter uns, und heute steht für mich die Route von Auckland über Waitomo nach Rotorua auf dem Programm.
Der Tag beginnt früh: Um 6:30 Uhr frühstücke ich im Coffee Club, bevor wir um 7:55 Uhr mit dem Bus starten. Mehrere kleine Stopps liegen auf dem Weg, doch
der Höhepunkt am Mittag ist die Spellbound-Glowworm-Tour in den Waitomo Caves – ein Ort, der mich immer wieder fasziniert.
Am späten Nachmittag erreichen wir Rotorua, checken im Hotel ein und haben später die Möglichkeit, gemeinsam im Urban Gusto zu essen. Für diesen Tag habe ich bewusst wetterfeste und praktische Kleidung gewählt: eine warme Schicht für die Höhlen, die Regenjacke griffbereit, dazu Wasserflasche, Sonnencreme und festes Schuhwerk. In Rotorua freue ich mich außerdem auf die Spa-Angebote und die lebendige Restaurant-Szene, die den Abend angenehm abrunden.
James’ Geschichte auf der Busfahrt
Während wir mit dem Bus durch die Hügel Neuseelands fuhren, erzählte James eine dieser Geschichten, die nur hier entstehen können: Eine Mischung aus Landesstolz, Humor und dem typisch neuseeländischen Understatement. Er zeigte uns ein Bild, das auf den ersten Blick absurd wirkt – ein Kiwi, der mit Laseraugen auf ein Silberfarn zielt.
Für Außenstehende mag das wie ein Insiderwitz erscheinen. Doch für Neuseeland steckt darin ein Stück Identität. Der Kiwi, eigentlich ein scheues, flugunfähiges Tier, wird im kollektiven Humor zum Superhelden erhoben. Nicht, weil er stark ist, sondern gerade weil er es nicht ist. Überzeichnung trifft auf Selbstironie.
Der Silberfarn – Symbol nationaler Stärke und sportlicher Exzellenz – wird zum Gegenüber dieses fiktiven Laserstrahls. Kein Konflikt, eher ein Augenzwinkern: zwei Ikonen, die sich in einem grafischen Meme begegnen und zeigen, wie Neuseeland sich selbst sieht – stolz, verspielt und nie zu ernst.
James’ Geschichte dazu war simpel und doch treffend: „Wenn du verstehst, warum wir über so ein Bild lachen, dann verstehst du ein Stück Kiwi-Kultur.“
Und genau das machte diesen Moment im Bus besonders: ein humorvolles Bild als Brücke in die Seele eines Landes.
Ein Tag, der sofort unter die Haut ging
Der Morgen begann mit einem Temperatursturz, der mich körperlich durchrüttelte: Von den 37–38 Grad Australiens in die frischen, klaren 8 Grad hier. Ein Klimawechsel, der sich anfühlt wie ein Reset. Die Natur stellt dich auf Null – und macht dich bereit für etwas Großes.
Schon der Weg zu den Höhlen war eine eigene Entdeckung. Eine Landschaft, die sich der Kamera entzieht, weil sie nur live funktioniert. Jeder Meter wirkte wie ein Versprechen: Da vorne wartet etwas, das du nicht vergessen wirst.
Unter der Erde – eine Welt, die man nicht erfinden könnte
Helme auf, Körper duckt sich, Schritte werden vorsichtiger. Die Gänge sind so niedrig, dass man unweigerlich an kleine, verborgene Völker denken muss. Ein Gefühl wie Mittelerde – eng, düster, geheimnisvoll.
Und dann die Glühwürmchen.
Ihr Licht wirkt magisch, doch ihr Mechanismus ist gnadenlos präzise: Sie leuchten, locken die Sandfliegen an, die bleiben in den Fäden hängen. Ein vollkommenes kleines Ökosystem – schön und brutal zugleich. Die Natur zeigt hier unten ihre eigene Art von Intelligenz.
Das Foto von Eric und mir trägt genau diese Mischung: Freude, Staunen, Respekt vor der Natur. Ein Bild, das mehr erzählt, als Worte fassen können.
Die Gespräche, die bleiben – nicht von heute, sondern von gestern Abend
Gestern beim Essen erzählte einer aus unserer Gruppe seine unternehmerische Geschichte. Keine Show, kein Beeindruckenwollen. Nur ein ehrlicher, stiller Einblick in ein Leben voller Entscheidungen, Risiken und Konsequenzen.
Ich sagte wenig. Nicht aus Zurückhaltung – sondern, weil mich seine Story traf. Weil ich verstand, was zwischen den Zeilen lag.
Merkmale, die wir Unternehmer alle kennen: der Bau des eigenen Weges, der Preis dafür, die Stärke dahinter.
Und dieses Gespräch klingt nach. Heute noch. Zwischen Höhlen, Glühwürmchen und neuen Eindrücken baut sich die Reflexion weiter aus. Das macht solche Abende wertvoll.
Elliot und Kathy – ein Vorgeschmack auf eine Art zu reisen, die sich richtig anfühlt
Elliot und Kathy sind ein Ehepaar aus Kanada, das dieselbe Reise macht wie wir. Keine Reiseleiter, keine Anbieter – sondern Mitreisende. Menschen, die auf ihre ganz eigene Weise zeigen, wie erfüllend Reisen sein kann: neugierig, offen, achtsam.
Ihre Art zu reisen wirkt wie ein Spiegel. Eine Erinnerung daran, wie wir selbst reisen wollen – so lange wie möglich.
Ein Tag wie ein Sog
Neues Hotel. Neue Umgebung. Neue Emotionen.
Doch das Besondere ist, wie sich alles miteinander verbindet: der Kälteschock, die Fantasiewelt der Höhlen, die glühenden Fäden im Dunkeln, die Gespräche, die noch nachhallen, die Menschen, die ein Gefühl von Zukunft wecken.
Das ist der Stoff, aus dem Reisen süchtig macht.
Der Stoff, der dafür sorgt, dass man am Abend im Bett liegt und denkt: Ich will mehr davon. Morgen wieder. Und übermorgen auch.
