Die letzten Eindrücke bleiben – Kurs auf das Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef wartet als letzter Höhepunkt dieser Reise. Ein ganzer Tag draußen auf dem Meer. Und gleichzeitig die klare Gewissheit: Die stärksten Eindrücke bleiben –...

Veröffentlicht: 20.12.2025





















Der Tag stand ganz im Zeichen des Tauchens – am Mackay Reef. ( also diesmal schnorcheln)
Alles andere war Beiwerk.
Was ich dort erlebt habe, lässt sich nur schwer in Worte fassen – und doch will es festgehalten werden. Der erste Schnorchel-Tauchgang dauerte gut eine Stunde. Zeit verlor unter Wasser jede Bedeutung. Das Mackay Reef öffnete eine Welt, die so intensiv war, dass sie fast unwirklich erschien.
Farben in einer Dichte und Klarheit, die man nicht erklären kann: Ocker- und Gelbtöne in unzähligen Abstufungen, leuchtendes Grün, vor allem aber Blau – jede denkbare Variante. Wer mich kennt, weiß, was das mit mir macht. Überall Leben. Jeder Stein wirkte lebendig, alles bewegte sich. Fische in einer Vielfalt, die man sonst nur aus Filmen kennt. „Findet Nemo“ ist der einzige Vergleich, der halbwegs greift – und selbst der bleibt zu klein gedacht. Gleiche Formen, gleiche Muster, aber immer wieder neu: in Rot, in Grün, in Blau, in Kombinationen, die das Auge kaum sortieren kann.
Und dann war da dieser eine Fisch. Sehr groß. Ich verzichte bewusst auf jede Übertreibung – es war einfach beeindruckend.
Irgendwann merkte ich, dass mir unter Wasser Tränen kamen. Nicht aus Angst, nicht aus Überforderung, sondern aus reiner Schönheit. Das war neu für mich. Ein stiller, sehr persönlicher Moment. Ich war mittendrin, von Fischen umgeben, als wäre ich selbst Teil dieser Welt. Das vergisst man nicht.
Ich wurde als Letzter zurückgeholt, schlicht weil ich die Zeit vergessen hatte. Oben angekommen wollten alle sofort wissen, wie es war. Ich konnte nicht sprechen. Ich brauchte Ruhe, um dieses Gefühl nicht sofort zu verlieren. Ein Gedanke war sehr klar: Danke, dass ich das erleben darf.
Der zweite Tauchgang war sachlicher, technisch geprägt. Sehr gute Briefings, hoher Fokus auf Sicherheit. Die Maske saß nicht optimal, aber Organisation und Professionalität waren auf hohem Niveau. Vor dem ersten Schnorcheln gab es einen kurzen Erfahrungsbericht eines Biologen – interessant, aber emotional nicht vergleichbar mit dem, was danach kam. Später wurden wir für Fotos auf kleine Inseln gebracht, auch das ein besonderer Moment.
Die Erschöpfung kam leise. Schnorcheln unterschätzt man leicht. Auf dem Boot bin ich kurz eingeschlafen, das Schaukeln tat sein Übriges. Ingwer gegen die Seekrankheit, müde Gesichter überall – auch bei den Jüngeren. Dieses gemeinsame Erschöpft-Sein hatte etwas Verbindendes.
Erst ganz am Ende des Tages saßen wir noch zusammen. Alle ein bisschen platt, alle zufrieden. Da wurde locker herumgefrotzelt und gelacht – unter anderem über die Geschichte mit den Kirschen, die andere wegwerfen wollten und die ich gegessen habe. Ein kurzer, humorvoller Moment, losgelöst vom eigentlichen Tag. Einfach Nähe, gemeinsames Durchatmen.
Jetzt lasse ich Bilder sprechen. Viele Bilder. Ohne große Texte, ohne Erklärung. Die Farben, die Fische, diese unglaubliche Lebendigkeit – das Mackay Reef lässt sich nicht beschreiben, nur erleben. Und bei aller Schönheit bleibt klar: Das hier ist Natur, keine Kulisse. Quallen, Haie, Krokodile – Respekt gehört immer dazu.
Ein außergewöhnlicher Tag. Einer von denen, die bleiben.
