Das Beste kommt zum Schluss
51. Tag: Lourdes war ein Erlebnis. Wahrscheinlich das eindrucksvollste auf unserer ganzen Reise. Sicher können wir das nicht sagen, weil wir in den vergangenen 51 Tagen so viele...

Veröffentlicht: 03.10.2025










Lucca ist eine der schönsten Städte Italiens – und ich habe viele gesehen ... Na gut, ein paar. Ich war im vergangenen halben Jahrhundert schon in Rom, Mailand, Verona, Venedig, Pisa, Florenz, Genua oder Catania auf Sizilien, aber keine dieser berühmten Metropolen hat mich so verzaubert wie Lucca. Der besondere Reiz liegt in ihrem Aufbau rund um die historische Stadtmauer. Sie ist über 500 Jahre alt, vier Kilometer lang und wird von einer riesigen Rasenfläche von 75 Hektar (!) umgeben – das entspricht mehr als 110 Fußballfeldern. In zwölf Metern Höhe und bis zu 30 Metern Breite führt sie rund um den Stadtkern der Stadt mit ihren gut 80.000 Einwohnern.
Wir spazierten keine fünf Minuten auf der Mauer, da war Icke schon nicht mehr zu bremsen. Zu bunt, zu verlockend war das Treiben in den verwinkelten Gassen, in denen sich ein Laden an den nächsten reiht, jedes Schaufenster verführerischer als das andere. Als wir losgingen, musste ich meine Frau noch überreden: „Aber bitte nicht weit und nicht zu lange“, hatte sie mit Blick auf ihre schmerzende Hüfte gebeten. Dreieinhalb Stunden später trottete ich mit unseren beiden Hunden und einigen zentnerschweren Plastiktüten nur noch hinter ihr her.
Wir waren kaum 500 Meter vom Stellplatz entfernt, als sich auch noch ein regionaler Markt mit Schmuck- und Textilhandwerkern vor uns auftat. Emmi, Pipo und ich suchten uns eine Bank – und ergaben uns unserem Schicksal.
Zum Glück haben wir für morgen schon einen Stellplatz außerhalb von Lucca gebucht. Fünf Kilometer Abstand sollten als „Sicherheitszone“ reichen. Aber man weiß ja nie …
Danach geht es weiter an den Bolsenasee, nur 90 Kilometer von Rom entfernt. Dort treffen wir Angelika und Martin, zwei Freunde aus früheren Wohnmobiltouren. Wir freuen uns auf gemeinsame Tage – und zuvor auf den Bauernhof der Familie Lorenzetti. Nur eins fürchte ich: Ich werde dort alle Hände voll zu tun haben, Icke aus Lucca herauszuhalten.
