Michels erste Hochzeitsfete
Nach unserer kleinen Familienzusammenkunft auf Sardinien mit Nils und Gabi, hatte ich mir vorgenommen dem Kurztrip nach Leipzig doch noch einen Beitrag zu widmen. Auch wenn es...

Veröffentlicht: 07.04.2025
Sven und ich können uns beide nicht erinnern, wann wir das letzte Mal so entspannt waren.
Unsere Tagesgestaltung wären für den ein oder anderen wahrscheinlich monoton (und wäre es für uns noch ohne Michel auch gewesen), aber wir hatten einfach eine gute Zeit. Anders kann man es nicht ausdrücken. Michel war entweder am Strand, Pool oder trainierte seine Fußball Künste.
Sven und ich waren regelmäßig an der Küste laufen und ich konnte das Schwimmerbecken für eine kurze Einheit nutzen. Das Wasser war eisig und nach 1000m hatte ich genug.
Leider sollte zum Wochenende das Wetter umschlagen und wir entschieden Samstag Morgen unsere 7 Sachen zu packen und uns auf den Weg nach Spanien zu machen. Der Wettergott sei dem Süden Spaniens besser gesonnen – hieß es.
Wir teilen die „Arbeit“ auf, einer beschäftigt sich mit Michel und der anderen packt, kocht oder räumt auf. So sind alle entspannt und es läuft rund.
Abendessen sollte bereits auf dem Tisch stehen, wenn Michel sich dem Camper nähert. Er isst i.d.R. drei gute Mahlzeiten am Tag und snackt nicht zwischendurch. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass er abends wirklich Hunger hat und das vor allem dann merkt, wenn er Essen sieht oder riecht. Davor ist er zu sehr mit Spielen oder anderen Dingen beschäftigt.
Zum Mittagsschlaf machten wir uns auf den Weg nach Blanes (Salou Camping), einem Ort zwischen Lloret de Mar und Barcelona.
Die Entscheidung für diesen Campingplatz viel schnell, denn wir wollten nicht all zu weit in den Süden und gleichzeitig benötigen wir etwas Bespaßung für unser Kind – das heißt Pool, Strandzugang und etwas Auslauf, was auf Camping Plätzen ja selten ein Problem darstellt.
Für Michel und uns ist diese Art Urlaub die beste. Wir waren schon vor Gründung unserer kleinen Familie am Liebsten so lang wie möglich an der frischen Luft und dieses Gen haben wir wohl beide Michel weiter vererbt.
Michel hat meist vor dem Frühstück und unserem ersten Kaffee den Campingplatz einmal umrundet.
Die Nächte und auch das Einschlafen waren nie entspannter als in diesem Urlaub und morgens liegen wir meist noch eine halbe Stunde zusammen da, kuscheln, lesen Bücher bis ihn dann doch die Hummeln im Hintern zu sehr kitzeln.
Natürlich ist man von gutem Wetter abhängig, aber man ist eben auch flexibel. Wir haben selten etwas vorgebucht und hatten noch nie Probleme einen Stellplatz zu bekommen. Und sollte doch mal ein CP fully booked sein, findet man in Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien nach kurzer Zeit den nächsten Spot.
Um 17 Uhr kamen wir in Blanes an, leider war auch hier das Wetter eher wechselhaft und wir waren unsicher, ob wir auspacken, die Markisen ausfahren und es uns gemütlich machen sollten. Wir entschieden uns dafür und hatten Glück. Das Wetter hielt und wir konnten unsere Zelte aufschlagen.
Um auch mal etwas Kultur in unseren Urlaub zu integrieren fuhren wir zuvor Girona an, ca. 40 min von Blanes entfernt. Dort verbrachten wir 2h und schafften es ganze 2 ½ Straßen und eine Basilika zu besichtigen. Michel gibt auch hier das Tempo vor und Hauseingänge sind nun mal interessanter als alte Kirchen oder Denkmäler.
Girona hat uns gut gefallen und kurz stellten wir uns vor entspannt bei einem Glas Wein Tapas zu bestellen.
Stattdessen bestellten wir Empanadas und Kaffee auf die Hand und teilen (fast alles) mit unserem Schatz, der die Spinat-Walnuss-Empanadas nicht weniger genoss als wir.
Der Campingplatz war rustikaler als wir erwartet hatten, aber für unsere Ansprüche ausreichend. Für ausdehnte Schwimmbadbesuche war es doch zu kalt und das Meer vor der Haustür war rauer und windiger als in Frankreich. Wir standen in zweiter Reihe und konnten aus dem Auto das Wasser glitzern sehen.
Normalerweise kochen wir täglich frisch, aber heute war ein Tag an dem der Notfall Linseneintopf ein Geschenk war. Wir hatten einfach keine Lust zu kochen.
In Decken eingekuschelt und mit einem guten Buch vor der Nase ließen wir auch diesen Tag ausklingen. Michel schlummerte bereits friedlich und träumte wahrscheinlich davon den nächsten CP unsicher zu machen.