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LittleChinaBay

Veröffentlicht: 27.10.2016

Es ist Abend. Wir sitzen im "Garden By The Bay" und erfreuen uns an den riesigen künstlichen Bäumen, die farbenfroh über uns leuchten. Mit einem Schlag erlischt das Licht. Nanu, Stromausfall? Eine Frauenstimme ertönt: "Ladies and Gentlemen (...)". 

Plötzlich erklingen die ersten Töne einer ruhigen Melodie und wellenartige Lichterschauer ergießen sich im Takt der Musik über die Bäume. Die Musik wird dynamischer und geht schließlich in ein peppiges Musical-Medley über, begleitet vom wechselseitigen Blitzen und Blinken der Bäume.

Tanzende Bäume. So etwas gibt es wohl nur in Singapur...


Ok, jetzt ist es amtlich. Singapur wurde offiziell zur neuen Lieblingsstadt von Richard und mir erklärt. Natürlich haben wir unerfahrenen Jungspunde in unserem bisherigen Leben noch nicht so viel gesehen wie, sagen wir mal, unser welterfahrener Freund Marco Polo, aber...HALLO? Wo sonst auf der Welt findet man bitte einen Ort, der so verrückt, bunt und großstädtisch, aber zugleich auch so unglaublich elegant, angenehm und l(i)ebenswert ist? Ich glaube wohl kaum, dass es viele Orte dieser Art gibt. 

Singapur kommt uns im Moment einfach nur wie irgendeine coole Traum-Future-Stadt vor, die möglicherweise nur in unseren Köpfen existiert (obwohl diese Theorie einige Lücken hat...). Es ist einfach zu schön, um real zu sein. 

Vor allem nach dem gestrigen Tag sind wir einfach nur noch hingerissen. So begannen wir unsere Tour in den räucherstäbchenvernebelten Gassen "Klein-Indiens" und beendeten sie mit der Lichtershow im futuristischen "Garden By The Bay".


Wenn man aus der MRT-Station "Little India" tritt und dann links in die Seragoon Road biegt, findet man sich in einer komplett anderen Welt wieder. Frauen in bunten Saris laufen umher, indische Popmusik dringt aus den offenen Ladentüren und der typische Geruch von Räucherstäbchen hängt in der Luft. Wir wussten überhaupt nicht, wo wir zuerst hinsehen sollten, so sehr wurden wir mit Eindrücken überhäuft! Hier gibt es wirklich alles was das Herz begehrt: von wertvollem Schmuck und schönen Kleidern (oh diese wundervollen Stoffe!) bis zu billigen Elektrowaren war alles vertreten. Teilweise saßen die Verkäufer auch einfach mit ihrer Nähmaschine auf der Straße und nähten fröhlich vor sich hin. Warum auch nicht.

Schließlich landeten wir in einem Modekaufhaus und ich kaufte mir unter anderem eine typische indische Tunika für sage und schreibe 18$ (das sind umgerechnet vielleicht 11€). Günstig war es da wirklich. Hach, hier hätte ich mein Abiballkleid mal kaufen sollen...

Auch Richard Schrägstrich Inder-Swag-Lord (siehe Bilder) probierte einige Male etwas an, doch dann verlor er das Vertrauen in die indischen Modehändler. Als er der Verkäuferin nämlich zu verstehen gab, dass er ihr Produkt doch nicht kaufen wolle, begann die kleine Frau plötzlich so energisch auf ihn einzureden, dass wir es regelrecht mit der Angst zu tun bekamen und das Kaufhaus schleunigst verließen, in der Hoffnung, sie würde uns nicht verfolgen. (Etwas unheimlich wurde es, als wir ihr später dann noch einmal an der Bushaltestelle begegneten.)

Also weiter nach Chinatown. Hier ist alles voller kleiner Gässchen, Märkte und buddhistischer Tempel im traditionellen Chinalook, natürlich inmitten von Hochhäusern. Verrückt, dieses Singapur! Außerdem kann man hier wunderbare neue kulinarische Erfahrungen sammeln. So kauften wir an einer kleinen Imbissbude etwas namens "popcorn-squids" (also "Popkorn-Tintenfische"), was gar nicht mal so schlecht schmeckte, wie es sich vielleicht im ersten Moment anhört. Außerdem nahmen wir in einem Imbisszentrum ("hawker", wie wir jetzt gelernt haben) ein unverschämt gutes "duck rice" für sagenhafte 3$ zu uns.

Tja und dann (dramatische Pause), dann (noch eine dramatische Pause), DANN betraten wir sie endlich: Die (dramatische Pause) Marina Bay! 

Hach, war das schön dort! Im Licht der untergehenden Sonne wandelten wir die Promenade entlang und schauten zu, wie sich die Singapurer Skyline nach und nach in ein Meer aus kleinen Lichtpunkten verwandelte. Wir sahen all die berühmten Wahrzeichen: Den Konzerthallenkomplex "Esplanades" (in der Form der Stinkfrucht "Durian"), das "Art Science Museum" (in Form einer Lotusblüte), das "Singapore Flyer" (in Form ähhh eines Riesenrades), das "Marina Bay Sands" (keine Ahnung was DAS darstellen soll, auf jeden Fall handelt es sich um einen riesigen Komplex aus Kasino, Shoppingmall und Hotel) und und und. Wir machten auch das typische Touristenfoto mit dem "Merlion" (wasserspeiender Fisch-Löwe) und dem Bankenviertel im Rücken. Der Typ, der das Foto machte war übrigens ein Deutscher, was wir jedoch nicht wussten, als wir ihn fragten (ich schwöre!). Da hätten wir ihn wieder, den deutschen Reise-Spürsinn.

Den Abend ließen wir dann noch im "Garden By The Bay" mit der besagten Lichtshow ausklingen. Das nenne ich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

So, jetzt gehen mir so langsam aber wirklich die Worte aus. Am besten ihr schaut euch einfach die Bilder an.

Morgen müssen wir unser geliebtes Singapur dann auch schon verlassen (schluchz).


Richard&Maggi, Singapur 28.10.2016, 00:10 Uhr


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Antworten (1)

Hartmut
Also da macht ihr uns richtig Appetit auf Singapur. Habe gehört, dass dort die meisten Religionen nebeneinander existieren und friedlich, wie von Dir bestätigt! Richard als Zauberkünstler - vortrefflich...