ICT Tage 4 bis 6 Sodankylä Savukoski Sallatunturi
Mittwoch, 22. Mai: 130 km, 600 hm bei 2 bis 6 Grad In Taankavara besuchen wir das Goldmuseum. Auch im nördlichen Lappland gab es einen kleinen Goldrausch mit allen...


Veröffentlicht: 25.05.2019
Samstag, 25. Mai:
85 km, 700 hm, Dauerregen
Als wir losfahren, beginnt es zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Unsere teure Ausrüstung kommt komplett zum Einsatz und bewährt sich. Nach 700 km unserer Tour erreichen wir den Polarkreis. Wir kämpfen uns bis Kyälä, der ersten „Ortschaft“ nach 60 km. Im Supermarkt macht uns eine Kassiererin einen Kaffee. Ansonsten ist man aus der Siedlung genauso schnell draußen wie man reinkommt. Also nichts wie weiter nach Ruka, dem Wintersportort mit Schanze, bei uns bekannt unter dem Hauptort Kuusamo. Wir kommen unter in einer Hütte auf einem Campingplatz. Beim Bier in der Bar lernen wir eine weitere Facette des Umgangs mit den Alkoholproblemen kennen: eine halbe Stunde vor Schließung des Betriebs darf kein Alkohol mehr verkauft werden.
Sonntag, 26. Mai:
102 km, 720 hm, bewölkt und trocken bei 7 bis 10 Grad
In Kuusamo kaufen wir bei Lidl (hoher Wiederekennungswert) groß ein. Die nächsten 100 km gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. Auf der E 63 radeln wir Richtung Süden und biegen nach 30 km auf die 843 nach Hossa ab. Knapp 50 km geht es durch die karelischen Wälder auf und ab. Auf dem Campingplatz kommen wir in einer Hütte direkt am See unter.
Montag, 27. Mai:
109 km, 1050 hm, 8 bis 12 Grad, nachmittags starker Regen
Das Wichtigste zuerst: Europa lebt! Hier haben sich vor 80 Jahren Finnen und Russen im Winterkrieg erbitterte Kämpfe geliefert, im Folgekrieg mit Unterstützung der deutschen Wehrmacht. Das Winterkriegsmonument bezeugt alle jenen Ehre, die ihr Leben gelassen und denen der Krieg Leid zugefügt hat. Wichtig ist, dass dies eine gemeinsame Gedenkstätte der einstigen Kriegsgegner ist. Die Erinnerung macht uns deutlich wie wichtig das gemeinsame Europa ist.
Auch wichtig: Finnland ist Weltmeister im Eishockey. Die Jubelfeiern fanden trotz Mittsommernacht im einsamen Hossa wohl eher im Stillen statt.
Die heutige Etappe war hart. Die lange Strecke, die vielen Rampen, der schlechte Belag und der Regen am Nachmittag brachten uns an unsere Grenzen. Auch örtlich erreichten wir auf dem Museumsweg die finnisch-russische Grenze in Raante.
In Juntusranta begegneten wir dem Postboten, der gut Deutsch sprach, da er drei Jahre bei der staatlichen Forstverwaltung im Odenwald gearbeitete hat. Nun fährt er täglich die Post aus und legt dabei 300 km zurück.