Istanbul – Zusammen geht es weiter
Eigentlich ist mit KKK für Katzen, Kaffee/Tee und Kultur alles über Istanbul gesagt. Es ist eine wunderschöne, fast schon ruhige Altstadt voller schlafender, spielender und nach...

Veröffentlicht: 17.09.2023




















Mit Istanbul haben wir Europa und viele – ich meine wirklich viele – zuckersüße Katzen hinter uns gelassen und sind nun in Kappadokien vollends in Vorderasien angekommen. Zum Glück gibt es auch hier Katzen, die sich über Streicheleinheiten freuen (und Hundewelpen, Enten, Hühner, Schafe, Esel, …).
Für uns ist das Reisen hier plötzlich ganz anders, nicht nur weil wir aktuell zu dritt unterwegs sind, sondern auch weil wir uns eine Woche lang für ein Mietauto entschieden haben. Denn wir haben sehr schnell gemerkt, dass in Zentralanatolien die touristische Infrastruktur abseits der Highlights sehr schnell sehr dünn wird und Öffis außerhalb der wenigen Städte praktisch gar nicht existieren.
Aber auch aus dem Auto heraus sind wir ganz im Bann dieser Mischung aus Mondlandschaft, karger Flora und bizarren Gesteinsformationen, die im Licht der untergehenden Sonne in purpurnen Tönen leuchtet.
Wenn die Sonne sich nicht gerade über den Horizont senkt, erkunden wir hier sattgrüne Canyons, Felsenkirchen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, Feentürmchen, unterirdische Städte und natürlich auch die hiesige Badekultur im Hamam (in den wir sogar gemischtgeschlechtlich rein durften) und lokale Spezialitäten. Dabei sind wir große Fans der türkischen Teekultur geworden, die so viel mehr ausmacht als schwarzer Tee, Zuckerwürfel und kleine Gläschen. Sie lädt zum Verweilen ein, entschleunigt, findet überall statt, wird Freunden wie auch Fremden zu teil, sie ist so selbstverständlich wie das Weißbrot zu jedem Essen und wird doch immer auch zelebriert.
Immer wieder erfrischend ist es für uns, wie pragmatisch und getrieben von großer Gastfreundschaft Dinge hier einfach geklärt werden: Der scheinbarere Dachdecker wird nicht nur zum Dolmetscher, er sorgt auch dafür, dass wir alle ins Hamam dürfen, selbst, wenn an dem Tag eigentlich nur für Männer geöffnet ist, holt frisch aufgebrühten Tee und bringt uns hinterher noch in ein gutes kleines Restaurant um die Ecke. In Deutschland ist uns sowas noch nicht passiert.
Morgen geht es in aller Frühe weiter in ein Schutzgebiet für Flamingos, Kraniche und Reiher.
Robert
