BLOG 25: Von Nicaragua nach Mexico City
Bevor es heute gegen Mittag von Managuas Flughafen „Aeropuerto Agusto C. Sandino“ Richtung Mexico City geht, haben wir noch Zeit für ein gemütliches Frühstück im Hotel –


Veröffentlicht: 24.03.2026












































































Heute geht es als erstes mit unserem sehr guten Guide Gabriel etwa 50 km mit dem Auto nach Teotihuacán.
Unterwegs sehen wir die urbane Seilbahn „Cablebús“, erbaut von der österreichischen Firma Doppelmayr, die in den letzten Jahren schon zwei derartige Seilbahnen für den innerstädtischen Personentransport gebaut hat, eine davon ist über 9 km lang. Kürzlich hat das Unternehmen den Auftrag zum Bau einer dritten Line mit 15 km Länge erhalten. In derartig dicht besiedelten und zudem hügeligen Stadtregionen wie Mexico City scheint das eine recht sinnvolle Lösung für die Anbindung von Außenbezirken zu sein.
Später sehen wir dann „El Vigilante“ (Der Wächter) - die monumentale, 25 m hohe Bronzestatue befindet sich direkt an der Stadt-Autobahn. Sie wurde von dem bekannten mexikanischen Bildhauer Jorge Marín geschaffen. Die Figur stellt einen nachdenklichen Engel mit einer Vogelmaske dar, der bereit ist zu fliegen, und symbolisiert die Wichtigkeit der Reflexion vor neuen Herausforderungen.
Unser Ziel sind die archäologischen Stätten von Teotihuacán.
Die von etwa 100 v. Chr. bis 650 n. Chr. bewohnte Pyramidenstadt befindet sich in einem weiten Tal in Zentralmexiko auf etwa 2.300 m Höhe, also in etwa so hoch wie Mexiko City. Obwohl Teotihuacán seit über einem Jahrhundert wissenschaftlich erforscht wird, sind 95% der Ruinen noch nicht ausgegraben.
Bis zum rätselhaften Ende im 7. Jh., begleitet von einem verheerenden Brand, war Teotihuacán politisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell ein mächtiges Zentrum, das ganz Mesoamerika beeinflusste. In ihrer Blütezeit war die Stadt mit mehr als 150.000 Einwohnern auf ca. 20 Quadratkilometern eine der weltweit größten Metropolen jener Epoche.
Nach wie vor weiß man nicht genau, wer die Bewohner von Teotihuacán waren, und kennt nicht einmal ihren ursprünglichen Namen. Als die Azteken in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus Norden kommend im zentralmexikanischen Hochland eintrafen und die Ruinenstadt entdeckten, verknüpften sie diese mit ihrem eigenen Schöpfungsmythos und gaben ihr den Namen Teotihuacán – "der Ort, an dem die Götter geschaffen wurden". Auch die Bezeichnungen der Sonnen- und der Mondpyramide sowie die "Straße der Toten" gehen auf die Azteken zurück.
In Nord-Süd-Richtung verläuft als Hauptachse die "Straße der Toten", die bei der Mondpyramide beginnt und an der Sonnenpyramide vorbeiführt. Die wichtigsten Pyramiden sind die 63 Meter hohe Sonnenpyramide mit einer Seitenlänge von 225 Metern und die 48 Meter hohe Mondpyramide am nördlichen Ende der zwei Kilometer langen Straße der Toten.
Teotihuacán hat bis heute viele Geheimnisse für sich behalten, so ist weder über das Herrschaftssystem noch die Führer irgendetwas bekannt – keine Inschriften, keine Namen.
Der große Reichtum von Teotihuacán beruhte auf einem gut ausgebauten Handelsnetz mit monopolisiertem Fernhandel.
Die Stadt Teotihuacán war das komplexeste und bevölkerungsreichste urbane Zentrum in der Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert – eine kulturelle und wirtschaftliche "Supermacht" in Mesoamerika. Die dominierende Stellung Teotihuacáns ging im 7. Jahrhundert zu Ende. Die Gründe sind nach wie vor unklar, möglicherweise war die Zerstörung die Folge von Feuer, einer Invasion oder eines inneren Aufruhrs, andere Quellen vermuten zudem einen inneren gesellschaftlichen Zusammenbruch wegen Wasser- und Nahrungsmangel. Nach diesem Trauma blieb ein Teil der Stadt noch rund ein Jahrhundert lang bewohnt. Danach wurde der Ort verlassen.
Wir durchwandern diesen rätselhaften und sehr beeindruckenden Ort aufgrund der gewaltigen Ausdehnung natürlich nur teilweise, zudem brennt die Sonne recht erbarmungslos voll Himmel.
Nach einer Erfrischung in einem lokalen „Tschecherl“ geht es zurück nach Mexico City. Es wartet ein weiterer Höhepunkt (und Auslöser für unseren Abstecher nach Mexico City“) das „Museo Nacional de Antropologia“ – das anthropologische Museum. Aufgrund der gewaltigen Dimension diese Museum beschränken wir bei unserem Besuch auf die drei Hauptbereiche – Azteken, Teotihuacán und Mayas – die drei dominanten Kulturen in der präkolumbianischen Geschichte Mexicos.
Die Maya-Kultur in Mexiko entwickelte sich über Jahrtausende (ca. 2000 v. Chr. – 16. Jh. n. Chr.) zu einer der bedeutendsten Hochkulturen Mittelamerikas. Bekannt für ihre Astronomie, Mathematik (Zahl Null), Schrift und monumentale Architektur (Pyramiden in Palenque, Chichén Itzá), bestand sie aus autonomen Stadtstaaten mit göttlichen Herrschern. Nach der Blütezeit in der klassischen Periode (ca. 250–900 n. Chr.) und dem teilweisen Niedergang ab dem 9. Jahrhundert wurden die meisten Tieflandstädte verlassen. Gründe waren Dürren, Umweltzerstörung und ständige kriegerische Konflikte zwischen den Stadtstaaten.
Nach rund 150 Jahren begann eine gewisse Erholung, vor allem im Norden Yucatáns
Bei Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert war die Hochkultur bereits geschwächt, leistete jedoch erbitterten Widerstand, bis die letzte Bastion Tayasal 1697 fiel.
Die Azteken (1325 – 1521) waren ein mächtige, kriegerische Hochkultur im zentralen Hochland Mexikos. Sie entwickeln sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Supermacht und beherrschen 100 Jahre lang Zentralmexiko. Ihre Gesellschaft ist in vielem moderner als im damaligen Europa. Als geniale Baumeister errichten sie Ihre Hauptstadt Tenochtitlán mitten in einem See. Sie ist Mitte des 16. Jahrhunderts eine der größten Städte der Welt. Auch das aztekische Staatswesen ist in vieler Hinsicht fortschrittlich. Der Herrscher wird gewählt, und für die Einhaltung der recht modernen Rechtsordnung sorgen staatlich angestellte Richter. Adlige und Bürger werden vor Gericht gleichbehandelt. Für alle Kinder, auch die von Sklaven, gilt eine Schulpflicht.
Die Azteken hatten nicht nur eine eigene Sprache – Nahuatl (wird heute noch von etwa 1,5 Millionen Menschen in Mexiko gesprochen), sondern auch eine eigene Bilderschrift und viele Bücher. Viele Lehnworte, wie Schokolade oder Tomate gelangten über das Spanische ins Deutsche. Die Hochkultur der Azteken hatte aber auch ihre dunklen Seiten: grausame Menschenopfer - zum Wohle der Götter. Zehntausende sollen so Jahr für Jahr zu Tode gekommen sein. Fast alle Opfer waren Kriegsgefangene und Sklaven aus eroberten Provinzen. Diese Gier nach Menschenopfern und die Unterjochung der umliegenden Stadtstaaten werden den Azteken schließlich zum Verhängnis. 1519 landete Hernán Cortés. Er nutzte die Feindschaft unterjochter Völker gegen die Azteken sowie die überlegenen Waffen der Spanier, um das Reich bis 1521 zu stürzen. Neben militärischer Überlegenheit führten eingeschleppte Krankheiten wie Pocken zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang bei den Azteken und Maya. Leider haben die Spanier nach der Eroberung nicht nur die Bauwerke wie Tempel zerstört, sondern auch die indigen Bücher verbrannt, wodurch ein Großteil des historischen und wissenschaftlichen Wissens verloren ging.
Zurück zum Museum.
Natürlich könnte und sollte man zu jedem der Fotos der Ausstellungstücke eine genauere Erklärung liefern – dies würde jedoch jeden Rahmen eines Blogs sprengen.
Ich kann hier nur auf Google-(Lens/KI) verweisen – für jedes Fotos bekommt man eine genaue Beschreibung geliefert.
Zwei Ausstellungsstücke möchte ich aber doch hier erwähnen:
Der aztekische Sonnenstein, aus Basalt mit einem Durchmesser von fast 3,6 Metern.er Stein stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde während der Herrschaft von Moctezuma II. gefertigt. Er wurde 1790 bei Bauarbeiten in der Nähe der Kathedrale von Mexiko-Stadt wiederentdeckt, nachdem er kurz nach der spanischen Eroberung vergraben worden war. Das zentrale Bildnis stellt wahrscheinlich den Sonnengott Tonatiuh oder den Erdgott Tlaltecuhtli dar. Es handelt sich wohl um einen Opferaltar (Cuauhxicalli) und nicht wie öfters fälschlicherweise angeführt wird, um einen aztekischen Kalender.
Die Federkrone Moctezumas, ein prunkvoller aztekischer Kopfschmuck aus dem 16. Jahrhundert. Das Exponat hier im Museum in Mexiko ist eine Replik. Das Original befindet sich aktuell im Weltmuseum Wien in Österreich. Der Schmuck besteht hauptsächlich aus den leuchtend grünen Federn des Quetzalvogels sowie Federn anderer Vögel und ist mit Golddetails verziert und war vermutlich der Kopfschmuck eines Priesters. Das Artefakt ist Gegenstand eines historischen Streits, da Mexiko von Österreich die Rückgabe des Objekts fordert. Aufgrund der extremen Zerbrechlichkeit der Federn wird ein Rücktransport von österreichischen Experten als zu riskant eingestuft. Erwähnenswert ist aber auch dass der Kopfschmuck erstmals schon 1596 in einer Inventarliste der Sammlung von Erzherzog Ferdinand II. auf Schloss Ambras nachweisbar ist.
