Amboseli und Tsavo West
Tag 7-8 Nach dem Lake Naivasha ging es für uns weiter Richtung Amboseli Nationalpark. Rund 300 km
Veröffentlicht: 29.03.2026
Vielleicht hat die Bahn von Kenia nicht wirklich bequeme Sitze zu bieten, zumindest nicht in der Economy Class, aber von der Fahrt aus Zebras, Elefanten und Antilopen sehen zu können, dass schafft so schnell auch kein anderes Land.
So befinden wir uns im Moment auf dem letzten Tag unserer Kenia Reise. Da der Flug von Nairobi aus billiger war als der von Mombasa und wir auf die Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi Lust hatten, entschieden wir uns dafür den 5 Stündigen Weg auf uns zu nehmen. Der Zug macht auf dieser Stecke nur ein Stopp in Voi, ist sehr erschwinglich und wird begleitet von dem schönen, wilden, weiten Tsavo Nationalpark. Deshalb ist es hier keine Seltenheit wilde Tiere aus dem Zug beobachten zu können.
Die Sicherheitskontrollen werden hier am Bahnhof sehr ernst genommen, bzw. vom SGR Terminal in Mombasa, wo unser Zug gestartet ist.
Zwei Kontrollen vom Gepäck, Ausweis und mehrere Personenkontrollen. Ein Spürhund durfte auch einmal an unseren Rucksäcken schnuppern. Naja, uns störte das nicht weiter. Außer, dass wir unsere 4 Bierdosen abgeben mussten. Die Security Dame zögerte nicht lange und machte uns schnell deutlich, dass wir die Dosen behalten können, gegen etwas Cash. Naja, so läuft das hier halt. Es geht immer um das Geld.
Wir ließen die Dosen letztendlich zurück. Denn erstens wollten wir uns darauf nicht einlassen und zweitens wäre bei der zweiten Kontrolle ganz sicher das gleiche noch einmal passiert.
Unser erster Stopp an der Küste war beim Galu Beach in einer kleinen aber sehr süßen Unterkunft mit einer sehr geilen Beach Bar.
Nach zwei Tagen zogen wir noch ein paar Schritte weiter zur nächsten Unterkunft. Das hatte sich eben so ergeben, da jeweils beide Unterkünfte nur für 2 Tage verfügbar waren.
Der Galu Beach gehört zum großen Diani Beach. Die Küste zieht sich über 20 km und wird eben in verschiedene Strandabschnitte eingeteilt. Der Galu gilt als etwas ruhiger, wilder und weniger besucht. Also, das kling für mich bei der Buchung schon einmal gut.
Nach den 4 Nächten am Galu Beach mit sehr lockeren Unterkünften, schönen Beach Bars und einer gemütlichen Zeit am letzten Abschnitt vom Diani Beach ging es für uns letztendlich ganz an den Anfang davon.
An diesem Strandabschnitt machen wohl die meisten Urlaub, wobei wir auch hier wieder ein Hotel gewählt haben, was sehr ruhig und idyllisch gelegen war. Nebenan liegt der Kongo River danach war nichts mehr von Tourismus zu spüren.
Und ich muss schon sagen, es war traumhaft. Wir waren mit unser Hotel und Ortswahl sehr zufrieden.
Der Abschnitt am Galu Beach war sehr wild und ruhig und auch schön, aber nicht so schön wie der vom Jacaranda Indian Ocean Hotel. Dort waren deutlich weniger Algen und demnentsprechend sauberere. Hier war der Sand wirklich weiß und das Meer zeigte seine Farbenpracht, sobald die Sonne darauf gefunkelt hat. Eine Palme nach der anderen. Ein sehr schönes Hotel mit kleinen Bungalows und Pool. Dennoch keine Hotelhochburg zu erkennen, sondern alles schön dezent und im Busch versteckt. Wir haben uns beide dort wirklich sehr wohl gefühlt und konnten einfach unsere Seele baumeln lassen.
Aber obacht, wir haben schnell gemerkt, dass die Sonne so nah am Äquator nochmal eine andere Kraft besitzt. Das liegt wohl daran, dass dort die Sonne fast senkrecht auf die Erde strahlt.
Im Jacaranda Indian Ocean Hotel lernten wir Chanze kennen. Sie arbeitet dort als Kellnerin. Als sie uns einlud zu einer „Snack Bar und auf den Markt“ zu gehen waren wir sofort Feuer und Flamme.
Wir freuten uns auf ein paar traditionelle Snacks und Sweets.
Am Ende stellte sich schnell raus, dass sie keine Snack Bar meinte sondern ein „Snake Park“ meinte. Und echt he, was haben wir uns da eingebrockt. Natürlich war das alles andere als Tiergerecht und eigentlich war dieses Erfahrung schon fast traumatisierend. Naja, wir bereuen es, ziehen aber die gute Tatsache daraus, dass wir andere davor warnen können und schlechte Rezessionen schreiben. Eventuell geht auch noch eine Nachricht von mir an den Tierschutz dort raus. Wir lernen daraus, so etwas passiert uns nicht mehr.
Auf dem Markt war es auch eher schlecht als recht, denn hier werden wir uns wieder der harten Realität bewusst. Das ist auch eine große Sache, die mich auf unserer Kenia Reise sehr beschäftigt hat. Wir leben als Touristen dort in einer anderen Welt und mal ehrlich, mit der Realität kommen wir dort eigentlich auch kaum klar. Wir leben im Resort, uns wird der Rucksack überall hingetragen, bedient wird man von vorne bis hinten, für uns ist alles billig und die Einheimischen leben dort in ihren Blechhütten im Dreck ohne fließend Wasser und ohne Strom.
5 Jährige Kinder, die nicht einfach Kinder sein können, sondern die Kühe hüten müssen. Zwar hat Kenia mittlerweile einige Schulen, diese müssen jedoch oft bezahlt werden. Warscheinlich können oder wollen manche Familien auch nicht in die Schule schicken.
Auf der Fahrt durch die Dörfer musste ich oft tief durchatmen. Oft wurde es im Auto auch ganz leise. Kaum ertragbar.
Und manchmal schockierte es mich, wie schon kleine Kinder die Hand geöffnet haben und nach Geld gefragt haben oder geschrieben haben „can i have some sweets?“. Was Armut mit Menschen macht ist wirklich sehr traurig.
Beim verteilen von unserem übrig gebliebenen Essen gab es aber doch einige Kinder, die einfach nur gestrahlt und sich bedankt haben.
Auf die Frage wie schwierig es sei hier in Kenia einen Job zu bekommen antwortete Chanze: „ nur über Kontakte“.
700 ks bekommt sie für einen Arbeitstag, dass sind umgerechnet etwas um die 5 Euro.
Steuern gehen davon wohl auch noch ab.
Sie war wirklich sehr nett zu uns, für die Tour wollte sie kein Geld. Wir haben ihr dennoch ein gutes Trinkgeld.
Die Kenianer sind sehr freundliche Menschen, „polle polle“ übersetzt „langsam, langsam“ ist aber ihr höchstes Gebot. Dieses übernahmen wir und haben uns demnach sehr schnell angepasst.
Dennoch waren wir uns oft nicht im Klaren, ob es nur Freundlichkeit war oder auf ein Trinkgeld gehofft worden ist. Auch so richtig zu vertrauen war eigentlich kaum möglich, was natürlich sehr schade ist.
Dennoch hatten wir sehr nette Begegnungen, man wurde immer gefragt wie es einem geht oder ob man gerade was braucht. Manchmal ging ein Gärtner sogar an den Palmen hoch, um uns eine Kokosnuss zum trinken zu besorgen. Natürlich gab es da auch ein Trinkgeld von uns, dass mit einem Strahlen bedankt worden ist.
Und das ist definitiv noch die bessere Wahl als einem „ Beach Boy“ Geld zu geben. Das ist nämlich mit das unangenehmste am Diani Beach. Sämtliche Strandverkäufer, die einem Sachen verkaufen wollen. Meistens nicht mit der Qualität, die sie versprechen. Teilweise unverschämt frech und immer mit den gleichen Tricks. Naja, man lernt auch hier dazu und lehnt mit einem netten aber einem bestimmten Nein ab. Am Strand stehen sogar Security, die mit unter anderem dafür sorgen, dass die Verkäufer nicht zu nah an den Hotelstrand kommen. Eigentlich witzig, als gäbe es wirklich eine Grenze am Strand.
Generell war das die anstrengendste Sache. Überall in der Öffentlichkeit will einem jemand was verkaufen, fragt einen nach Geld, läuft einem hinterher. Ruhe hat man eigentlich nur am Strand ( hinter der Hotelgrenze) und im Nationalpark.
Naja, ich weiß, wir sind im Vergleich zu vielen anderen hier im Land auch reich. Ich fand es ganz schrecklich. Um so mehr schätzt man es in Deutschland geboren zu sein.
Bei Dunkelheit alleine auf die Straße zu gehen war undenkbar und hätte ich mich auch nie getraut. Davon hat einem auch jeder abgeraten und wir haben es auch nicht gemacht. Natürlich auch eine Sache, die in Kenia oder ganz Afrika ? Ein großer Nachteil ist. Das trägt natürlich nicht zum wohlbefinden bei, also bei mir zumindest nicht.
