Veröffentlicht: 07.01.2026
Norwegen was hast du mit mir angestellt……
Ich wusste ja, dass Norwegen großartig ist. Großartig passt übrigens sehr gut wie ich finde, wortwörtlich.
Aber so großartig ? Und dass sage ich, obwohl ich der Überzeugung war kein Schneemensch bzw. Wintermensch zu sein.
Aber wenn sich der Wanderpfad plötzlich als Rutsche gestalten lässt und man ohne darüber nachzudenken sich wie ein kleines Kind runterstürzt, Freude empfindet und zuletzt im Schnee eingerollt endet, dann kann man einfach nur ein Schneemensch sein!
Als wir in Tromsø angekommen sind war es 14.30 Uhr. Während dem Flug konnte man schon erahnen, dass die Sonne bald schwindet. Gestartet in der Dunkelheit - angekommen im Dunkeln.
Und da waren wir mitten im märchenhaften Paradies mit seinen gewaltigen Jahreszeiten, hohen Schneebergen, die vielen, zu dieser Zeit schön beleuchteten Häusschen, von denen man kaum den Blick nehmen kann, weil sie so einladend wirken mit ihrem gemütlichen Licht und 2 Metern Schnee auf ihrem Dach. Und natürlich die Polarlichter, auf die wir schon sehr hofften.
Nachdem wir alle angekommen waren ging es mit dem Mietwagen Richtung Unterkunft.
Die Straßen bedeckt mit Schnee, in Norwegen wird nicht gestreut. Und so tuckerten wir zu unserem Airbnb. 80 KM - 2 Stunden Fahrt- 15 Min mit einer kleinen Fähre zwischen zwei Fjorden.
Als wir am nächsten Tag aufwachten konnten wir es gar nicht glauben was für eine gewaltige Natur um uns herum ist. Es ist 10 Uhr und langsam wird es heller, am Himmel entsteht eine Morgenröte als ginge die Sonne gleich auf, es ist heller als gedacht. Der Nebel zieht vorbei und letztendlich können wir auch die größten Berge in der Ferne entdecken.
Einfach fantastisch.
Es erwartet und ein klarer Tag und eine klare Nacht. Es ist Silvester. Und als hätte es nicht besser laufen können waren sie auch schon da - die Polarlichter.
Da tromsø sehr nah am Polarkreis liegt, im sogenannten Polaroval, kann man hier zu dieser Jahreszeit schon ab einer Stärke von 2kp bei klarer Sicht Polarlichter sehen. Die Skala geht bis 10kp.
Zu dieser Jahreszeit sind die Chancen also sehr hoch Polarlichter zu sehen. Ein klarer Himmel ist natürlich Voraussetzung. Dunkel ist es sowieso.
Wir konnten es kaum fassen und waren einfach ziemlich happy unsere ersten Nordlichter zu sehen. Beobachten zu können wir sie am Himmel tanzen, verschwinden und wieder kommen, heller und dunkler sind, manchmal sogar lila schimmern.
Und so saßen wir, bei Minusgraden, im beheizten Pool im Bikini und schauten dem Himmel bei seinem magischen Spielchen zu.
Und als es 12 Uhr war setzte Norwegen noch einen drauf. Unsere Nachbarn zauberten ein riesen Feuerwerk ( fast als einzige in der für uns sichtbaren Umgebung). Und auch wenn ich kein großer Fan davon bin und für mich die Polarlichter mehr als ausreichend waren, habe ich es dann doch sehr gefeiert.
Und so saßen wir immer noch im Pool und konnten unsere Glücksgefühle kaum mehr einordnen. Und es war ein Moment, den man einfach nur genoss und an nichts anderes gedacht hat als das was im jetzt passiert.
Im Moment liegen die Temperaturen zwischen minus 13 und minus 20 Grad am Tag. Die Sonne geht nicht auf, der Mond nicht unter. Bei klarer Sicht wird es hell, als würde es schon wieder dämmern. Bei Schneefall bleibt es den ganzen Tag ziemlich dunkel. Kein Wunder, dass die Norweger viel Wert auf die Beleuchtung in und ums Haus herum legen.
Die sogenannten Polarnächte gehen von Mitte November bis Mitte Januar. Zu dieser Zeit wird man die Sonne nicht sehen.
Bei unserer ersten Wanderung, es war mal wieder großartig, haben wir uns also dick eingepackt und sind los marschiert.
Irgendwann wurde es so warm, dass man sogar geschwitzt hat, dennoch ist man wieder zügig ausgekühlt, sobald man eine Pause eingelegt hat. Die Handschuhe blieben dennoch lieber an, ansonsten fühlten sich diese schon nach kurzer Zeit wie Eiszapfen an.
Die Wanderung war genial, die Schneelandschaft macht einfach Spaß.
Auf dem Weg zurück, es war 15 Uhr, schenkte uns nur noch der Mond etwas Helligkeit.
Es lohnte sich, immer mal wieder ein Blick nach hinten zu werfen, denn da waren sie wieder - die Polarlichter.
Und als wir wieder am Haus waren wurden sie stärker und stärker und stärker. Und da tanzten sie wieder und sorgten für ihre ganz spezielle Magie.
Für uns ist diese Dunkelheit natürlich irgendwie schon ein Highlight. Für die Einheimischen normal. Hier zu leben könnte ich mir aber nicht vorstellen.
Stören tut es uns aktuell gar nicht. Sicher war es eine gute Idee, den Urlaub in einer Gruppe mit Freunden zu machen. So wird es nie langweilig und wir kommen auf genug Ideen die wir machen können. Es ist sehr lebendig und doch harmonisch.
Rückblickend kann ich es gar nicht fassen, was wir alles in dieser kurzen Zeit erlebt haben. Nordnorwegen hat meine Erwartungen weit übertroffen!
Wir durften alles erleben was wir uns gewünscht hatten, nein, es war sogar noch besser!
Meter hoher Schnee, eiskalte Temperaturen, vereiste Straßen, gigantische Berge und Seen, stundenlang im Auto verbringen ohne sich zu langweilen, weil die Landschaft um einen herum einfach zu schön ist, Fahrten mit der Fähre, die wir ab und zu gerade noch auf die letzte Minute erwischten, wilde Rentiere in ihrem natürlichen Lebensraum, Nordlichter, Natur, Natur und noch einmal Natur, ruhige und entspannte Stunden mit einem Tee und einem Buch während der Schnee vor dem Fenster auf den Boden rieselte, gemeinsam Spiele spielen, vor dem Feuer sitzen, vom beheizten Pool Polarlichter beobachten während einem allmählich die Mütze einfriert, Holz einkaufen, Schnee schippen, entspannt in der Sauna verweilen, miteinander lachen und über Erlebtes freuen.
Und als ob das nicht schon alles genug wäre und kaum zu verstehen ist, sehen wir gleich drei verschiedene Wale auf unser Walbeobachtungstour. Mehrere Orcas, 4 Buckelwale und ein Finnwal. Wusstet ihr, dass der Finnwal der zweitgrößte Wal der Welt ist ? Er kommt direkt nach dem Blauwal und kann über 20 Meter lang werden.
Die Tour war, wie ich finde, ein extremes Erlebnis. Das Boot war ein Schlauchboot für Platz bis zu 10 Personen inklusive Skipper.
Da sich die Temperaturen da draußen anfühlen wie -40 Grad bekamen wir eine komplette Ausrüstung zum anziehen.
Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war komplett klar. Wenn man bedenkt, dass ein paar Stunden vorher ein ordentlicher Schneesturm herrschte und drei von uns elektrische Ladungen bei ihrer Wanderung auf dem Gipfel spürten. Dann hatten wir Glück, mehr als das. Das war verdammt gefährlich.
Und so schanzten wir über die Wellen, mein Hinterteil tut auch jetzt noch weh, und genossen die fantastische Aussicht.
Die Bilder sind jetzt noch in meinem Kopf. Überall Wale. Diese schöne Lebewesen.
Die Größenverhältnisse sind kaum zu realisieren. Auch hier war diese Ruhe und der Frieden. Wir waren alle sprachlos und genossen es die Tiere etwas beobachten zu können um dann selber wieder weiterzuziehen oder es den Walen überlassen zu können. Was für eine Erfahrung!
Wir waren mit der Organisation sehr zufrieden. Man merkte, dass die Guides die Tiere sehr respektieren.
Leider neigte sich unsere Reise dann auch schon dem Ende zu. Aber eins hat Norwegen für uns noch im Petto. Tatsächlich kamen wir noch in das Vergnügen ein Elch zu sehen.
Und auch dieses Bild vergesse ich nicht, wie er friedlich zwischen ein paar Äste lag, wiederkäute und das weite Norwegen hinter sich liegen hatte. Es war so friedlich, ich hätte es ewig beobachten können.
Tromsø und seine Umgebung hat uns alle fasziniert. Eigentlich hat es meine Erwartungen mehr als übertroffen.
Gibt es perfekt ?
Für mich schon, denn diese Reise war es.
Ich kann es kaum fassen, was wir hier alles erleben durften. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Nordnorwegens Genuss kommen durfte und alles ohne Probleme funktioniert hat.
Ich bin sehr dankbar, dass wir als Gruppe harmonierten und gemeinsam etwas ganz besonderes daraus gemacht haben.
Und ich bin mir sehr sicher, dass ich von dieser Reise noch sehr lange zehren werde.
Ich bin mir ganz sicher, dass ich mich immer wieder an diese Tage zurück erinnern werde. Bilder die nie aus meinem Kopf verschwinden werden.
Norwegen du warst ganz wunderbar.
