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Kuqa كۇچار/Kuche 库车

Veröffentlicht: 22.06.2026

Zug
Chengdu → Kuqa
China
Attraktion
Kuqa Altstadt
Kuqa, China
Museum
Wei-Jin-Tomb-Museum
Kuqa, China
Attraktion
Königlicher Palast von Kuqa
Kuqa, China
Als nächstes ging es weiter ins 650 km entfernte Kuqa - einst Zentrum des buddhistischen Königreichs Qiuci, heute eine relativ kleine uigurische Stadt. Gute 10h über Nacht mit dem Zug und zum Glück ergatterten wir diesmal ein Hard-Sleeper-Ticket. Das hieß drei Reihen Schlafpritschen übereinander in offenen Abteilen mit ähnlich viel Remmi-Demmi wie bei der Fahrt von Chengdu nach Zhangye, aber wenigstens konnten wir im Liegen dösen und entspannen. Bei dieser Fahrt realisierten wir zum ersten Mal, dass extra wegen uns die Polizei noch Mal im Abteil vorbeikam, um ganz spezifisch die Ausländer zu kontrollieren - nicht dass wir trotz der obligatorischen Passkontrolle am Eingang zum Bahnhof und dann noch mal beim Betreten des Gleises - irgendwo verloren gehen und Unsinn machen konnten.

Mit unserem Hotel trafen wir hier lagetechnisch nicht ins Schwarze und waren etwas weit ab vom Schuss in einem Wohngebiet (die Karten von AMap sind manchmal etwas schwer zu deuten, auch was und wo es in einer Stadt zu sehen gibt), aber dafür waren wir wohl Gesprächsthema in der Nachbarschaft, und das Taxifahren ist aus unserer Perspektive ganz günstig und der öffentliche Nahverkehr ist auch top.

Kuqa hat auch eine nette Altstadt, die noch einiges der alten Strukturen aufweist, und mit mit "altem Krams" an vielen Stellen fototauglich dekoriert wurde. Haben wir in ähnlich schon in einigen Städten auf der Reise gesehen, ist aber hier ganz gut gelungen, ohne den Charme der alten Gassen zu zerstören. Für die chinesischen Touristen schienen die zwei Pfannkuchengesichter aus Deutschland das Ensemble zu vervollständigen, wir sind noch mehr als eh schon fotografiert worden und es wurden uns einige Male Anweisungen zugerufen, wie wir uns positionieren sollten. Aber da sind wir wirklich schmerzfrei mittlerweile, für unsere stetig wachsende Fangemeinde machen wir uns doch gerne zum Affen...

Richtig cool war das Wei-Jin-Tomb-Museum. Bei Straßenarbeiten wurden 2007 mitten in der Stadt eine Ansammlung alter Grabkammern aus dem 3.-5. Jhdt entdeckt, die mit samt ihren Inhalten seitdem ausgegraben wurden. Danach wurde das erst 2024 eröffnete Museum einfach auf die archeologische Stätte draufgesetzt, sodass man gemütlich an den Gräbern vorbeisspazieren konnte. Auch wenn die Aufarbeitung wie immer etwas ideologisch und nationalistisch aufgeladen scheint (insofern wir das überhaupt beurteilen können, die Erklärungstexte in den Museen sind leider nur bruchstückhaft auf Englisch verfügbar und die Audioguides nicht aushaltbar langwierig und nicht auf den Punkt kommend), war es wirklich sehenswert!

Die große Moschee, angeblich als letzte in Xinjiang mit traditionellem religiösem Schiedsgericht, war leider wegen Renovierung geschlossen, dafür waren wir im königlichen Palast. Ein Mix aus islamischer und chinesischer Architektur, neben Privatgemächern der Herrscherfamilie (der letzte König von Kuqa Dawut Makosuti starb erst 2014 und lebte auch bis zu seinem Tod im Palast) sind auch noch uigurische volksbrauchtümliche und Alltags-Gegenstände ausgestellt. Manche Gebäude, wie die Mausoleen der Fürsten am Rande des Museums oder die kleine Moschee, waren aber ganz schön heruntergekommen.

Auch Kuqa und seine sympathischen Einwohner hat uns freundlich und mit Neugierde empfangen, wir haben es genossen!




Auf einen Blick

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  • Nachtzug nach Kuqa im Hard Sleeper
  • Wei-Jin-Tomb-Museum
  • königlicher Palast
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