Turpan تۇرپان شەھىرى/ Tulufan 吐鲁番
Turpan - nun hatten wir es nach Xinjiang geschafft! Eine Gegend, die bei uns vor allem in den Schlagzeilen war wegen den Konflikten zwischen der chinesischen Regierung und der...


Veröffentlicht: 22.06.2026




















Mit unserem Hotel trafen wir hier lagetechnisch nicht ins Schwarze und waren etwas weit ab vom Schuss in einem Wohngebiet (die Karten von AMap sind manchmal etwas schwer zu deuten, auch was und wo es in einer Stadt zu sehen gibt), aber dafür waren wir wohl Gesprächsthema in der Nachbarschaft, und das Taxifahren ist aus unserer Perspektive ganz günstig und der öffentliche Nahverkehr ist auch top.
Kuqa hat auch eine nette Altstadt, die noch einiges der alten Strukturen aufweist, und mit mit "altem Krams" an vielen Stellen fototauglich dekoriert wurde. Haben wir in ähnlich schon in einigen Städten auf der Reise gesehen, ist aber hier ganz gut gelungen, ohne den Charme der alten Gassen zu zerstören. Für die chinesischen Touristen schienen die zwei Pfannkuchengesichter aus Deutschland das Ensemble zu vervollständigen, wir sind noch mehr als eh schon fotografiert worden und es wurden uns einige Male Anweisungen zugerufen, wie wir uns positionieren sollten. Aber da sind wir wirklich schmerzfrei mittlerweile, für unsere stetig wachsende Fangemeinde machen wir uns doch gerne zum Affen...
Richtig cool war das Wei-Jin-Tomb-Museum. Bei Straßenarbeiten wurden 2007 mitten in der Stadt eine Ansammlung alter Grabkammern aus dem 3.-5. Jhdt entdeckt, die mit samt ihren Inhalten seitdem ausgegraben wurden. Danach wurde das erst 2024 eröffnete Museum einfach auf die archeologische Stätte draufgesetzt, sodass man gemütlich an den Gräbern vorbeisspazieren konnte. Auch wenn die Aufarbeitung wie immer etwas ideologisch und nationalistisch aufgeladen scheint (insofern wir das überhaupt beurteilen können, die Erklärungstexte in den Museen sind leider nur bruchstückhaft auf Englisch verfügbar und die Audioguides nicht aushaltbar langwierig und nicht auf den Punkt kommend), war es wirklich sehenswert!
Die große Moschee, angeblich als letzte in Xinjiang mit traditionellem religiösem Schiedsgericht, war leider wegen Renovierung geschlossen, dafür waren wir im königlichen Palast. Ein Mix aus islamischer und chinesischer Architektur, neben Privatgemächern der Herrscherfamilie (der letzte König von Kuqa Dawut Makosuti starb erst 2014 und lebte auch bis zu seinem Tod im Palast) sind auch noch uigurische volksbrauchtümliche und Alltags-Gegenstände ausgestellt. Manche Gebäude, wie die Mausoleen der Fürsten am Rande des Museums oder die kleine Moschee, waren aber ganz schön heruntergekommen.
Auch Kuqa und seine sympathischen Einwohner hat uns freundlich und mit Neugierde empfangen, wir haben es genossen!
