Milford Sound - Fiordland National Park
Wir sind in Te Anau. Te Anau ist südwestlich auf der Südinsel gelegen und grenzt an den Fiordland National Park an. Hier haben wir mit Reese, unserem Busfahrer, einer jungen...

Veröffentlicht: 02.04.2017
Auf ein Neues! Der Kepler Track gehört zu den neun Great Walks von Neuseeland!
Es ging entlang eines Sees, entlang durch den Wald, hinauf zur Bergspitze, am Bergkamm entlang, hinab ins tiefe Tal am Fluss entlang. Gleich zu Beginn erwartete uns ein Schild, dass uns mitteilte, dass der Track auch in halber Zeit machbar sei, je nach Kondition und allerdings bei gutem Wetter! Wir glaubten da an einen Aprilscherz, denn an einem Ort, wo es 270 Tage im Jahr regnet, gibt es nicht viele Möglichkeiten so einen Tag zu erwischen.
So machten wir uns auf den Weg. Als wir den Berg hinaufstiegen durften wir sogar einen Helikopterflug und Landung an der nahe gelegenen Hütte bestaunen. Im weiteren Verlauf hatten wir eine schöne Bergkammwanderung, wenn auch fast vom Winde verweht und mit sattem kaltem Regen. Da sprechen die Fotos vielleicht ein wenig für sich. Sollte allerdings ein Schneesturm kommen, so war zumindest mit Nothütten unterwegs für ein Dach über dem Kopf gesorgt! Zum Track lässt sich noch sagen, dass hier eine Farbenvielfalt, trotz der rauen Landschaft oberhalb 1000 Höhenmeter, herrscht: Grüne, schwarze, rote, lilagraue Steine färbten unseren Weg. Die Bergkammwanderung bot uns einen prächtigen Ausblick auf das angrenzende Fiordland. Neben der Natur trafen wir auch wieder auf Keas, die uns verfolgten. Aber nicht nur die Keas sind schlau und so gab es von uns kein Futter von unserem rationierten Proviant. Weiter trafen wir süße kleine Vögel, die gar nicht scheu und sehr neugierig sind und auf Füße klettern und an Fingern knabbern. Andere wiederum machten Geräusche, die die Filmfans von uns bestimmt gut kennen. So fühlten wir uns in den Waldabschnitten wie bei den Hungerspielen von Tribute von Panem, und das Vogelgeräusch war unsere 'heranfliegende Falschirmbox mit Notversorgung zum Überleben'. Der Wald hatte zudem einen verwunschenen mystischen Eindruck, denn die Bäume waren an den Ästen übersät mit Wurzeln, die durch die Wasseraufnahme weiß leuchteten. Unsere einzige Übernachtung auf diesem Track war auf der Iris Burn Hut, einer sehr einladenden Hütte mit unzähligen Gerüchen von um die 50 Wanderer und deren nassen Kleidung, wohl drapiert um den kleinen wärmenden Ofen. Man beachte in Neuseeland: Lasse deine Schuhe niemals auf dem Boden stehen! Binde alles, soweit möglich, höher gelegen an. Denn Keas klauen auch mal gerne nachts die Schuhe (die, wie auch verständlich, wegen des Schmutzes von der Wanderung draußen vor der Hütte bleiben müssen) und fliegen diese gerne in das umliegende Gebüsch, sodass dies, wie uns der Ranger der Iris Burn Hut erzählte, oft zur morgendlichen Belustigung führt, wenn ein Wanderer diese Regel missachtet hat und am nächsten Morgen im weitläufigen Dickicht erstmal seine Schuhe finden darf. Das gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. So wie überall lernten wir auch hier neue Leute kennen, oder auch Niederländer, mit denen es sich hat gut Kartenspielen lassen. Hier begegneten uns auch dann die Sandflies, überall, welche Freude, die aufdringlichen kleinen, Biester.
Nach 2 Tagen Wanderung, 16 Stunden laufen, 2000 Höhenmeter, 60km hatten wir unseren Great Walk geschafft. Als Resümee lässt sich sagen: In dieser Landschaft wurden wohl unzählige Filme gedreht, sieht alles nach Herr der Ringe, Harry Potter; Tribute etc. aus. (Wir müssen danach unbedingt die Filme nochmal schauen, wir waren ja nun überall selbst vor Ort). Unsere neue Hitch-Hike Quote nach dem dritten Hitchhiken: 1 -2 -1. Wir trafen nämlich auf sehr nette Franzosen auf unserem Wanderweg, die uns in ihrem Van auf ihrem Bett mitgenommen haben.
