Heilige Hirsche
Der frühe Vogel fängt den Wurm oder ist vor den ganzen Reisegruppen an den Sehenswürdigkeiten. Dieses frühe aufstehen ist fast schlimmer, als würde man arbeiten gehen. Da


Veröffentlicht: 27.07.2025


































Heute geht’s zur vorletzten Location auf Japan. Die Koffer sind gepackt, das letzte Frühstück in Nara verspeist. So stapfen wir zum nahegelegenen Bahnhof. An dieser Stelle möchte ich mal lobend bemerkt haben, dass Nara der einzige Bahnhof war, wo wir keine Koffer schleppen mussten. Überall Rolltreppen und Fahrstühle.
Das Bahn und Metro fahren funktioniert mittlerweile ganz gut. Nur die großen Bahnhöfe sind eine echte Herausforderung. Manchmal kann es Zeit- und Nervenaufreibend sein bis man den richtigen Bahnsteig gefunden hat. Da kann google Maps einen auch schon mal verwirren, mit den Ausgangs-Angaben.
Gegen Mittag erreichen wir unser Hotel. Das Holiday Inn & Suites Osaka - am Arsch der Welt. Also über die Hotellagen müssen wir uns das nächste mal mehr Gedanken machen. 15 Gehminuten von der Shin-Osaka-Station entfernt. Für die Weiterfahrt in 3 Tagen mit dem Shinkansen nach Hiroshima ist das ja ganz praktisch, aber zur Expo und nach Namba fährt man jeweils ne Stunde Metro. Aber da müssen wir jetzt leider durch.
Von Nara zum Hotel in Osaka hatten wir eigentlich eine gute Verbindung rausgesucht, bei der wir als letztes Bus fahren mussten, allerdings mit einem strammen Zeitablauf und wie soll es auch anders sein, wir haben den Bus um 2 Minuten verpasst. Bei den Bahnen ist das nicht schlimm, da fährt alle paar Minuten eine. Der Bus leider nur jede Stunde. Tja - hilft nichts den Sonnenschirm aufgespannt und 15 Minuten durch die Hitze die Koffer gerollert.
Die junge Dame an der Rezeption war anerkennend überrascht, das wir zu Fuß gekommen sind, wo es doch ein Hotel-Shuttle gibt.
Wir dürfen gegen ein geringes Entgelt früher einchecken, dafür bekommen wir ein Upgrade auf eine 2-Bett-Suite.
Das bislang größte und schönste Zimmer. Mit irgendwas muss man die Lage ja auch wett machen.
Mit Küche,
Kleiderschränken und eigener Waschmaschine mit integriertem Trockner. Die wird auch sofort eingeweiht. Einfach nur geil.
Heute Nachmittag gehts noch nach Kobe zum Steak essen.
In Kobe gibt es nicht all zu viel zu sehen - Chinatown
oder der Meriken-Park mit dem Port Tower,
das Museum mit seiner interessanten Stahlkonstruktion
und dem Oriental Hotel, was durch seine ungewöhnliche Form auffällt. Es sieht aus wie ein riesiges Schiff.
Für 17:30 Uhr ist der Tisch im Restaurant bestellen, so können wir uns 2 Stunden noch die paar Sachen anschauen. Heute war ein Festival im Park.
Zelte, Streetfood, eine grosse Bühne mit japanischen „Popstars“ die allerdings nur 4 lieder gesungen haben und die immer wieder.
Ausstellungen von Autos und Booten, aber vorrangig gabs was zu essen.
Schön war vor allem die leichte Brise die vom Meer rüberkam, dennoch konnte man es in der Sonne kaum aushalten. Auf dem Weg zum Restaurant kommen wir noch an einer Gedächtnisstätte vorbei,
wo man die Schäden des verheerenden Erdbebens von 1995 mit einer Stärke von 7,3 auf der Richterskala sehen kann.
Kobe ist etwa eine Stunde von Osaka entfernt. Eine Großstadt mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern. Was fällt dem gemeinen Europäer ein, wenn er das Wort Kobe hört - richtig Fleisch fällt ihm ein. Liebevoll massierte Rinder und fast weisses, fein marmoriertes Fleisch.
Wie passt das in eine Großstadt?
Fakten:
Das Kobe-Rind bezeichnet die Tajima-Rinder aus der japanischen Region um Kobe. Im Zusammenhang mit Fleisch müssen wir noch mal kurz den Begriff Wagyū definieren, da es dabei immer zu Verwechslungen kommt und Kobefleisch als Wagyū betitelt wird. Wagyū ist eine Sammelbezeichnung, unter die außer die Tajima-Rindern auch andere japanische Rinderrassen fallen.
Das Kobe-Rindfleisch hat eine besonders mürbe Struktur und eine exzellente Marmorierung mit feinen Fettäderchen. Dieses Rindfleisch ist das am stärksten marmorierte Fleisch aller Rinderrassen. Außerdem hat das Fleisch den geringsten Anteil gesättigter Fettsäuren. Kobe-Rindfleisch wird als das teuerste Rindfleisch der Welt angesehen und wird in 5 Qualitätsklassen von Stufe 5 (sehr gut) bis Stufe 1 bewertet.
Nun ist es soweit. Ein Erlebnis der Extra-Klasse - in Kobe das beste Fleisch der Welt essen. Ich hatte mir im Vorfeld bei Tripadvisor ein Restaurant ausgesucht, das Steak&Grill Kobe Meriken Hatoba.
Ich wollte von Deutschland aus einen Tisch bestellen, das ging aber nicht - fragt mich nicht warum. Hier auf Japan (🧐 oder heisst das in Japan) hat’s geklappt und sie hatten auch noch was frei.
Ein tolles kleines, schickes, edles Restaurant,
mit einem zuvorkommen Service und einem mega leckeren Essen.
Das Fleisch (Klasse A5) war der Hammer - soooo zart und soooo lecker.
Zum Abschluss gabs noch Fotos mit dem Chef und viele kleine Souvenirs die wir mitnehmen durften.
Das war ein schönes Erlebnis.