Atem(be)raubende Eindrücke
Der Gewinner des gestrigen Kniffel-Spiels hat den Ausflug für heute festgelegt: André hat sich den Rundwanderweg um den Silvretta-Stausee gewünscht. Also ging es nach dem...

Veröffentlicht: 25.07.2022



















Heute wurden wir abermals von Sonnenstrahlen geweckt, die durch das Dachfenster direkt über unserem Bett auf uns schienen.
Mit dem Auto fuhren wir zum heutigen Zielort, dem schönsten Ort Österreichs. 2019 nämlich wurde der Lünersee in einer TV-Sendung dazu gekürt. Die Straße dahin erinnerte in kleinen Teilen an die Silvretta-Hochalpenstraße, denn auch da gab es wieder etliche Kurven und Kehren, wo es manchmal ganz schön eng zuging. Aber es waren nicht ganz so viele Kurven (hat mir trotzdem wieder gereicht).
Wir fuhren immer höher und höher und ich fragte mich: da soll noch ne Bahn NOCH höher gehen? Wo kommen wir denn da raus?
Die gebührenpflichtigen Parkplätze vor der Lünerbahn waren alle belegt, weshalb wir etwas weiter unten das Auto abstellen mussten. So ging unsere Wanderung schon mit einem guten Anstieg los, wieder von riesigen Bergen umsäumt. Es ist auch am 5.Tag immer noch extrem beeindruckend wenn man sich diese natürlichen Massive anschaut.
Bei mehr als 30°C, strahlender Sonne und dem ersten Bergauflauf waren wir schon mächtig am schwitzen, erreichten aber relativ schnell die Lünerseebahn. Diese fährt nochmals 411m in die Höhe und erreicht dann den See, dessen Wasserspiegel in 1970m Höhe liegt.
Da wir ja clever sind und uns immer gut auf unsere Touren vorbereiten, haben wir den Rundweg im Uhrzeigersinn gewählt. So rum kommt nämlich gleich zu Anfang ein kurzer, knackiger und mächtig steiler Anstieg über 170m aufwärts, der dann recht seicht wieder abfällt, bevor er den Rest der fast 2stündigen Runde flach weitergeht. Wir wollten den anstrengenden Teil gleich zu Beginn hinter uns bringen. Also stöckerten wir über Serpentinen-Wege da hoch, freuten uns über unsere Leistung und konnten uns gar nicht satt sehen an der Umgebung, der Landschaft, der Blumenvielfalt, den Geröllhängen, den bemoosten Hügeln, den vielfältigen Bergspitzen, den unterschiedlichen Bergbeschaffenheiten (manche glatt, andere durchzogen mit Furchen) und nicht zuletzt.... DER FARBE DES SEES!!! Das ist so ein unbeschreibliches Blau, das können sämtliche Fotos gar nicht wiedergeben. Das ist kein normales azur oder maritimes Blau, auch kein Türkis... das muss ein eigenes Wort haben: Lünerseeblau. Sowas gibt es nirgendwo anders. Echt nicht!
Der Aufstieg war geschafft, der Abstieg führte uns über teils schmale Pfade bis zur Lünersee Alpe, einer Berghütte am unteren Ende des Sees, wo wir uns verdienterweise ein kühles Radler gönnten. Mittlerweile besagte die Wetterapp, dass ein Gewitter aufzieht und auch der immer stärker werdende Wind machte den Eindruck, das könnte stimmen. Also machten wir uns auf den restlichen Rundweg, der nun - ganz wie es uns gefällt - flach bis zur Bahnstation zurück führte. Fix noch eine Bank mit genialer Aussicht (wo bitte gibt es die nicht) ergattert, um uns das Picknick einzuverleiben und dann waren wir auch schon bald wieder am Endpunkt.
Zum Auto ging es nun ja wieder ein paar 100 Meter bergab, das gibt unserem Muskelkater so langsam den Rest.
Deshalb werden wir morgen mal eine kleine Wanderpause einlegen, höchstens bisschen spazieren gehen.
Mal sehen, was der Tag so bringt.
Bleibt fröhlich
Tina&André