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Gipfelstürmer A.B.

Veröffentlicht: 01.08.2022

Leute, was für ein Tag! Heute haben wir die anstregendste, aber aufregendste Tour hinter uns und seid Euch sicher, die Fotos können die Erlebnisse nicht mal zu einem Bruchteil wiedergeben. 

Mit der Grasjochbahnging es zuerst natürlich mal wieder hoch in die Montafoner Bergwelt und dann nochmal ein Stück weiter nach oben mit der Hochalpilabahn auf den obersten Gipfel. Da waren wir schonmal ganz am Anfang, wo wir "einfach" nur den Berg wieder runtergestapft sind zur Bergbahn zurück.

Heute war alles anders. Schon von weitem konnten wir das Gipfelkreuz der Zamangspitze sehen, der Weg dahin - der sogenannte Panoramaweg - wurde laut App als "mittelschwer" eingestuft. Los ging es aber schon von Anfang an über einen relativ schmalen Pfad über Steine und Geröll, er schlängelt sich mit einem seichtem Anstieg durch die Natur und nach ein paar Metern offenbarte er seine ganze Gewaltigkeit! Wir stöckelten in Wirklichkeit auf einem Bergkamm, wo es links wie rechts aber mal so RICHTIG steil abwärts ging. Gelegentlich mussten wir die Stöcke in eine Hand nehmen, um uns mit der anderen Hand irgendwo für den nächsten Schritt abzustützen. Irgendwann kamen Wanderer von hinten und auch aus der Gegenrichtung, da haben wir uns kurzerhand irgendwo links in eine Ecke gequetscht und erstmal alle vorbei gelassen. Weiter führte der Weg um den Berggipfel, aber die Verhältnisse wurden nicht besser. Von den Höhenverhältnissen her ging es gar nicht dolle bergab oder -auf, es war ein einziges über-Steine-klettern am Rand des Berges. Vom Panoramaweg oder Panoramablick kann ich euch gar nicht viel berichten, ich traute mich null nach links, rechts oder oben zu schwenken. Ich konzentrierte mich nur auf die nächsten Schritte und darauf, nicht auszurutschen oder abzustürzen. André fand es einfach nur geil! 

Die App hatte empfohlen, nicht den alpinen Steig nach oben zum Gipfel zu nehmen, wenn man keine Erfahrung hat, oder nicht trittfest und schwindelfrei ist, sondern einmal um den Berg rum zu laufen und dort den einfacheren Weg zu nehmen. Naja... denkt euch jetzt bitte Euren Teil!

Irgendwann erreichten wir nach ungefähr 1 Stunde Extremsport die Stelle, die als einfacher Weg zur Zamangspitze deklariert war. Ähm... nö. Keine 10 Pferde. Nicht mit mir. Aber André wollte unbedingt sein erstes "echtes" Gipfelkreuz mitnehmen und so blieb ich an besagter Stelle zurück, André entledigte sich seines Rucksacks und der Stöcke und nutzte die Chance. Er hat es echt gewagt, da hoch zu klettern! Nach ungefähr 20 Minuten hatte er auch das Ziel in 2386m Höhe erreicht und bat eine Dame, ihn am Kreuz fotografisch festzuhalten. Dann kam er sowasvon glücklich, stolz und freudestrahlend wieder zu mir und war ganz aus dem Häuschen! Ich hab es ihm von Herzen gegönnt, auch wenn ich einfach zuviel Schiss davor hatte. Mir schlotterten ja immer noch nie Knie von dem Weg bis hier hin.

Aber das war ja nur die erste Etappe unserer heutigen Wanderung. Nächstes Ziel war die Zamangalpe, die angeblich nur 45 Minuten entfernt sein sollte. Es blieb dabei, ein schmaler Pfad über Stock und Stein, nun aber nicht mehr am Rande der Klippen, sondern kurvenreich steil bergab. Um die 500hm stapften wir nun von der Spitze nach unten, durch botanisches Gebiet, was auch ein schick angelegter Park hätte sein können (wenn alles flach wäre). Linkswendung, Rechtswendung, Geröllfelder mittendrin... aber nirgendwo eine Alpe zu sehen. Mein Fitnesstracker meinte aber, dass wäre ganz gut so, denn je weiter der Weg, umso mehr ging der Balken für Fettverbrennung nach oben 🤭.

Nach über 1 Stunde sahen wir dann endlich die Alpe, immer noch in 1860m Höhe. Die Zeitangaben auf den Wegweisern und der Wanderapp hauten aber überhaupt nicht mit unserem Schrittempo hin, weshalb wir die nette Bedienung etwas ängstlich fragten, wie weit denn der Weg zur Grasjochbahn realistisch wäre, da ja auch irgendwann die letzte Bahn ins Tal fährt und wir nicht im Berg hängen bleiben wollten. Aber sie gab Entwarnung und meinte, es geht nun auf einer Straße in ca 45 Minuten gemütlich die letzten Meter nach oben. Puh, danke, das macht Mut.

Das Abschlussziel vor Augen wollten wir hochmotiviert loslaufen, aber da begegnete uns schon das nächste Abenteuer. Der Bauer der Alpe holte seine Kühe vom Berg und die kamen direkt im Gänsemarsch auf uns zu, der Bauer hintendran. Nutzt ja nix, da gab es nichts, wo wir hätten beiseite gehen können, also loslaufen und an der ewig scheinenden Schlange aus Kühen vorbei laufen. André hat genau 52 Tiere gezählt, der Bauer meinte dann auch, dann seien ja alle mitgekommen. 

Die letzten 2 Kilometer ging es dann wie versprochen auf der Serpentinenstraße bergauf, was mir komischerweise überhaupt nichts mehr ausgemacht hat, nur André hatte bissl zu kämpfen und sich wieder von Rinne zu Rinne gehangelt. Ich hab dann zum Ende nochmal nen Spurt eingelegt und oben auf André gewartet. 

Ziel erreicht, 7km in 4,5 Stunden zurückgelegt und nach dem wohlverdienten GROSSEN Radler führen wir mit einer der letzten Bahnen wieder zurück ins Tal.

Es war aufregend, anstrengend und ereignisreich, aber nichts gibt einem ein glücklicherweise Gefühl als das, es gemeinsam geschafft zu haben! Es war wieder mal sehr schön 😊

Bleibt fröhlich

Tina&André 

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