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Bergfest

Veröffentlicht: 28.07.2022

Eine Woche Urlaub liegt nun bereits hinter uns, Halbzeit. Dafür haben wir ein ganz besonderes Bergfest gefeiert, die erste richtige Bergwanderung vom Hochjoch zur Innerkappell-Alpe und zurück. Ich nehm die wichtigen Daten gleich vorweg: 6,8km in 3:20h (Pausen inbegriffen) und 318m zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt passiert. Sowas hab ich mir im Vorfeld total gewünscht 😍.

Dabei ging es aber zuerst mit der Zamangbahn von 700m hoch auf 1862m. Unsere Wandertour startete mit einem guten Anstieg bis zum Sebligasee, das ist ein Speichersee, der im Winter die Schneekanonen füttert. Von dort ging es weiter bergauf bis zum sogenannten "Surblies"-Aussichtspunkt in 1980m Höhe. Der Blick von dort ist wieder mal Wahnsinn gewesen... man sitzt inmitten von gewaltigen Berggipfeln und blickt runter ins Tal, wo die Häuser wie Spielzeughäuschen aussehen. Richtig niedlich, auch wenn man das so sieht, dass zwischen den einzelnen Grundstücken so herrlich viel Platz ist. Keine zubetonierten oder mit Immobilienüberschuss zugebauten Areale, sondern Natur ums Eigenheim, soweit das Auge reicht. So muss man wohnen!

Die Bank, von der wir die geile Aussicht genossen haben, war allerdings auf einem begrünten Steinfelsen, der das Zuhause von hunderten von Fliegen zu sein schien. Dort summselte und brummselte es die ganze Zeit, da haben wir es nicht ganz so lange ausgehalten. Aber nicht schlimm, wir sind ja grade erst gestartet.

So brachte uns der Weg vom höchsten Punkt der Tour von nun an über 3km bergab. Aber nicht einfach so, sondern nun begann der spannende Teil. Schmale Trampelpfade über Stock und Stein, vorbei an Blümelwiesen und unglaublich vielen Kuhherden. Da stehn oder liegen die eben einfach mal so auf dem Weg, den wir eigentlich passieren wollen, aber juckt die nicht. Ist ja deren Gebiet. 

Den Weg nach unten zu stöckeln war echt ein Erlebnis, links rum, rechts rum, großer Schritt, Matsch und Sumpf, Moos und Kuhfladen... alles war dabei. Motto zu der Zeit war "pass gut auf deine Füße auf!" (Insider 😉). Und weder nach vorn, noch wenn man sich umgedreht hat, konnte man den Weg wirklich weit sehen. Es ging immer Meter für Meter, Schritt für Schritt. Zwischendrin nutzten wir einen größeren Stein für eine kurze Trinkpause und versuchten auszumachen, von welchem Berggipfel wir denn nun eigentlich bis hier runter gekommen waren. Unmöglich!

Nach etwa der Hälfte der gesamten Tour erreichten wir die Innerkapell-Alpe und gönnten uns jeder ein Wanderer-Radler (und ich das leckerste Butterbrot der Welt 😋). Wir verbrachten dort eine ganze Weile und waren richtig, aber so RICHTIG glücklich, über das, was wir bis dahin geschafft und gesehen haben. Die Sonne schien mit voller Kraft auf uns hernieder und widerlegte erneut die Prophezeiungen des ollen Frosches! Blödmann. 

Der Rückweg zur Bahnstation führte uns nicht mehr über Trampelpfade, sondern auf einem gut befestigten, breiten Schotterweg durch den Schattwald. Gleich zu Beginn haben wir Pilze entdeckt, aber natürlich stehen lassen. Damit kennen wir uns einfach nicht aus, aber die Pilzkenner unter euch werden uns schon sagen, was los is.

So gut die Beschaffenheit des Weges war, so war es doch nicht einfach zu wandern, denn bis zur Bahnstation (wie gesagt, ca 3km) ging es stetig bergauf. Nicht steil, aber durchgängig nach oben. Wir machten immer mal wieder kurze Verschnaufpausen und trieften wie nichts gutes! Als wir dann aber die Bergstation sehen konnten, waren die letzten Schritte flott absolviert. 

Dort oben gönnten wir uns nochmal ein Radler und Eis in Liegestühlen mit grandiosem Blick auf die Paraglider, für die der Hochjoch ein heißbegehrter Startpunkt ist.

Füße ausstrecken, sich wie im Paradies fühlen, mit sich selbst total zufrieden und überglücklich über die geschaffte Tour zu sein... das war der gelungene Abschluss dieses wertvollen Tages! 

Nun zehren wir noch von den Eindrücken, bevor wir nicht zu spät ins Bettchen hüpfen und vielleicht wieder die Sterne betrachten können. Letzte Nacht war es nämlich so, dass ein sternenklarer Himmel war und wir uns durchs Dachfenster gar nicht dran satt sehen konnten...

Bleibt fröhlich

Tina&André 

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