aufunddavo2019

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Roadtrip durch Neuseelands Nordinsel

Neuseeland - Traum aller NaturliebhaberInnen, BergsteigerInnen und CamperInnen! Da die Insel sowieso auf unserem Weg nach Asien lag, mieteten wir uns, wie so viele andere Touristen, ein kleines Wohnmobil und gingen auf einen fast dreiwöchigen Roadtrip durch die Nordinsel. In Auckland holten wir unser Auto ab und packten erstmal die RucksĂ€cke aus, die wir dann verstauten - wir brauchten sie die nĂ€chsten Wochen nicht :) Schön wars, mal nicht jeden Tag zu packen und weiterziehen zu mĂŒssen!

Wir klapperten in der relativ kurzen Zeit jede Menge Ort ab: zunĂ€chst Coromandel, eine Halbinsel im Norden der Insel, mit herrlichen Buchten, erstaunlichen Felsformationen, verlassenen Orten, rumpeligen Schotterpisten, malerischen KĂŒstenstraßen und alten WĂ€ltern.

Der Weg fĂŒhrte uns weiter Richtung SĂŒden, nach Matamata, das eines der berĂŒhmtesten Dörfer Hollywoods beherbergt: Hobbingen! Zwei Jahre wurde Hobbingen liebevoll und mit grĂ¶ĂŸtem Aufwand mit Hilfe der NeuseelĂ€ndischen Armee aufgebaut, nachdem der Regisseur der Herr der Ringe und Hobbit Filme, Peter Jackson, die Alexander-Farm bei einem Hubschrauberflug entdeckt und als „perfekt“ fĂŒr seine Filme befunden hatte. Nach dem Dreh fĂŒr „der Herr der Ringe“ wurde Hobbingen wieder abgebaut, nur um es spĂ€ter fĂŒr den Film „der Hobbit“ wieder aufzubauen. Man entschied sich diesmal allerdings dafĂŒr, das Auenland bestehen zu lassen, um dort Touristen und Fans die Möglichkeit zu geben, im „grĂŒnen Drachen“ ein Ale zu trinken und Bilbos Haus einen Besuch abzustatten. Einige der bekannten Filmzitate, die der Guide beginnt, können wir beenden, was uns (und auch ein paar andere der BesucherInnen) als waschechte Nerds outet - der Guide beruhigt uns: Hobbingen ist eine Nerd-freundliche Zone und außerdem lieber so, als diejenigen, die herkommen ohne je eines der BĂŒcher gelesen oder die Filme gesehen zu haben. Nicht nur einmal wurde der Guide, nach eigenen Angaben, gefragt, ob Hobbits denn reale Wesen seien, die Antwort darauf sei immer „Ja!“, berichtet der augenzwinkernde Guide - um sie zu sehen, mĂŒsse man aber sehr aufmerksam sein und etwas GlĂŒck haben, da Hobbits sehr scheue Geschöpfe seien, die sich bei Besuch gerne und meist erfolgreich versteckten. Wir stehen also im Auenland und sind total begeistert von der liebevoll gestalteten Kulisse, die wir aus den Filmen kennen. Am Ende der Tour trinken dann auch wir ein Bier im „grĂŒnen Drachen“ und drehen bei der Weiterfahrt den Herr der Ringe Soundtrack auf volle LautstĂ€rke!

Wieder weiter Richtung SĂŒden besuchten wir die Māori Stadt Rotorua, wo sich die vulkanischen AktivitĂ€ten in Form von heißen Quellen, bis zu 40 m hohen Geysiren und Schwefelquellen entladen. Wir besuchten dort eine Stadt der Maori, in der wir etwas ĂŒber deren Kultur erfuhren. Nase an Nase, Stirn aneinanderdrĂŒcken, Kia Ora sagen, Handschlag - und fertig ist der Maori-Gruß, mit dem auch wir begrĂŒĂŸt wurden. Neben einigen traditionellen Liedern und TĂ€nzen sahen wir auch den berĂŒhmten Haka - einen Kriegstanz, mit dem sich frĂŒher die Krieger auf den Kampf einstimmten und der bei uns vor allem durch Rugby bekannt wurde. Die All Blacks nĂ€mlich, die Rugby Nationalmannschaft Neuseelands, stimmen sich mit diesem Tanz auf wichtige Spiele ein. Beim Haka nĂ€mlich werden alle Muskeln angespannt, um sich fĂŒr den Kampf vorzubereiten - selbst die Augen, die weit aufgerissen werden oder die Zunge, die so weit wie möglich herausgestreckt und gerollt wird! Ich kann mir gut vorstellen, wie ein Gegner beim Anblick der im Gesicht tĂ€towierten, krĂ€ftigen Maori-KĂ€mpfer eingeschĂŒchtert wurde!

In Taupo, unserem nĂ€chsten Stopp, wartete der nĂ€chste Herr der Ringe Drehort auf uns: mehr als 20km ging es zu Fuß durch Mordor, zum Schicksalsberg (in Wirklichkeit Tongariru Crossing genannt - wir finden Mordor allerdings deutlich cooler!). Wir erwischten einen herrlich sonnigen Tag und hatten eine tolle Wanderung: um zum Anstieg des Berges Tongariru zu gelangen, geht es zunĂ€chst etwa eine Stunde ĂŒber eine mit GrĂ€sern, Heiden und Moosen bewachsene Ebene. Am Anstieg des Berges angelangt, geht es dann etwa drei Stunden bergauf durch karge Vulkanlandschaften, die Vegetation verschwindet mehr und mehr, bis am Ende nicht einmal mehr Flechten am Boden zu sehen sind. Am höchsten Punkt des Treks, unweit des „Schicksalsberges“, hatten wir einen herrlichen Rundumblick auf die Vulkane Ngauruhoe und sogar den Mount Taranaki, mit ihrer typisch vulkanischen Kegelform und den bereits schneebedeckten Gipfeln. Auch die Emerald Lakes, zwei leuchtende Seen, einer blau, der andere grĂŒn, umgeben von schwarzem Vulkangestein, das vom Schwefel teilweise gelb ĂŒberzogen ist, zeigen sich im strahlenden Sonnenschein von ihrer besten Seite. Zu den Seen abgestiegen, ĂŒberquerten wir eine Ebene, die ĂŒbersĂ€t ist mit großen, schwarzen Gesteinsbrocken in bizarren Formen, die der Vulkan bei seinem letzten Ausbruch ausgespuckt hatte und die jetzt langsam in Regen und Wind verwittern. Nach ĂŒberqueren der Ebene ging es wieder bergauf zu einem weiteren, blau schimmernden See mit bestem Blick auf den Schicksalsberg, um danach den etwa dreistĂŒndigen Abstieg durch immer ĂŒppigere Vegetation anzugehen. Neben dieser klasse Wanderung gab es weitere Highlights in Taupo: ein Fallschirmsprung aus 4500 m Höhe fĂŒr Johannes, der es genoss eine Minute im freien Fall durch die Luft zu sausen und.... Wunderbares, saftiges, dunkelbraunes VOLLKORNBROT, von dem wir uns zwei Laibe auf Vorrat fĂŒr die Weiterreise, die Stadt Palmerston, mitnahmen.

In Palmerson besuchten wir das vielfach beworbene Rugby Museum, mit einem Zwischenstopp beim National Army Museum, das uns ebenso oft empfohlen wurde. Um mich kurz zu fassen: Die Museen in Neuseeland sind außergewöhnlich! Sehr informativ, anschaulich und interessant (das beste Museum sollen wir allerdings erst spĂ€ter sehen: das Kauri Museum im Norden der Insel - dazu spĂ€ter mehr). Nach einem „Museumstag“ reisten wir weiter an die SĂŒdspitze der Nordinsel, an das Cape Pallisier, das neben einem sehr schönen, weiß-rot gestreiften Leuchtturm ein weiteres Highlight zu bieten hat: Eine große Robbenkolonie, die wir mehr als eine Stunde beobachteten. Die Babyrobben spielen supersĂŒĂŸ im Wasser, beobachtet von den ausgewachsenen Robben, die sich faul in die Sonne strecken. Ein bisschen unwillig verließen wir die Robben, denen ich noch ewig hĂ€tte zusehen können, da wir das Naitional Museum of New Zealand in Wellington noch rechtzeitig erreichen wollen. Auch dieses Museum war beeindruckend und erzĂ€hlt von der ersten Besiedelung durch die Polynesier ĂŒber die Kultur der Maori, das Entdecken durch EnglĂ€nder und der ursprĂŒnglichen Flora und Fauna auf den Inseln.

Wir hielten uns nicht lange in Wellington auf und fuhren bald weiter - von nun an wieder nordwĂ€rts. Den Gipfel des Mount Taranaki konnten wir aufgrund schlechten Wetters leider nicht erklimmen, dafĂŒr besuchten wir die Glowworm Caves in Waitomo. Dies war wieder ein erstaunliches Schauspiel: WĂ€hrend Johannes die „Action-Variante“ wĂ€hlte und sich in die 100m tiefe „Lost-World“ Höhle abseilte, fuhr ich per Boot in eine stockfinstere Höhle, deren Decke mit abertausenden GlĂŒckwĂŒrmchen ĂŒbersĂ€t ist, die die Höhle erleuchten - mal wieder blieb mir vor Staunen die Spucke weg!

Am selben Tag noch waren wir bereits zurĂŒck in Auckland, um bei einem Rugby Spiel dabei zu sein. Wegen eines Staus zu spĂ€t dran, hatten wir leider keine Zeit mehr, die Regeln genau zu studieren. Wir wussten lediglich die GrundzĂŒge und dass die Heimmannschaft blaue Trikots tragen wĂŒrde. Wir schmissen uns also schnell in ein blaues T-Shirt und hasteten zum Ticketverkauf. Dort kamen wir in der langen Warteschlange mit Fans der AuswĂ€rtsmannschaft ins GesprĂ€ch, die uns Touris ungern in blau sehen wollten, weshalb sie uns einen Fanschal der gelben gekleideten Hurricanes schenkten. Das war allerdings noch nicht alles: Sie schenkten uns dann nicht nur die Eintrittskarten, sondern saßen das ganze Spiel mit uns zusammen, um uns die Regeln zu erklĂ€ren und verschiedene SpielzĂŒge zu erlĂ€utern. Die Nettigkeit der NeuseelĂ€nderInnen ist erstaunlich, doch diese Begegnung war die Krönung aller Freundlichkeiten, die wir auf der grĂŒnen Insel erfahre hatten!

Wir hatten nun noch vier Tage, um zum nördlichsten Punkt der Insel, Cape Reinga, zu gelangen, wo die Tasmansee und der Pazifik aufeinandertreffen. FĂŒr die Maori ist das Cape ein heiliger Ort, da das Aufeinandertreffen der beiden Ozeane ein Symbol fĂŒr die Entstehung neuen Lebens ist. Um dort hinzugelangen durchquerten wir Northland, das mit einsamen Buchten (in einer der vielen Buchten ließ sich sogar ein Wal blicken!), alten Kauri-WĂ€ldern, großen Schaf- und Kuhweiden, weiteren GlĂŒhwĂŒrmchen-Höhlen, verschlungenen Wanderwegen oder riesigen SanddĂŒnen mehr als wert ist, besucht zu werden! Auch befindet sich dort das bereits erwĂ€hnte Kauri-Museum, welches wirklich außergewöhnlich ist! Neben einer großen Bernstein-Ausstellung, mitsamt ErlĂ€uterungen zu Entstehung, Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung des Bernsteines, erzĂ€hlt das Museum ĂŒber Kauri-WĂ€lder und deren Abholzung durch die ersten Siedler. Mittels lebensgroßen Puppen, die mit alten Werkzeugen hantieren, Videos, alten Fotos und sogar einem im Museum aufgebauten SĂ€gewerk mit historischen Maschinen wird die Arbeit der Holzarbeiter erklĂ€rt, die die riesigen UrwĂ€lder rodeten und verarbeiteten. Dies war vor allem wegen des vorher besuchen Kauri-Waldes beeindruckend, weswegen wir eine Vorstellung von den gigantisch großen BĂ€umen hatten. Der grĂ¶ĂŸte noch existierende Kauri-Baum nĂ€mlich, Tane Mahuta genannt (Maori fĂŒr „Herr des Waldes“), hat einen Stammumfang von fast 14 m und misst stolze 18 m bis zum ersten Ast! Die Vorstellung, diesen ohne maschinelle Hilfe zu fĂ€llen und zu transportieren treibt mir beim bloßen Gedanken daran den Schweiß auf die Stirn!

Insgesamt hatten wir eine tolle Zeit in Neuseeland und genossen das Leben im Wohnmobil sehr. Nun freuen wir uns aber schon sehr auf unser nĂ€chstes, diesmal sehr außergewöhnliches Reiseziel: Die Inselgruppe Vanuatu! 

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